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Der falsche Ryan Gosling (Ludwig Lehner) hält am Samstagabend die «Goldene Kamera» in der Hand. 
Der falsche Ryan Gosling (Ludwig Lehner) hält am Samstagabend die «Goldene Kamera» in der Hand. screenhsot: circushalligalli

#GoslingGate: Wie es zum grossen ZDF-Fail kam

Zwei Comedians haben das ZDF so richtig an der Nase herumgeführt. Nun haben sie erklärt, wie sie das gemacht haben. Hinter dem Prank steckte ein genialer Plan.
08.03.2017, 03:5208.03.2017, 15:12

Für viele ist es der beste Prank der Fernseh-Geschichte. Was die Comedians Joko und Klaas vergangenes Wochenende abzogen, versetzte ganz Fernseh-Deutschland in Aufruhr.

Was ist passiert? Das Moderatoren-Duo schaffte es, eine «Goldene Kamera» zu stibitzen. Und das live im TV. Dafür schleusten sie einen Doppelgänger von Hollywoodstar Ryan Gosling (Schauspieler bei La La Land) in die Sendung ein, der den Preis für den besten ausländischen Film entgegennahm.

Die Szene war an Kuriosität kaum zu überbieten, denn der ZDF-Moderator erkannte natürlich sofort, dass es sich beim Gast nicht um den echten Ryan Gosling handelte. Die Preisverleihung fand aber dennoch statt und der falsche Hollywoodstar verabschiedete sich mit der Trophäe. Eine Mega-Panne für das ZDF.

Ryan Goslings Doppelgänger schnappt sich die «Goldene Kamera».Video: streamable
Der echte Ryan Gosling. 
Der echte Ryan Gosling. Bild: Richard Shotwell/Invision/AP/Invision
Der falsche Ryan Gosling.
Der falsche Ryan Gosling.screenshot: circushalligalli

Seither rätselte ganz Deutschland, wie es die Comedians geschafft hatten, das ZDF derart an der Nase herumzuführen. Gestern Abend erklärten Joko und Klaas in ihrer Sendung «Circus HalliGalli» auf «Pro7», wie es zum Coup kam.

Und das ging so:

Für ihren Streich gründeten Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, so heissen die beiden mit richtigen Namen, extra eine eigene Booking-Agentur. Diese hiess «Conrad, Hertz & Gravemann». Wobei die Anfangsbuchstaben genau so gut für «Circus HalliGalli» hätten stehen können.

Im Namen der neuen Booking-Agentur verschickten Joko und Klaas ein Mail und fragten ZDF, ob nicht zufällig Interesse für einen Auftritt von Ryan Gosling vorhanden sei. Signiert wurde das Mail von einer gewissen Katharina Dolus. Dolus heisst auf Lateinisch so viel wie Betrug.

Allerdings würde Gosling nur dann auftreten, wenn er eine «Goldene Kamera» erhalten würde, lautete die Bedingung der Booking-Agentur. Für das ZDF offenbar kein Problem, sie kreierten einfach einen neuen Preis: «Bester Film International». 

Der Chef der Agentur stellte knallharte Forderungen. Alles damit man das Double vor dem grossen Auftritt nicht sehen konnte. Und so sahen diese aus: 

Ryan Gosling ...

  • ... geht nicht über den Roten Teppich.
  • ... sitzt nicht wie die anderen Preisträger in der ersten Reihe.
  • ... erhält kein Briefing durch den Moderator.
  • ... wird nicht angesprochen.
  • ... darf nicht durch Werbung angekündigt werden.
  • ... trifft erst kurz vor der Sendung ein.
  • ... nimmt seine eigene Maske mit.
  • ... nimmt den Preis entgegen und verschwindet sofort wieder.

Ein irrer Anforderungskatalog, doch das ZDF stimmte zu. Und die Agentur stellte noch eine weitere Bedingung. Gosling werde sein eigenes Kamera-Team mitbringen, dieses würde eine Doku über den «La-La-Land»-Star drehen.

Wichtig. Denn somit konnte der ganze Prank gefilmt werden. 

So erreichte am Samstagabend der falsche Ryan Gosling mit einer Entourage von rund 20 Personen und einem Kamerateam das Fernsehstudio. Dick eingepackt in eine Winterjacke mit Kapuze im Gesicht mogelte sich das Double durch den Backstage-Bereich.

Fake Ryan Gosling läuft mit Kapuze im Gesicht durch den Backstage-Bereich.
Fake Ryan Gosling läuft mit Kapuze im Gesicht durch den Backstage-Bereich.screenshot: circushalligalli

Immer schön bewacht und abgeschottet von seinen Mitarbeitern. Joko und Klaas verfolgten den Scherz live vor dem TV und hielten die Spannung kaum aus.

Joko und Klaas fiebern vor dem Fernseher mit.
Joko und Klaas fiebern vor dem Fernseher mit.screenshot: circushalligalli

Aber alles klappte – und plötzlich stand der falsche Ryan Gosling auf der grossen Bühne und schnappte sich vor einem Millionenpublikum die «Goldene Kamera». Wow. (cma)

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