Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Polizeifahrzeug vor dem Bezirksgericht, anlaesslich der Anklage gegen Zuercher Polizisten wegen Rassismus, Amtsmissbrauch und Koerperverletzung, aufgenommen am Montag, 21. November 2016 in Zuerich.  Drei Zuercher Stadtpolizisten, darunter eine Frau, muessen sich heute Montag wegen Koerperverletzung und Amtsmissbrauchs vor dem Bezirksgericht Zuerich verantworten. Bei einer Personenkontrolle beim Bahnhof Wiedikon sollen sie einen dunkelhaeutigen Mann so schwer misshandelt haben, dass dieser sich einen Lendenwirbel brach. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Ein Polizeiauto parkt am 21. November vor dem Bezirksgericht: An diesem Tag fand der Prozess gegen die drei Zürcher Stadtpolizisten statt – in dem es nun zu einer überraschenden Wende gekommen ist. Bild: KEYSTONE

Attacke auf Schwarzen: Drei Zürcher Polizisten nun wegen Gefährdung des Lebens angeklagt

Überraschung im Prozess gegen die drei Zürcher Stadtpolizisten, die den dunkelhäutigen Wilson A. brutal zusammengeschlagen haben sollen: Dem Antrag des Anwalts, die Anklage zu erweitern, wurde gefolgt – die drei Polizisten müssen sich nun wegen Gefährdung des Lebens verantworten. Pikant: Ein höheres Strafmass brauchen sie dennoch nicht zu befürchten.



Drei Zürcher Stadtpolizisten sollen den dunkelhäutigen Wilson A. bei einer Personenkontrolle brutal zusammengeschlagen haben – so brutal, dass die Anklage nun von einer Gefährdung des Lebens ausgeht. 

Die ausführliche Geschichte zum Fall Wilson A. gibt's hier:

Das ist neu. Ende November, sieben Jahre nach dem Ereignis, standen die drei Polizisten lediglich noch wegen einfacher Körperverletzung, die allerdings verjährt ist, und Amtsmissbrauchs vor Gericht.

Doch während des Prozesses kam es zur Überraschung: Dem Antrag des Verteidigers von Wilson A., man müsse bei der Tat von einer Gefährdung des Lebens ausgehen und deshalb die Anklageschrift erweitern, wurde wider Erwarten stattgegeben.

Der Einzelrichter unterbrach den Prozess und gab der zuständigen Staatsanwältin 15 Tage Zeit, hinter die Bücher zu gehen. Diese Frist ist nun abgelaufen, die Anklage ist überarbeitet. Die Beschuldigten hätten mit ihrer Tat das Leben von Wilson A. gefährdet, heisst es nun. Dieser trug damals einen Herzschrittmacher – jegliche körperliche Gewalt könnte schwerwiegende Folgen haben, bescheinigten die Ärzte. 

Bild

Anwalt Bruno Steiner. bild: keystone

Er sei überrascht, sagt Wilson A.s Anwalt gegenüber watson, solche Anträge würden normalerweise vom Tisch gewischt.

Doch einen Schönheitsfehler hat die neue Anklage: Das bisherige Strafmass von jeweils 100 Tagessätzen zu 130, 100, beziehungsweise 70 Franken für die drei Polizisten bleibt gleich – obwohl der Tatbestand der Gefährdung des Lebens eine Strafe von bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug vorsähe. Ein Zeichen dafür, dass die Staatsanwältin wohl nicht gegen die Polizisten plädieren werde, so das Urteil von Anwalt Steiner.

Der Einzelrichter, der den Prozess im November führte, wird in den nächsten Wochen entscheiden, ob der Fall an das Gesamtgericht übergeht. Dann wird ein neuer Termin angesetzt.

Aktuelle Polizeibilder: Brand zerstört Gebäude

Im Namen des Rechts: Diese Justizfälle haben die Schweiz bewegt

«Er ist unschuldig?» – wie Luanas Traum von der Freiheit vor dem Aargauer Obergericht jäh platzte

Link zum Artikel

Kondome, Viagra, Medienstelle: Der «Rollstuhl-Bomber» erzählt vor Gericht krude Romane

Link zum Artikel

«Wir sind durch die Hölle gegangen» – Das sagt der Schlieremer Polizist zum Bundesgerichtsentscheid

Link zum Artikel

«Fall Walker»: Das Obergericht übt sich in Schadensbegrenzung

Link zum Artikel

Eine lesbische Liebe, Kokain-Sucht und Salmiakgeist, 12 Prozent: Der Mordprozess Hochweid

Link zum Artikel

Carlos vor Gericht: Ein schweigender Trötzler

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

10
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tropfnase 10.12.2016 00:01
    Highlight Highlight Und selbstverständlich ist Wilson A komplett unschuldig das die Situation eskaliert ist! Er leistete selbsverständlich den polizeilichen Anweisungen sofort folge und wollte sich grad ausweisen als er von 3 tollwütigen Polizisten angefallen wurde! (Sarkasmus aus)
    • ujay 10.12.2016 16:33
      Highlight Highlight Wenn Tropfnase den genauen Hergang,der nun wirklich nicht schwierig zu eruieren ist,gelesen hätte,könnte er sich und uns diesen bescheidenen Kommentar sparen.
  • Thomas Rohrer 09.12.2016 20:50
    Highlight Highlight Rassismus hat viele Gesichter, ihre Polizei.
  • Sophia 09.12.2016 19:49
    Highlight Highlight Mal ganz uninformiert und von keiner Kenntnis infiziert: Die Polizisten gehen straffrei aus dem Gerichtssaal. Sollte es anders kommen, wäre ich überrascht.
  • reaper54 09.12.2016 19:38
    Highlight Highlight Eine Polizeikontrolle bei der sich eine Person weigert kontrolliert zu werden, als "Attacke auf einen schwarzen" hinzustellen was soll denn das? DiePolizei darf Personenkontrollen durchführen wem dies nicht passt der soll sich ein anderes Land suchen.
    • Töfflifahrer 11.12.2016 17:31
      Highlight Highlight Lesen Sie doch einfach mal was den Polizisten vorgeworfen wird. Das hat mit einer normalen Reaktion bei Kontrollproblemen nichts mehr zu tun.
      Wie die PISA Studie bereits erläuterte, zum vErstehen gehört auch Lesen können.
      Was die Staatsanwaltschaft hier vorführt grenzt schon an Unterstützung einer Straftat!
    • reaper54 12.12.2016 07:36
      Highlight Highlight Mh lassen sie uns einen Sichtwechsel machen. Sie fordern eine Person welche auf die Beschreibung eines Straftäters passt auf sich auszuweisen, Person reagiert mit ablehnender Haltung. Sie fordern die Person auf mit ihnen auszusteigen und halten die Verdächtige Person logischerweise fest. Die Gegenwehr wird nun noch heftiger, daher wird die Person gefügig gemacht. Selbe Geschichte andere Sichtweise. Wie Glaubhaft dieser Wilson ist, wäre die nächste Frage.
  • PenPen 09.12.2016 19:04
    Highlight Highlight Was für eine reisserische Schlagzeile
  • Gringoooo 09.12.2016 18:53
    Highlight Highlight Wie kann es denn sein, dass 7 Jahre vergehen, in der die Delikte verjähren?
    • Datsyuk * 09.12.2016 20:09
      Highlight Highlight Das kann sein, wenn jemand Interesse daran hat..

Tiere «schwerwiegend vernachlässigt» – Strafanzeige wegen Tierquälerei gegen Zürcher Bauer

Einem Bauern im Zürcher Oberland wird Tierquälerei vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren eröffnet. Eine Tierschutzorganisation spricht von einem «extremen Fall».

Zentimeterhoch türme sich der Mist, der Boden sei mit Kot und Urin bedeckt, die Tiere würden vernachlässigt: Es sind happige Vorwürfe, welche die Organisation «Tier im Fokus» (TIF) gegen Landwirt H.M.* erhebt. Dieser führt in einer Gemeinde im Zürcher Oberland einen Mutterkuh-Betrieb. Bilder aus dem Innern des Rinderstalls von Bauer H.M. sollen die Vorwürfe belegen. Sie stammen laut Angaben von «Tier im Fokus» aus dem Juni 2019 und wurden der Organisation auf einem USB-Stick zur …

Artikel lesen
Link zum Artikel