Schweiz
Zürich

Hürstwald in Zürich: Grosser Polizei-Einsatz – Ursache noch unklar

Ein Polizist der Einsatzgruppe Diamant auf einem gesperrten Waldweg im Huerstwald, am Donnerstag, 5. Mai 2022 in Zuerich. Die Kantonspolizei Zuerich sperrte den Huerstwald im Zusammenhang mit einem St ...
Diverse Polizeiwagen sind im abgesperrten Wald im Einsatz.Bild: keystone

Grosseinsatz der Zürcher Polizei-Sondereinheit – was bisher bekannt ist

Die Zürcher Polizei führte im Hürstwald eine grosse Suchaktion durch. Der Einsatz ist seit 19 Uhr beendet. Was bisher dazu bekannt ist.
05.05.2022, 18:4406.05.2022, 14:43

In einem Waldstück zwischen den beiden Zürcher Stadtquartieren Seebach und Affoltern ist es am Donnerstagnachmittag zu einem Polizeieinsatz gekommen. Die als Hürstwald bekannte Gegend wurde ab 13 Uhr grossräumig abgesperrt, Spazierwege wurden mit Absperrbändern abgesichert. Vor Ort positionierten sich mehrere Polizeifahrzeuge, darunter auch eine mobile Einsatzzentrale.

User input
Der User schickt’s, wir bringen’s.

watson erfuhr von einem Augenzeugen vom Geschehen, nähere Details waren aber am frühen Nachmittag nicht bekannt. Erste Recherchen zeigten nur, dass es sich um ein komplexeres Strafverfahren handeln müsste. Der Hürstwald liegt auf städtischem Boden und läge somit eigentlich im Zuständigkeitsbereich der Stadtpolizei. Die grosse Präsenz der Kantonspolizei deutete aber darauf hin, dass sich etwas schwerwiegendes Ereignet haben könnte. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn beispielsweise bandenmässige Delikte, Kapitalverbrechen oder Todesdelikte im Raum stehen.

Letzteres dementierten die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft in einer ersten, knappen Stellungnahme: «Beim heutigen Polizeieinsatz im Hürstwald geht es nicht um ein Tötungsdelikt», sagte Erich Wenzinger, Sprecher der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft. Er bestätigte lediglich, dass der Polizeieinsatz im Zusammenhang mit einem «seit mehreren Monaten laufenden Strafverfahren» der Zürcher Staatsanwaltschaft stehe.

Polizei beim Hürstwald in Zürich, 5. Mai 2022
Mehrere Polizeifahrzeuge positionierten sich im Hürstwald.Bild: watson

Spezialeinheit im Einsatz

Damit ist zumindest klar, dass die Ermittlung nicht in dem Bereich der Bundespolizei steht. Diese käme zum Einsatz beim Verdacht eines organisierten Verbrechens, bei Delikten der Terrorismusfinanzierung oder der Wirtschaftskriminalität.

Worum es sich bei diesem Strafverfahren konkret handle, blieb aber unbeantwortet. Marc Besson, Sprecher der Kantonspolizei, konnte den vor Ort anwesenden Journalistinnen und Journalisten aus ermittlungstaktischen Gründen kaum Antworten liefern. Er bestätigte gegenüber watson und einem Reporter von «Züri Today» lediglich das, was ausserhalb des abgesperrten Bereichs beobachtet werden konnte – sprich: dass es sich um eine polizeiliche «Suchaktion» handle und die Spezialeinheit «Diamant» im Einsatz sei.

Zu Fragen aber, wonach man suche, gab es aber keine Antworten. Ermittlungsbehörden fahren in der Regel eine solche Kommunikationstaktik, um die Hoheit über das sogenannte «Tatwissen» beherrschen zu können: Eine tatverdächtige Person soll durch zu frühes und detailreiches Bekanntgeben von Ermittlungsergebnissen nicht wissen, was die Polizei bereits weiss.

Der Einsatz ist laut Kantonspolizeisprecherin Carmen Suber seit 19 Uhr beendet. Weitere Details zu den Hintergründen gebe es heute nicht.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Hürstwald in Zürich
1 / 9
Hürstwald in Zürich
quelle: keystone / michael buholzer
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Bewusst Ängste geschürt»: Grüne teilt nach AKW-Entscheid aus
40 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl wankt das AKW-Neubauverbot in der Schweiz. Bei Grünen-Nationalrätin Marionna Schlatter ist der Frust gross. Im Interview mit watson spart sie nicht mit Kritik, sagt wie sie die Schweiz mit Strom versorgen will und wann sie ein neues Gaskraftwerk befürworten könnte.
Frau Schlatter, heute jährt sich der Reaktorunfall in Tschernobyl zum 40. Mal. Ausgerechnet jetzt wackelt im Parlament das Neubauverbot für AKW (siehe Box). Die Grünen sind bei einem Kernthema in der Defensive. Wie ist die Stimmung in Ihrer Partei?
Der Frust ist gross. Die jetzige Diskussion wirft uns gefühlt Jahrzehnte zurück. Die Diskussion um AKW hatten wir schon geführt. Nun ist sie wieder da, obwohl das Stimmvolk das Neubauverbot mit der Energiestrategie bestätigt hat. Trotzdem bleibe ich optimistisch. Ich glaube, die Bevölkerung will auch weiterhin keine neuen Kernkraftwerke.
Zur Story