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So ist in der Schweiz das Leben in Corona-Quarantäne

Rund 20 Personen befinden sich wegen des Corona-Virus unter Quarantäne. So sieht ihr derzeitiges Leben aus.

Kari Kälin / ch media



Die Infektion mit dem Corona-Virus hat direkte Konsequenzen für Familienangehörige und Menschen, die in engem Kontakt der erkrankten Person standen: Für sie ordnen die Gesundheitsbehörden eine zweiwöchige Quarantäne an.

Wer aus einem Risikogebiet nach Hause zurückkehrt, wird unter Umständen ebenfalls in Quarantäne gesteckt. Derzeit trifft dies gemäss dem Bundesamt Gesundheit in der Schweiz auf rund 20 Personen zu.

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Wenn immer möglich, findet die eine Quarantäne in den eigenen vier Wänden statt. Doch wie muss man sich den Alltag im Ausnahmezustand vorstellen? Werden diese Personen hermetisch von der Aussenwelt abgeriegelt? Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte sagt:

«Quarantäne bedeutet nicht Gefängnis. Die betroffenen Personen sind nicht eingesperrt.»

Grundsätzlich müssen die Betroffenen daheim bleiben, um Ansteckungen zu vermeiden. Einkäufe dürfen sie zum Beispiel nicht selber erledigen.

Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri.

Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt. Bild: ch media/Werner Schelbert

Wer zum Beispiel etwas abgeschieden auf dem Land lebt, darf selbstverständlich vor dem eigenen Haus frische Luft schnuppern. Für Stadtbewohner wird das etwas komplizierter. «Die Behörden suchen aber nach Wegen, den Betroffenen dies zu ermöglichen», sagt Hauri.

Ohne Schutzmaske dürfen sie die eigenen vier Wände indes nicht verlassen. Diese Massnahme soll dafür sorgen, dass Menschen in Quarantäne niemanden durch Husten oder Niesen anstecken – falls doch jemand zu nahe kommt.

Selbstverständlich müssen sie auch mindestens zwei Meter Abstand zu den Mitmenschen wahren. Begrüssungsküsschen und Händeschütteln liegen nicht drin.

Im Kanton Zug fielen bis jetzt alle Tests auf das Corona-Virus negativ aus. Neun Personen konnten nach wenigen Tagen aus der Quarantäne entlassen werden. Bis am Donnerstag galt dieses Regime für vier Personen. «Die Betroffenen halten sich sehr gut an unsere Anweisungen», lobt Hauri.

Die Testresultate würden schnell vorliegen, sodass die Quarantäne in der Regel nach zwei Tagen ende. Sollte jemand die Zusammenarbeit verweigern, könnten die Gesundheitsbehörden gemäss dem Epidemiengesetz eine Busse aussprechen. Hauri sind aber keine Fälle bekannt, in denen sich Betroffene der Quarantäne widersetzt hätten.

Arbeitnehmer erhält weiterhin den Lohn

Wer wegen Quarantäne seinem Arbeitsplatz fern bleibt, erleidet keine finanziellen Einbussen. Der Arbeitnehmer kommt in diesem Fall seiner gesetzlichen Pflicht nach und erfüllt eine Anordnung der Behörden. Der Arbeitgeber ist zur Lohnfortzahlung verpflichtet, da es sich um ein unverschuldetes Fernbleiben handelt. Hat sich eine Firma gegen dieses Risiko versichert, springt die Taggeldversicherung ein. Die Angestellten müssen die ausgefallene Arbeitszeit nicht nachholen.

Dieser Arzt sagt dir, was jetzt in Sachen Coronavirus gilt

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    Alle Leser-Kommentare
  • Alathea 28.02.2020 10:06
    Highlight Highlight Wie ist das eigentlich geregelt bei Familienangehörigen/Mitbewohnern. Die müssten ja auch in Quarantäne oder nicht?
    • unknown_user 28.02.2020 10:35
      Highlight Highlight Ja, Personen im nahen Umfeld werden auch unter Quarantäne gestellt.
    • Shaha 28.02.2020 11:34
      Highlight Highlight Und wie werden die Familien-/ Haushaltsangehörigen geschützt, wenn bei einer einzelnen Person ein erhöhtes Risiko besteht? Es kann ja nicht sein, dass man in Kauf nimmt, dass die andern gleich mit angesteckt werden, wenn sie es vermutlich noch nicht sind.
    • Alathea 28.02.2020 11:34
      Highlight Highlight Danke für die Antwort 😄 hab ich mir fast gedacht, aber der eine Artikel gestern hat mich ein bisschem verwirrt.
  • Der Buchstabe I 28.02.2020 09:59
    Highlight Highlight Ich glaub ich bleibe Watson die nächsten Wpchen fern. Habe keinen Bock mehr auf dieses Corona-Theater hier.
  • Chili5000 28.02.2020 09:54
    Highlight Highlight Und wer kontrolliert ob sich die Personen in Quarantäne auch daran halten? Das ist doch ein Witz, keiner kontrolliert diese Personen, die können einfach die Wohnung verlassen und z. B. das ÖV benutzen und selbst einfkaufen gehen...
  • a-minoro 28.02.2020 08:47
    Highlight Highlight Bitte "Alles zum Coronavirus - weg damit!" Button auf der Website implementieren. Danke.
  • Alteresel 28.02.2020 08:12
    Highlight Highlight Wer da jetzt von einem medialen Hipe spricht, verharmlost ziemlich - oder hat heftig Angst. Letztes Jahr starben in derSchweiz 2500 Menschen an der Grippe. Die Letalität beim Coronavirus ist zehnmal höher, evt. auch mehr. Würde dann 25‘000 Tote bedeuten. Und ich glaube, es ist schon legal, wenn man nicht zu diesen gehören möchte, ganz ohne Hysterie.
    • Shaha 28.02.2020 11:36
      Highlight Highlight Und auch nicht zu den bis zu 20% Angesteckten mit ernshaften Komplikationen, insbesondere nicht, wenn das Gesundheitssystem bereits völlig überlastet ist.
  • Astrogator 28.02.2020 07:18
    Highlight Highlight Sorry, aber so wie die Quarantäne in der Schweiz umgesetzt wird kann man es auch gleich sein lassen.

    Wie gut sich die Masse an Regeln hält die nicht konsequent überwacht werden kann man täglich im Strassenverkehr beobachten.
  • Unicron 28.02.2020 06:52
    Highlight Highlight Lohnt sich das Thema wirklich so sehr dass sich diese mediale Panikmache lohnt?
    Wenn ihr das bei jeder Grippewelle machen würdet, würde vielleicht die Impfquote steigen.
    • Scaros_2 28.02.2020 06:59
      Highlight Highlight Im Zeitalter von Clickbait lohnt alles. - Leider!
    • Saraina 28.02.2020 07:34
      Highlight Highlight Bei jeder Grippewelle werden nicht Leute in Quarantäne gestellt, informiert nicht das BAG wie viele Spitalbetten mit Beatmungsgeräten zur Verfügung stehen, wird nicht die Fasnacht und der Engadiner abgesagt, steht überhaupt nicht zur Debatte, dass Angehörige von Erkrankten auch nicht mehr zur Arbeit erscheinen.
    • AdvocatusDiaboli 28.02.2020 07:41
      Highlight Highlight Ist für dich das was gerade in China bzw. in Italien passiert das Selbe wie "jede Grippewelle"?
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