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Ein Polizeiauto parkt am 21. November vor dem Bezirksgericht: An diesem Tag fand der Prozess gegen die drei Zürcher Stadtpolizisten statt – in dem es nun zu einer überraschenden Wende gekommen ist.
Ein Polizeiauto parkt am 21. November vor dem Bezirksgericht: An diesem Tag fand der Prozess gegen die drei Zürcher Stadtpolizisten statt – in dem es nun zu einer überraschenden Wende gekommen ist.
Bild: KEYSTONE

Attacke auf Schwarzen: Drei Zürcher Polizisten nun wegen Gefährdung des Lebens angeklagt

Überraschung im Prozess gegen die drei Zürcher Stadtpolizisten, die den dunkelhäutigen Wilson A. brutal zusammengeschlagen haben sollen: Dem Antrag des Anwalts, die Anklage zu erweitern, wurde gefolgt – die drei Polizisten müssen sich nun wegen Gefährdung des Lebens verantworten. Pikant: Ein höheres Strafmass brauchen sie dennoch nicht zu befürchten.
09.12.2016, 18:2810.12.2016, 16:36

Drei Zürcher Stadtpolizisten sollen den dunkelhäutigen Wilson A. bei einer Personenkontrolle brutal zusammengeschlagen haben – so brutal, dass die Anklage nun von einer Gefährdung des Lebens ausgeht. 

Die ausführliche Geschichte zum Fall Wilson A. gibt's hier:

Das ist neu. Ende November, sieben Jahre nach dem Ereignis, standen die drei Polizisten lediglich noch wegen einfacher Körperverletzung, die allerdings verjährt ist, und Amtsmissbrauchs vor Gericht.

Doch während des Prozesses kam es zur Überraschung: Dem Antrag des Verteidigers von Wilson A., man müsse bei der Tat von einer Gefährdung des Lebens ausgehen und deshalb die Anklageschrift erweitern, wurde wider Erwarten stattgegeben.

Der Einzelrichter unterbrach den Prozess und gab der zuständigen Staatsanwältin 15 Tage Zeit, hinter die Bücher zu gehen. Diese Frist ist nun abgelaufen, die Anklage ist überarbeitet. Die Beschuldigten hätten mit ihrer Tat das Leben von Wilson A. gefährdet, heisst es nun. Dieser trug damals einen Herzschrittmacher – jegliche körperliche Gewalt könnte schwerwiegende Folgen haben, bescheinigten die Ärzte. 

Anwalt Bruno Steiner.
Anwalt Bruno Steiner.
bild: keystone

Er sei überrascht, sagt Wilson A.s Anwalt gegenüber watson, solche Anträge würden normalerweise vom Tisch gewischt.

Doch einen Schönheitsfehler hat die neue Anklage: Das bisherige Strafmass von jeweils 100 Tagessätzen zu 130, 100, beziehungsweise 70 Franken für die drei Polizisten bleibt gleich – obwohl der Tatbestand der Gefährdung des Lebens eine Strafe von bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug vorsähe. Ein Zeichen dafür, dass die Staatsanwältin wohl nicht gegen die Polizisten plädieren werde, so das Urteil von Anwalt Steiner.

Der Einzelrichter, der den Prozess im November führte, wird in den nächsten Wochen entscheiden, ob der Fall an das Gesamtgericht übergeht. Dann wird ein neuer Termin angesetzt.

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