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THEMENBILD ZUM GESAMTARBEITSVERTRAG GAV FUER VELOKURIERE ---  Ein Velokurier faehr an einer Radweg Markierung an der Zuercher Josefstrasse vorbei, aufgenommen am 16. Oktober 2013 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Ein Velokurier bei der Zürcher Josefstrasse. Bild: KEYSTONE

Zürcher Stadtparlament will breitere Velostreifen – FDP und SVP sind dagegen



Die Velostreifen in der Stadt Zürich sollen breiter werden. Die rot-grüne Mehrheit des Stadtparlaments wünscht sich eine Standard-Breite von 1.80 Meter. Die bürgerliche Minderheit hält dies für eine Luxusvariante, mit der vor allem Parkplätze abgebaut werden sollen.

Überwiesen wurde am Mittwochabend ein Postulat der Grünen, das den Stadtrat auffordert zu prüfen, wie die «Velostandards Stadt Zürich» angepasst werden können. Das Standardmass der Qualitätsstufe A für Hauptrouten sei auf 1.80 Meter festzulegen. Alle übrigen Masse müssten entsprechend angepasst werden.

Die «Velostandards» wurden 2015 verabschiedet. Sie sind allerdings nicht Normen, sondern unverbindliche Richtlinien. Gemäss diesen Standards wird eine Breite von 1.50 Meter angestrebt. In der Realität seien es jedoch oft nur 1.25 Meter, hiess es im Rat. Das sei viel zu wenig. Die Velofahrenden fühlten sich da unsicher.

Man müsse endlich wegkommen von dieser Schmürzelvariante, sagte ein Sprecher der Grünen. Denn sie sei nicht alltagstauglich für Velofahrende zwischen 8 und 80 Jahren.

FDP und SVP wehrten sich gegen «eine Luxusvariante, die sich nur gegen das Auto wendet». Es dürfe nicht so weit kommen, dass man in die Stadt Zürich nicht einmal mehr Milch liefern könne mit einem Lastwagen; der brauche nun mal 3 Meter Strassenbreite.

Milchtransport nicht in Gefahr

Wie Richard Wolff (AL), Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartementes sagte, «will niemand, dass keine Milch mehr nach Zürich geliefert werden kann». Aber vielleicht müsse nicht jeder Pendler mit dem Auto nach Zürich fahren oder jeder Kinobesucher. Auch das Einkaufsverhalten könnte wohl überdacht werden.

Stadtrat Richard Wolff informiert die Medien nach den gewalttaetigen Ausschreitungen vor und nach dem Fussballderby FCZ gegen GC, aufgenommen am Freitag, 27. Oktober 2017 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Richard Wolff: Der knappe Raum muss neu verteilt werden. Bild: KEYSTONE

Gemäss Wolff muss der knappe Raum in einer wachsenden Stadt mit unterschiedlichen Bedürfnissen neu verteilt werden - das sei eine Frage des Respektes, der Verhältnismässigkeit und der Vernunft.

Er verstehe das Gejammer nicht von jenen, die am meisten Platz hätten. Und dies seien eindeutig die Autofahrenden. Das Velo hingegen «hat heute zu wenig Raum, um sicher unterwegs zu sein». Es mache Sinn, die «Velostandards» neu anzuschauen.

Das Postulat wurde mit 79 Ja- (SP, Grüne, AL, GLP) zu 37 Nein-Stimmen (FDP, SVP, EVP) an den Stadtrat zur Prüfung überwiesen. Die EVP hätte 1.50 Meter unterstützt. Mit 1.80 Meter sei jedoch ein «multifunktionales Instrument im Anzug, um Parkplätze abzubauen». (sda)

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