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Fliegt das Virus mit? 10 Antworten, die du vor deinem (Ferien-)Flug kennen solltest

Rechtzeitig zu den Sommerferien sind die Flüge zu vielen Destinationen wieder aufgenommen worden. Doch wie gefährlich ist Fliegen in Coronazeiten? 10 Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Niklaus Salzmann / Ch media



Kann ich mich über die Atemluft im Flugzeug anstecken?

Das kann nicht ausgeschlossen werden. Zwar wird die Luft in der Kabine gefiltert und mit Frischluft angereichert. Der Filter erfüllt laut Swiss die Standards für Operationssäle. Trotzdem herrschen nicht dieselben Voraussetzungen wie im Operationssaal: Im Flugzeug befinden sich sehr viel mehr Menschen. Das Risiko hängt auch davon ab, wie lange ein Flug dauert und wie stark das Virus im besuchten Land verbreitet ist. Auf der Website des Bundesamts für Gesundheit findet sich eine Liste von Staaten und Gebieten mit erhöhtem Infektionsrisiko.

Wie gross ist die Ansteckungsgefahr in der Kabine?

Verlässliche Zahlen dazu gibt es keine. In einer Umfrage der Internationalen Luftverkehrsvereinigung (IATA) bei 18 grossen Fluggesellschaften kamen keine Ansteckungen unter den Passagieren zum Vorschein, sondern lediglich drei Fälle, in denen sich Crew-Mitglieder vermutlich bei Passagieren mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Es ist aber auch ein Fall dokumentiert, bei dem sich auf einem fünfstündigen Flug mindestens neun Personen angesteckt haben.

Bild

Passagiere mit Masken in einem Flugzeug der Swiss auf dem Flug von Zürich nach Lissabon am 17. Mai 2020. Bild: Oliver Franz

Darf ich Desinfektionsmittel an Bord nehmen?

Das hängt von der Zusammensetzung des Desinfektionsmittels ab. Behälter mit dem Warnsymbol «leichtentzündlich» – eine Flamme in einem rotumrandeten Viereck – gehören nicht ins Flugzeug. Das Desinfektionsfläschchen darf maximal 100 Milliliter (1 Deziliter) fassen. Einfacher ist es mit den Hand-Desinfektionstüchlein. Achte aber auch hier darauf, dass das Produkt nicht leichtentzündlich ist.

Muss ich an Bord eine Maske tragen?

Das entscheidet die Airline. Aktuell gilt bei sehr vielen Maskenpflicht, so auch bei der Swiss, Lufthansa und Air France.

Wie kann ich beim Check-in das Risiko verringern?

Wenn du im Voraus online eincheckst, vermeidest du Schlange stehen. Unklar ist, wie gross das Risiko einer Virusübertragung durch Oberflächen von Touchscreens ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, desinfiziert nach dem Herumtippen auf dem öffentlichen Touchscreen die Hände. Das Maskentragen ist in Zürich und in Genf freiwillig. Obligatorisch ist es im Flughafen Basel-Mulhouse, der in Frankreich liegt.

Wie kann ich das Infektionsrisiko an Bord verringern?

Wähle einen Fensterplatz. Dort ist die Gefahr kleiner, dass du von den Tröpfchen niesender Mitreisender getroffen wirst. In einer Studie aus den USA kamen Passagierinnen und Passagiere mit Fensterplatz während eines Flugs mit durchschnittlich zwölf Personen in Kontakt, diejenigen am Gang dagegen mit 64.

Soll man die Luftdüse über dem Kopf ausschalten?

Die allermeisten Lüftungsexperten empfehlen, den Luftstrom nicht abzuschalten, weil gerade von dort die gefilterte, frische Luft kommt. Es könnte aber sein, dass die Düse für mehr Luftwirbel sorgt und so die Luft des Nachbars mitreisst.

Funktioniert die Tracing-App «Swisscovid» im Flugzeug?

Beim Starten und Landen müssen die Telefone ausgeschaltet oder in Flugmodus versetzt werden. Damit funktioniert die App nicht mehr. Während des Flugs hingegen, wenn die Telefone normal verwendet werden dürfen, kann die App uneingeschränkt laufen – selbst wenn keine Internetverbindung vorhanden ist. Allerdings ist die Schweizer App bislang nicht mit denjenigen anderer Länder kompatibel. Warnungen erhälst du deshalb nur bei Kontakten zu anderen Smartphones mit Schweizer App.

Was tun die Airlines?

Mindestens einmal alle 24 Stunden komplett desinfizieren. Das Freilassen der Mittelsitze wird den Airlines von der Europäische Agentur für Flugsicherheit empfohlen, aber nicht vorgeschrieben. Die meisten werden sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht daran halten. In der Economy Class kann also nicht mit einem leeren Nachbarssitz gerechnet werden.

Gibt es am Flughafen einen Gesundheitscheck?

Es gibt Flughäfen, an denen die Temperatur der Passagiere automatisch gescannt wird, zum Beispiel in Grossbritannien. Eine erhöhte Temperatur kann zu Flugverbot führen. Den Entscheid, ob ein Passagier an Bord darf, trifft aber nicht der Flughafen, sondern die Airline. Auch mit anderen Formen von Gesundheitschecks, zum Beispiel Befragungen, muss gerechnet werden, besonders in Asien. An manchen Flughäfen werden auch Schnelltests mittels Rachenabstrich angeboten, so in Frankfurt.

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SeboZh 13.07.2020 13:45
    Highlight Highlight Kurz gesagt. JA!

    Das Risiko im Flugzeug ist erheblich. Auch wenn das keine Airline zugeben wird. Aber eben Aviatikexperten sehen dies nicht ganz so locker. Von wegen Luftaustausch....

    https://www.srf.ch/news/schweiz/belueftung-an-bord-wie-gross-ist-die-ansteckungsgefahr-im-flugzeug

    Dieses Jahr gibts wohl genűgend Anwärter für den Darwin Award 🤷‍♂️
  • Blues 13.07.2020 12:11
    Highlight Highlight Ich frage mich: wurden die Test bezüglich der Klimaanlagen in Flieger mit voll besetzten Flieger durchgeführt oder wie es wäre wenn ich nach Barcelona fliegen würde, besetzt bis auf den letzten Platz?
  • Lupe 13.07.2020 10:30
    Highlight Highlight Ich nehme das Auto in die Ferien, dann ist auch mal der Weg, ein Ziel... mit entspannten Zwischenstopp zu Besichtigungen und ist mit 4 Personen einiges billiger wie die SBB, Gepäck können wit auch so einiges mehr mitnehmen 🚐 😎
  • iudex 13.07.2020 10:04
    Highlight Highlight 11. Wie gross ist die Chance, dass mein Flug gestrichen wird?

    Ja.
  • Chrisbe 13.07.2020 08:13
    Highlight Highlight Wie blöd (ignorant, lernresistent) muss man sein, jetzt ohne zwingenden, triftigen Grund in einen Flieger zu steigen.
    Ach ja, stimmt, die Menschenrechte!
    Wir treffen uns auf der Beerdigund deiner Grosseltern..
    • niklausb 13.07.2020 09:39
      Highlight Highlight Vor Corona gebuchte Ferien.
    • tomtom1 13.07.2020 09:53
      Highlight Highlight Du bist aber nicht eingeladen.
    • niklausb 13.07.2020 19:00
      Highlight Highlight Ich verstehe die Blitze nicht, schliesslich ist es nicht unüblich Ferien 1/2jahr im voraus zu buchen. Und stornieren ist auch nicht gratis. Keiner konnt wissen wie lange welche beschränkungen gelten bzw. wie lange die Kriese gehen wird. Ab dem Moment wo die Reisefreiheit wieder da war, war es müssig mit Vermietern und Fluggesellschaften über Stornierungen zu diskutieren.
  • Baumi72 13.07.2020 08:10
    Highlight Highlight Die Gefahr, bei der Anfahrt im Verkehr um zu kommen ist grösser, als sich im Flugzeug anzustecken.
    • Chromosom 13.07.2020 10:02
      Highlight Highlight Dafür gibt es keine einzige empirische Studie. Ein Autounfall mit tödlichem Ausgang ist wahrscheinlicher als ein Flugzeugunfall mit tödlichem Ausgang.

      Das heisst aber nicht, dass dies vice versa auf die Übertragung von Krankheiten gilt.
  • niklausb 13.07.2020 08:05
    Highlight Highlight Also zu Punkt 6 kann ich ja nur Gratulieren. Das ist so doof das es lustig ist 1. Beim Einsteigen müsste man dem entsprechend als eine der ersten Personen platz nehmen können und 2. Nie auf s Klo bzw. Als eine der letzten Personen aussteigen viel spass bei (Kurzstreckenjet) 30+Reihen mit je 2 Fensterplätzen und bei Langstrecken 50+Reihen. So ein Stuss wird auch noch durch ww2 ine Studie belegt unglaublich.
  • Rethinking 13.07.2020 07:49
    Highlight Highlight Eine Frage fehlt:

    Wie funktioniert das Tragen einer Maske bei einem 10stündigen Flug, auf dem es Abend- und Morgenessen gibt und man zwischendurch schläft?

    Besser gar nicht erst fliegen...
  • bebby 13.07.2020 07:41
    Highlight Highlight Vermutlich ist das Risiko auf dem Weg zum Flugzeug grösser als im Flugzeug. Im Bus, in der Wartehalle, bei der Gepäckabgabe und der Sicherheitskontrolle trifft man auf ein vielfaches an Leuten als im Flugzeug.
    Und ob man nach dem Aufenthalt noch einen Rückflug hat, ist auch völlig unklar.
    Am besten ist es wohl, noch zu warten bis nächsten Frühling, bis klar ist, ob es zu einer zweiten Welle gekommen ist oder nicht.
    • format C: 13.07.2020 07:50
      Highlight Highlight Wartehalle, Gepäckabfertigung, Sicherheitskontrolle; Dort kannst du überall locker 2m Abstand halten. Im Flugzeug nicht.
    • niklausb 13.07.2020 08:09
      Highlight Highlight Vermutlich können es sich die wenigsten Leute leisten berrits Gebuchte Ferien einfach so verfallen zu lassen von da her ist das für lastminute Bucher wohl so wie von ihnen beschtieben aber der Rest hat diese Möglichkeit nicht.
    • popcornmaschine 13.07.2020 08:27
      Highlight Highlight Dort sind die Kontakte aber auch viel kürzer und mit einer Maske und gelegentlichem Hände Desinfizieren ist mann ganz gut geschützt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Peter Sager 13.07.2020 07:25
    Highlight Highlight Bin jetzt am Meer in Südfrankteich. Mit dem Auto ab der Schweiz. Es hat sozusagen nur Franzosen hier. Platz hat es und Indoor ist Makenpflicht.
  • eightball 13.07.2020 07:19
    Highlight Highlight Swiss und Flughafen Zürich tut usual business als ob das Thema Covid nie exstiert, hält keine Mittelsitze frei und Check-in sowie am Gate dichtestes Aufkollonieren. Eine simple Durchsage wegen Abstandsregel, that's all folks.
    Anderes hätte ich von beiden Firmen auch nicht erwartet, die gelten allgemein als ziemlich unflexibel. Ist wohl ein Anstellungskriterium.
    Der Zielstaat hat einige - auch für Swiss geltende Regeln - reihenweises Aussteigen, Tracingformulare inkl. Sitznummer und Herkunft. Ja, ein Staat könnte Einfluss darauf nehmen.
    • SeboZh 13.07.2020 10:14
      Highlight Highlight Aber jetzt sind Sommerferien. Da darf man von der Politik nicht mehr zu viel erwarten. Immerhin kam ja noch was davor wegen der Maske. Aber bitte nicht mehr verlangen
    • Sparkle Darkle 13.07.2020 12:20
      Highlight Highlight @eightball
      Teil I:
      Als jemand, der als ground staff tätig ist, kann ich deiner Aussage nur beipflichten. Die Schutzkonzepte kommen einer Alibiübung gleich. Zu Peak-Zeiten stehen im Queuing locker 300-400 PAXe an. Der Abstand zu den seitlich zu stehenden kommenden PAXen kann dann schlichtweg nicht eingehalten werden und somit ist das ganze Abstandskonzept auch nichtig. Genauso wie das Maskentragen, das von den meisten nicht korrekt umgesetzt wird. Und schliesslich sind die Flüge meist überbucht und damit bis auf den letzten Platz ausgelastet.
    • Sparkle Darkle 13.07.2020 12:20
      Highlight Highlight Teil II:
      Ich sehe da aber auch das BAG, SEM und GWK in der Verantwortung, die besser daran täten an den Flughäfen endlich Kontrollen einzuführen. Ich kann angesichts der momentanen Lage nicht nachvollziehen, wieso man unbedingt in die Ferien fliegen muss. Nach meiner persönlichen Risikoabwägung spricht einfach zu Vieles dagegen.
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 13.07.2020 07:16
    Highlight Highlight 11 Kann man das Fliegen auch bleiben lassen?

    Ja. Das geht sehr gut und hat den positiven Nebeneffekt, dass man die Umwelt schont.
    • murrayB 13.07.2020 14:49
      Highlight Highlight Nein, kann man nicht - die Ferien rufen! :-)
  • Meinung 13.07.2020 07:00
    Highlight Highlight Ich wünsche allen einen angenehmen Flug und schöne Ferien. Falls Sie sich vor der Rückreise Unwohl fühlen sollten, bitten wir Sie vor Ort in Quarantäne zu gehen.
    • murrayB 13.07.2020 14:50
      Highlight Highlight Da ist wohl jemand im inneren nicht gut gestimmt mit denjenigen die ins Ausland in die Ferien verreisen per Flugzeug...

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