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Zürcher Staatsanwaltschaft nimmt Klinikdirektoren unter die Lupe

08.06.2020, 10:2309.06.2020, 14:39
Was lief schief am Universitätsspital Zürich?
Was lief schief am Universitätsspital Zürich?Bild: KEYSTONE

Die Zürcher Justiz beschäftigt sich mit drei Klinikdirektoren des Universitätsspitals Zürich (USZ). Es geht dabei um Verdachtsfälle von wissenschaftlichem Fehlverhalten und falschen Rechnungen.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft befasse sich mit der Frage, ob ein Anfangsverdacht für strafrechtlich relevantes Fehlverhalten vorliege, teilte sie am Montag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit und bestätigte eine Meldung der «NZZ am Sonntag».

Mitte der vergangenen Woche sei ein entsprechender Auftrag an die Staatsanwaltschaft II ergangen. Sollte der Staatsanwalt auf vermutete Vergehen stossen, würde er ein Strafverfahren eröffnen. Für die Involvierten gilt die Unschuldsvermutung.

Bei den Betroffenen handelt es sich um den Leiter der Unispital-Klinik für Herzchirurgie, Francesco Maisano, den Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Martin Rücker, sowie den Klinikdirektor der Gynäkologie, Daniel Fink.

Irreführende Angaben

Die Anschuldigungen gegen den Leiter der Unispital-Klinik für Herzchirurgie, Francesco Maisano, waren durch die Medien publik geworden. Ihm wird vorgeworfen, Implantate von Firmen verwendet zu haben, an denen er selber beteiligt ist und diese Interessenskonflikte nicht transparent gemacht zu haben.

Zudem soll er Publikationen über den Einsatz neuartiger Implantate geschönt und der Zulassungsbehörde Swissmedic irreführende Angaben gemacht haben. In Fachartikeln habe er ausserdem verschwiegen, dass eine Patientin während der Operation wiederbelebt werden musste.

Die Aufsichtskommission für Bildung und Gesundheit des Zürcher Kantonsrates beauftragte eine Subkommission, die Vorwürfe gegen den Leiter der Klinik für Herzchirurgie zu untersuchen.

Überweisung in die private Praxis

Der Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Martin Rücker, soll systematisch Patientinnen und Patienten zur Behandlung an seine private Praxis überwiesen haben.

Und Daniel Fink soll laut Operationsplänen bis zu drei Patientinnen gleichzeitig operiert und entsprechend Rechnungen gestellt haben.

Die Aufsichtskommission des Kantonsrats will mit einer Kommissionsmotion eine rasche Revision des Zusatzhonorargesetzes anstossen. (aeg/sda)

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