Schweiz
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Velos der Firma O-Bike aus Singapur in Zuerich am Montag, 14. August 2017. Die Zweiraeder lassen sich per Smartphone orten und ueber einen Scan entriegeln. Nach der Benutzung koennen sie ueberall abgestellt werden. In Zuerich umfasst die Flotte mittlerweile 900 Velos. (KEYSTONE/Walter Bieri)

In Zürich unübersehbar: 900 oBikes sind über das ganze Stadtgebiet verteilt anzutreffen. Bild: KEYSTONE

Bikesharing-Firma aus Singapur unter Druck – oBike zieht 400 Fahrräder aus Zürich ab



Sie sind in der Stadt nicht zu übersehen und sorgen für Gesprächsstoff: Die gelb-grauen Fahrräder, welche die Firma oBike aus Singapur diesen Sommer in der grössten Schweizer Stadt aufgestellt hat. Der Clou: Beim sogenannten Free-Floating-System stellen die Benutzer die Velos nach erfolgter Fahrt irgendwo ab – fixe Rückgabestationen gibt es nicht. Per App wird dem Benutzer angezeigt, wo sich das nächste freie oBike befindet.

Die Firma bittet ihre Benutzer, die Fahrräder nur dort stehen zu lassen, wo das Abstellen von Velos erlaubt ist. Doch weil die Fahrräder vielerorts Fussgängern im Weg stehen und an neuralgischen Punkten – etwa rund um Bahnhöfe – die eh schon knapp vorhandenen Veloabstellplätze belegen, sorgten die oBikes für Unmut. Die Stadt Zürich liess die Firma bisher unter der Auflage gewähren, dass an den einzelnen Stellplätzen nicht mehr als 10 Prozent der Plätze durch oBikes belegt sind.

In einem Interview mit der NZZ vom Dienstag erklärte der zuständige Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) jedoch, dass das Mass überschritten worden sei. Vor zwei Wochen hat oBike gemäss NZZ ihre Flotte in Zürich von 350 auf 900 Fahrräder vergrössert. Zu viel für Leutenegger: «Diese Erhöhung geht nicht», sagt er gegenüber der Zeitung. Er habe oBike deshalb nahegelegt, die Zahl der Velos auf 500 zu reduzieren.

Eine Liebeserklärung ans Zweirad von watson-Velogott Laurent Aeberli

Expansion in Bern, Basel und Luzern

Den Worten Leuteneggers lässt oBike Taten folgen: «oBike wird dieser Bitte selbstverständlich nachkommen», erklärt Ladina Moser, Öffentlichkeitsbeauftragte von oBike in der Schweiz, auf Anfrage von watson. Damit verschwinden 400 der gelb-grauen Drahtesel wieder aus Zürich.

An deren Anblick wird man sich schon bald auch in anderen Städten gewöhnen müssen. «oBike plant in verschiedene grössere Schweizer Städte wie Luzern, Bern, Basel oder Winterthur zu expandieren,» sagt Moser. Dazu führe man derzeit Verhandlungen. Ein konkreter Zeitplan liege noch nicht vor – dieser sei von den Resultaten der Verhandlungen abhängig. (cbe)

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Moelal 22.08.2017 19:59
    Highlight Highlight Ich weiß nicht was die Leute haben. Endlich gibts einen Anbieter, der flächendeckend und einfach Velos bereitstellt und alle schreien wieder herum... wieder einmal war der geschicktere schneller! Diese ewige Diskussion und Regellackerei! Der Neid? Die Konkurenz? Der Vergelich mit Mobility ist ein Witz
  • rundumeli 22.08.2017 19:51
    Highlight Highlight also in bern kommen, die nicht, weil die politiker dort "füdle" haben ... rot/grün ... tja !
  • äti 22.08.2017 18:35
    Highlight Highlight Das ist das erste Mal, wo ich höre, das Filippo Leutenegger irgendwie aktiv ist. Ich meine, nicht bloss verbal.
    • Töfflifahrer 23.08.2017 07:45
      Highlight Highlight Hallo, hat der nicht eigenhändig einen Sonnenschirm auf oder zugeklappt?
  • Pinhead 22.08.2017 17:58
    Highlight Highlight Die O-Bikes stehen überall, habe aber noch nie jemand damit fahren gesehen.
    • jjjj 22.08.2017 19:04
      Highlight Highlight Ich schon. Jeden Tag.
  • metall 22.08.2017 17:30
    Highlight Highlight Jetzt regt Euch ab wegen diesen Velos. Peinlich ist von allem das wieder Chinesen kommen müssen um Zürich zu zeigen wie man so was macht. Seit Jahren versucht die Stadt irgend so einen Mischhandel mit fixen Abstellplätzen und vor allem kompliziertem System abzuschliessen. Zudem stehen die zwar überall rum, fahren damit habe ich bis jetzt aber niemand gesehen. Also abwarten. - Zureich!
    • Citation Needed 22.08.2017 19:11
      Highlight Highlight Nun ja, für die öffentliche Hand gelten andere Regeln als für private Anbieter? Beim offiziellen Zürich-Projekt musste eine Ausschreibung gemacht werden und es gab einen Rekurs, der erst verhandelt werden musste. Klar macht Züri vieles überperfekt (oder gar nicht ;-)) statt einfach mal 'gut' anzusteuern. Aber einfach einen Haufen Billig-Göppel hinstellen und schauen, was passiert, das ist schon nicht so der Börner. Kommt dazu, dass man eh munkelt, oBikes wahres Geschäftsinteresse gelte den Kundendaten, nicht der Vermietung...
    • Pinhead 23.08.2017 08:44
      Highlight Highlight @Metall: O-Bike ist aus Singapur im Fall, nicht China.
  • Magnum 22.08.2017 16:48
    Highlight Highlight oBike ist wegen mindestens drei Punkten zu kritisieren:
    1. Die Firma nutzt knappen öffentlichen Raum, ohne dafür zu zahlen. Das geht so nicht. Mobility mietet schliesslich auch Parkplätze für die Flotte.
    2. Die Firma spricht sich in keiner Weise mit Planern in den Städten ab, sondern schafft Faits accomplis - was dreist ist und zu Komforteinbussen für Leute mit eigenem Velo führt (Stichwort: Mangel an Abstellplätzen).
    3. Schwere und schwergängige Eingang-Velos in Zürich: Nur für einen Teil des Stadtgebiets geeignet, auch für Trainierte.
    Fazit: Bin kein Fan von oBike.
    • Pinhead 23.08.2017 09:13
      Highlight Highlight @Magnum: es wird niemand gezwungen diese O-Bikes zu benutzen. Und kaum jemand wird mit einem O-Bike vom HB zum Zoo fahren, dafür gibt es das Tram.
  • sherpa 22.08.2017 15:55
    Highlight Highlight Nur 400 O-Bike sollen aus Zürich verschwinden, lachhaft was sich da Leutenegger ausgedacht hat. besser und glaubwürdiger wäre es gewesen, dies Drahtesel ganz aus der Stadt verschwinden zu lassen. Dass das machbar ist, haben schon andere bewiesen. Aber eben, er, der Leutenegger, will ja Stapi werden und irgendwie Liebkind zu allen sein.
    • Wilhelm Dingo 22.08.2017 17:08
      Highlight Highlight Warum verbannen?
    • sherpa 23.08.2017 09:23
      Highlight Highlight Ganz einfach, die Stadtzürcher bezahlen Steuern, welche u.a. auch für die zur Verfügungstellung des öffentlichen Raumes für das Abstellen der Velos aufgewendet werden. O-Bike bezahlt jedoch keinen Obulus an dieses Kosten, da dieses Unternehmen gem. eigenen Angaben kein Gewinn erzielen wird sondern vom Sponsoring lebt.
  • Chääschueche 22.08.2017 15:40
    Highlight Highlight Grundsätzlich eine tolle idee. Mit all ihren vor und nachteilen.


    • DerElch 22.08.2017 16:32
      Highlight Highlight Betonung liegt hier klar auf "Grundsätzlich". Das Unternehmen ist eine Datenkrake vom Übelsten. Sie trackt dich nicht nur während der Fahrt, sondern permanent.
      Das Unternehmen ist aber auch steuertechnisch fragwürdig. Da sie in der Schweiz keinen Gewinn erwirtschaften, wird genau gar nichts versteuert.
      Das Unternehmen setzt aber vorallem darauf, dass der öffentliche Raum wirtschaftlich bespielt werden darf. Jederzeit. Überall. Das ist wie wenn Mobility keine eigenen Parkplätze hätte, sondern einfach freie Plätze in der weissen Zone nutzen würde. Sehr problematisch.
    • Luzz 22.08.2017 18:47
      Highlight Highlight Also wie Mobility Catch-a-Car..? ;)
      Fairerweise muss man aber erwähnen dass hierbei wohl mit jeder erschlossenen Ortschaft Abmachungen getroffen wurden: es gibt extra Tabellen, in welchem Ort welche Parkfelder genutzt werden dürfen.
    • Citation Needed 22.08.2017 19:13
      Highlight Highlight Exakt. Der Datenkrake-Vorwurf ist nicht von der Hand zu weisen. Kann mir kaum vorstellen, dass man in einer Stadt wie ZH (Velostadt seit jeher..) mit Trash-Mietvelos das grosse Geld macht.
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