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Zürich

Zoo Zürich kassiert nach Affen-Tötung Strafanzeige von Peta

Eine Gruppe von Dschelada Affen im Zoo Zuerich, am Montag, 9. Maerz 2026 in Zuerich. Der Zoo Zuerich hat in der vergangenen Woche 10 Dscheladas unterschiedlichen Alters aus verschiedenen Haremsgruppen ...
Der Zoo Zürich hat mit der Tötung von zehn Dschelada-Affen teils heftige Reaktionen provoziert (Symbolbild).Bild: keystone

Zoo Zürich kassiert nach Affen-Tötung Strafanzeige von Peta

10.03.2026, 16:3010.03.2026, 16:30

Der Zoo Zürich hat mit der Tötung von zehn Dschelada-Affen teils heftige Reaktionen provoziert. Tierschutzorganisationen üben nun scharfe Kritik – und wollen den Zoodirektor anzeigen.

Nachdem der Zoo Zürich letzte Woche zehn Dscheladas unterschiedlichen Alters töten liess, liessen negative Reaktionen nicht lange auf sich warten. Die Tierschutzorganisation Peta Deutschland kündigte am Dienstag in einer Mitteilung gar eine Strafanzeige gegen Zoodirektor Severin Dressen an.

Was die Zooleitung als notwendiges «Artenmanagement» zur Stabilisierung des zu gross gewordenen Clans bezeichnete, sorgte bei Tierschützern teils für Entsetzen. Laut Zoodirektor Severin Dressen war die Massnahme nötig, da trotz intensiver Suche keine Abgabeplätze in anderen europäischen Zoos gefunden werden konnten und die Gruppendynamik im 48 Tiere starken Clan zunehmend instabil wurde.

Peta wirft dem Zoo vor, gesunde Tiere aus «reiner Willkür» getötet zu haben, nur weil sie keinen Platz mehr hatten. Für die Organisation ist das Vorgehen ein Armutszeugnis: Man dürfe Tiere nicht «produzieren», um sie später wie Abfall zu entsorgen. Peta fordert daher ein konsequentes Zuchtverbot, um den Nachschub an sogenannten «Überschuss-Tieren» zu stoppen.

Mehr Verhütung gefordert

Ähnlich äusserte sich die Artenschutzorganisation Pro Wildlife. Sie kritisierte, dass das Töten von Tieren im Zoo Zürich zur «gelebten Praxis» geworden sei. Pro Wildlife sieht darin ein systemisches Versagen der Zooplanung. Dass Tiere getötet werden, weil das System überlastet ist, sei aus Sicht des modernen Artenschutzes nicht akzeptabel.

Wie der Zoo bereits am Montag mitteilte, ist Verhütung Bestandteil des Artenmangements. Eine dauerhafte Unterbindung der Fortpflanzung durch Kastration oder hormonelle Verhütung sei jedoch keine alleinige Lösung, da das Aufziehen von Jungtieren für die hochsozialen Dscheladas ein «elementares Grundbedürfnis» darstelle. Würde man diesen natürlichen Prozess unterdrücken, ginge den Tieren ein wesentlicher Teil ihrer arttypischen Beschäftigung und ihres Sozialverhaltens verloren. (sda)

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81 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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EinfachJemand
10.03.2026 17:34registriert März 2019
Wieder einmal ein Sturm im Wasserglas und sogenannte Tierschützer wollen sich profilieren.
Ich glaube kaum, dass der Direktor das bestimmt, im Zoo gibt es ausgewiesene Spezialisten, die solche Entscheide nicht leichtfertig treffen.
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Susi1
10.03.2026 17:23registriert November 2023
Peta, sind das nicht die, die bei ihren verhassten Gegnern schon Jagdhütten angezündet und deren Familiengräber geschändet haben? Ich mag mich vage an Fälle in Österreich 🇦🇹 erinnern.
Also eine ganz seriöse Organisation, die es mit dem Recht ganz genau nimmt?
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Patrick M.
10.03.2026 18:46registriert März 2025
Man könnte die Tiere doch als Haustiere an die Leute von Peta und dergleichen geben. Da hätten alle viel Spass... Wenn die Gruppe zu gross wird in der Natur, was passiert? Dezimierung. Was im Zoo? Dezimierung. Also, Ball flach halten.
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