DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Tödliche Feindschaft: Zürcher Türsteher wurde von hinten erschossen

15.01.2020, 07:1515.01.2020, 08:58

Vor dem Bezirksgericht Zürich müssen sich ab heute Mittwoch ein knapp 36-jähriger Mann und zwei Komplizen verantworten. Sie sind wegen der Ermordung eines Türstehers, der versuchten Tötung eines zweiten Mannes sowie diverser anderer Delikte angeklagt. Die Verhandlung dürfte vier Tage dauern.

Dem Tötungsdelikt ging eine lange Feindschaft zwischen dem beschuldigten Schweizer mit kosovarischen Wurzeln und dem Opfer, einem als Türsteher tätigen Hooligan und Kampfsportler, voran. Die beiden kannten sich von früher. In direkten Begegnungen und mit Beschimpfungen und Drohungen per Telefon, SMS und in den sozialen Medien schaukelten sich die Kontrahenten hoch.

Das Bezirksgericht Zürich verhandelt ab Mittwoch den Mord an einem Türsteher.
Das Bezirksgericht Zürich verhandelt ab Mittwoch den Mord an einem Türsteher.
Bild: KEYSTONE

Für den frühen Morgen des 1. März 2015 hatten sie sich in Zürich Affoltern verabredet, um die Angelegenheit zu klären, wie der Staatsanwalt in der Anklageschrift schreibt. Der Türsteher kam mit drei, der Beschuldigte mit zwei Kumpels, einem heute 25-jährigen Türken und einem heute 35-jährigen Tschetschenen. Die beiden stehen als Mitbeschuldigte vor Gericht. Der jüngere hatte für den mutmasslichen Haupttäter einen Revolver mitgebracht.

Zuerst kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung, die allerdings bald in Tätlichkeiten ausartete. Die beiden Gruppen besprühten sich laut Anklage auch gegenseitig mit Pfefferspray. Der 25-Jährige zog schliesslich den Revolver und gab einen Schuss in die Luft ab. Die vier Gegner rannten davon.

In den Rücken geschossen

Nun griff sich laut Anklageschrift der Hauptbeschuldigte die Waffe und schoss hinter den Flüchtenden her. Der Türsteher wurde in den Rücken getroffen, und zwar so schwer, dass er noch am Tatort starb. Der neben ihm rennende Kollege kam unverletzt davon. Der Ankläger sieht Mord und Mordversuch als gegeben.

Der 36-Jährige gibt zu, geschossen zu haben. Er verneint aber jegliche Tötungsabsicht und macht Notwehr geltend. Der Staatsanwalt wirft ihm Mord und Mordversuch, Angriff, Widerhandlung gegen das Waffengesetz und weitere Delikte vor.

Die Anklage gegen die beiden Mitbeschuldigten lautet auf Körperverletzung, Angriff, Widerhandlung gegen das Waffengesetz und weitere Delikte. Dem Türken wirft der Ankläger zudem Gehilfenschaft zu vorsätzlicher Tötung vor. Die Strafanträge gibt der Staatsanwalt im Rahmen der Verhandlung bekannt. Der Verteidiger des Hauptbeschuldigten wollte sich vor der Verhandlung nicht äussern. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Junge Männer sexuell bedrängt? Inhaber einer Zürcher Model-Agentur vor Gericht

Ein 34-Jähriger soll seine Stellung als Inhaber einer Model-Agentur ausgenutzt und junge Männer sexuell bedrängt haben. Es seien viele Falschaussagen gemacht worden, sagte der Beschuldigte am Mittwoch vor dem Zürcher Bezirksgericht. Ansonsten schwieg er zu den Vorwürfen.

Wie ein Anwalt eines Opfers vor Gericht ausführte, stellt sich der Beschuldigte auf den Standpunkt, dass die sexuellen Handlungen einvernehmlich erfolgt seien - es sei aber ganz anders gewesen. Es habe ein grosses …

Artikel lesen
Link zum Artikel