ZKB-Immostudie sieht Entspannungssignale – Wohnraum bleibt knapp
Neuer Trend auf dem Wohnungsmarkt: Immer häufiger müssen Mieten in den Inseraten gesenkt werden, damit die Wohnungen vermietet werden können. Die Autoren einer Studie deuten dies als leichtes Entspannungssignal. Wohnraum bleibe aber knapp.
Besonders ausgeprägt sei das Inserate-Phänomen im Kanton Zürich, schreibt die Zürcher Kantonalbank (ZKB) in der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung. Bei fast jedem zwanzigsten Immobilieninserat sei dies inzwischen der Fall.
Zwischenzeitlich habe es den Anschein gehabt, Vermieter könnten nahezu beliebige Mietpreise verlangen. «Nun zeigt sich, dass dem nicht so ist.»
Von einer eigentlichen Entspannung wollen die Studienautoren dennoch nicht sprechen. «Die Knappheit am Mietwohnungsmarkt bleibt bestehen, sie akzentuiert sich aber nicht weiter», sagte ZKB-Immobilienexpertin Ursina Kubli am Dienstag vor den Medien.
Hochhäuser kein «Allerheilmittel»
Die politische Antwort auf den knappen Wohnraum heisst Verdichtung. Diese sorgt zwar immer wieder für Negativschlagzeilen, weil es zu Leerkündigungen kommt. Auswertungen im Kanton Zürich zeigten jedoch, dass die danach erstellten Ersatzneubauten deutlich mehr Wohnraum bieten würden, sagte Kubli. Konkret seien es 63 Prozent mehr.
Hochhäuser sieht Kubli hingegen nicht als «Allerheilmittel» zur Verdichtung, auch wenn diese wenig Land brauchen. In solchen würden oft loftartige Luxuswohnungen angeboten. Höhere Effizienzgewinne entstünden bei Gebäuden mit vier bis acht Stöcken.
Dennoch leichter Anstieg erwartet
Insgesamt erwarten die ZKB-Experten nun einen moderaten Anstieg der Angebotsmieten von schweizweit 2,0 Prozent im laufenden und von 1,5 Prozent im kommenden Jahr. Dies sei nicht zuletzt die Folge steigender Nebenkosten infolge der Ölpreisexplosion.
Eine wirkliche Entspannung sei auch deshalb nicht zu erwarten, weil es eine aufgestaute Nachfrage gebe. Wegen der Knappheit am Mietwohnungsmarkt sei die Bevölkerung in den vergangenen Jahren nur wenig umzugsfreudig gewesen. «Manche werden den bis anhin aufgeschobenen Umzug nachholen, sobald geeignete Wohnungen auf den Markt kommen», so die Studie.
«Gewisse Abkühlung» bei Eigenheimpreisen
Auch bei den Eigenheimpreisen dreht sich die Spirale nicht mehr ungebremst nach oben. Die ZKB-Ökonomen erwarten Preissteigerungen von 3,5 Prozent im Jahr 2026 und im Jahr 2027. In der Studie ist von einer «gewissen Abkühlung» die Rede. Mit dem aktuell hohen Preisniveau werde die Luft nach oben allmählich dünner.
Das Interesse an den eigenen vier Wänden scheine seinen Höhepunkt zudem vorerst überschritten zu haben. Dies spiegle sich auch in den neu aktivierten Suchabos für Eigenheime wider. Zusätzlich wirke sich ein Mix aus leicht gestiegenen langfristigen Hypozinsen und ein nicht mehr ganz so heiss laufender Arbeitsmarkt dämpfend auf die Nachfrage aus. (sda/awp/fwa)
