In den Playoff-Viertelfinals ist Spektakel garantiert – wir sagen dir, wer Favorit ist
Die beste Zeit des Eishockeyjahres ist da: die Playoff-Zeit. Nachdem den Appetithäppchen Play-Ins zum Auftakt geht es mit den Viertelfinals los. Heute Freitag beginnen die Serien zwischen dem HC Davos und dem EV Zug sowie Fribourg-Gottéron und den SCRJ Lakers. Am Samstag stehen dann die ersten Spiele zwischen Genf-Servette und Lausanne sowie den ZSC Lions und Lugano an.
Vor dem ersten Bully analysieren wir die Stärkeverhältnisse in den jeweiligen Paarungen.
Davos – Zug
Direktduelle
- Zug – Davos 3:4nP
- Davos – Zug 5:1
- Zug – Davos 3:2nV
- Davos – Zug 4:1
Torproduktion
Klarer könnte die Angelegenheit kaum sein. Davos war die ganze Saison mit Abstand die torgefährlichste Mannschaft der Liga, Zug hingegen hatte oft Mühe mit seiner Offensivproduktion. Insgesamt erzielen die Bündner sowohl bei 5-gegen-5 wie auch in allen Situationen fast ein Tor mehr pro 60 Minuten als die Zentralschweizer.
Verteidigung
Die Verteidigung ist eine der wenigen Kategorien, in denen der HCD nicht an der Ligaspitze zu finden ist. Die Mannschaft von Josh Holden lässt Chancen für 2,21 Gegentore pro 60 Minuten 5-gegen-5-Hockey zu – das reicht fürs Mittelfeld der National League. Zug ist aber auch in dieser Kategorie noch etwas schwächer als sein Playoff-Gegner.
Spielkontrolle
Der HCD hat in dieser Saison nicht nur besser verteidigt, sondern auch deutlich mehr Chancen herausgespielt als die Zuger. Das hat zur Folge, dass Davos in seinen Partien zumeist mehr Spielanteile hat als der Gegner, was beim EVZ nicht der Fall ist. In den Direktduellen hatte dagegen Zug drei Mal mehr Chancen auf seiner Seite.
Das ist einigermassen erklärbar: Einerseits hat der HCD gerade zu Beginn der Saison oft Spiele gewonnen, bei denen der Gegner dominanter war. Andererseits spielen die sogenannten Score-Effects eine Rolle: Oft ging Davos in dieser Saison dank seiner Effizienz früh in Führung. In der Folge warfen die Gegner alles nach vorne, um das Spiel auszugleichen, und häuften so natürlich auch Expected Goals an. Punkt für beide.
Spielstil-Duell
Der HCD-Sturm ist ausgeglichen besetzt, sodass die Bündner variabel zu ihren Chancen kommen können. Besonders gut liegen ihnen Rush- und Forecheck-Szenarien. Letztere verteidigen Zug einigermassen ordentlich, aber wenn der Gegner mit Tempo kommt, dann hat die Verteidigung der Innerschweizer grosse Mühe. Zug kommt am ehesten zum Erfolg, wenn es sich über längere Zeit in der gegnerischen Zone installieren kann. Dort hat Davos in der Verteidigung am ehesten Schwächen. Allerdings ist die Diskrepanz zwischen den Davoser Stärken und den Zuger Schwächen deutlich grösser.
Goalies
Eigentlich sollte diese Kategorie eine klare Angelegenheit für den HC Davos sein. Sandro Aeschlimann und Luca Hollenstein bildeten eines der besten Goalie-Duos der Liga, Aeschlimann wurde bei den Roost Röthlisberger & watson Hockey-Awards gar als bester Torhüter der Liga ausgezeichnet. Doch Luca Hollensteins Saison ist nach einem Innenbandriss vorzeitig vorbei. Als Ersatz wurde der Finne Roope Taponen verpflichtet, der weder bei Ilves Tampere noch bei Kiekko-Espoo überzeugen konnte. Sollte er in den Playoffs zum Einsatz kommen müssen, könnte das für Davos desaströs enden.
So liegt nun die ganze Last auf den Schultern von Sandro Aeschlimann, genau wie in Zug die ganze Last von Leonardo Genoni getragen wird. Der siebenfache Schweizer Meister hat sich im Laufe der Saison immer mehr gesteigert, während seine Nummer 2 Tim Wolf nicht überzeugen konnte. Punkt für beide.
Special Teams
Im Unterzahlspiel bewegen sich beide Teams in ähnlichen Sphären, wobei Zug im Schnitt etwas mehr Strafen ohne Gegentor übersteht. Im Powerplay ist der Unterschied deutlich grösser. In dieser Kategorie war der HC Davos die ganze Saison das beste Team der Liga. Der EVZ mischt auch in der vorderen Ligahälfte mit, allerdings bei weitem nicht auf Davoser Niveau.
Trainer
Seine bisherigen Schweizer Meistertitel holte Josh Holden 2021 und 2022 als Assistenztrainer beim EV Zug. Letztes Jahr hat er mit dem Sweep im Viertelfinal bewiesen, dass er seinen ehemaligen Arbeitgeber mehr als im Griff hat, auch wenn dort mittlerweile weder Dan Tangnes noch Michael Liniger an der Bande steht, sondern der kanadisch-französische Doppelbürger Benoît Groulx. Nachdem Liniger Ende Januar entlassen wurde, schaffte es auch Groulx nicht wirklich, dem EVZ Konstanz einzuimpfen. Immerhin hat er es geschafft, dass die Zuger in der ersten Play-In-Runde gegen Rapperswil bereit waren.
Form
Aus den letzten sechs Spielen der Regular Season nach der Olympiapause resultierten für die Zuger nur zwei Siege. Das Hinspiel in den Play-Ins gegen Rapperswil gewannen sie dann überzeugend, sodass die knappe Niederlage im Rückspiel keine Rolle mehr spielte. Davos beendete die Regular Season mit fünf Siegen aus sechs Spielen, darunter waren überzeugende Auftritte gegen Meisterkandidaten wie Lausanne und die ZSC Lions. Die Frage wird sein, wie lange die Bündner brauchen, um nach elf Tagen ohne Spiel den Rost abzuschütteln.
Fazit
Erster gegen Achter – eigentlich keine Überraschung, dass Davos in dieser Viertelfinal-Affiche gemäss Statistiken deutlich zu favorisieren ist. Die Bündner sind torgefährlicher, verteidigen besser, haben einen starken Goalie und gegen Zug in dieser Saison drei von vier Direktduellen gewonnen. Der EVZ dagegen hat trotz einer auf dem Papier starken Mannschaft die PS viel zu selten aufs Eis gebracht.
Doch es ist gut möglich, dass die Serie am Ende knapper wird, als es diese Analyse jetzt vermuten lässt. Davos hatte in dieser Saison nie eine echte Krise zu überstehen. Wenn die Zuger besser in die Serie starten – was aufgrund der langen Pause beim HCD durchaus möglich ist – beginnen die Bündner vielleicht plötzlich etwas zu viel nachzudenken. Im Normalfall sollte sich die Klasse von Lukas Frick, Enzo Corvi, Filip Zadina oder Matej Stransky aber durchsetzen.
Fribourg – Rapperswil
Direktduelle
- Fribourg – Rapperswil 2:3
- Rapperswil – Fribourg 0:1nP
- Fribourg – Rapperswil 2:4
- Rapperswil – Fribourg 2:3
Torproduktion
Die Rapperswil-Jona Lakers waren in dieser Saison in der oberen Ligahälfte, was die Torproduktion angeht. Trotzdem können die St.Galler nicht ganz mit Fribourg-Gottéron mithalten, das diesbezüglich ein absolutes Spitzenteam ist.
Verteidigung
In der Verteidigung ist die Angelegenheit deutlich klarer. Nur das abgeschlagene Ligaschlusslicht Ajoie liess pro 60 Minuten 5-gegen-5-Eishockey noch mehr gegnerische Chancen zu als Rapperswil. Fribourg dagegen hat sich unter dem neuen Trainer Roger Rönnberg weiterhin als eines der besten Defensiv-Teams der Liga präsentiert. Nur die ZSC Lions und Servette liessen in dieser Saison noch weniger gegnerische Chancen zu.
Spielkontrolle
Angesichts der schwachen Lakers-Verteidigung überrascht es nicht, dass auch dieser Punkt an Fribourg-Gottéron geht. Allerdings müssen wir betonen, wie dominant die Drachen in dieser Sparte sind. Durchschnittlich hat Gottéron in seinen Spielen ein Chancenplus von 57,1 Prozent – das ist überragend und Bestwert der ganzen Liga. In den Direktduellen hatte Fribourg in drei von vier Partien deutlich mehr Spielanteile.
Spielstil-Duell
Wenn die SCRJ Lakers Fribourg irgendwie Kopfschmerzen bereiten können, dann mit aggressivem Forechecking. In diesen Situationen ist die Gottéron-Verteidigung aussergewöhnlich anfällig. Die Mannschaft von Roger Rönnberg stellt seinerseits die gefährlichste Rush- und Possession-Offensive der Liga – gegen beide Mittel hat Rapperswils Verteidigung in dieser Saison kaum eine Lösung gefunden.
Goalies
Bei den Roost Röthlisberger & watson Hockey-Awards wurde Sandro Aeschlimann als bester Torhüter der Liga ausgezeichnet. In der Umfrage der Trainer und Captains der Liga fiel die Wahl dagegen auf Reto Berra. Man hätte aber durchaus für Melvin Nyffeler argumentieren können. Der 32-Jährige spielt bei den Lakers eine sehr konstante Saison. Er bewahrte sein Team vor mehr Gegentoren, als das bei Berra der Fall war, obwohl dieser in deutlich mehr Spielen zum Einsatz kam. Zudem ist Rapperswils Goalie-Duo im Gesamtpaket deutlich besser als jenes von Fribourg. Loïc Galley war in dieser Saison keine verlässliche Nummer 2, Ivars Punnenovs dagegen eine sehr gute.
Special Teams
Die Special Teams sind eine klare Sache. Fribourg hat ein sehr gutes Powerplay (Platz 3 in der National League) und das beste Unterzahlspiel der Liga. Da können die Lakers, die in beiden Kategorien unterdurchschnittlich sind, nicht mithalten.
Trainer
Auf beiden Seiten stehen schwedische Trainer, die sich bestens kennen. Johan Lundskog amtete von 2016 bis 2019 als Assistent von Roger Rönnberg beim schwedischen Spitzenteam Frölunda. In dieser Zeit gewann das Duo zwei Mal die Champions Hockey League und einmal den schwedischen Meistertitel. Ohne Rönnberg hat Lundskog bislang nichts gewonnen. Der aktuelle Fribourg-Trainer hat seinerseits noch zwei zusätzliche Champions-League-Siege, einen schwedischen Meistertitel, drei WM-Medaillen (Silber und zwei Mal Bronze) und zwei Mal U20-Edelmetall (Gold und Silber) im Palmarès.
Form
Gottéron gewann im Schlussspurt nach der Olympiapause vier seiner fünf Spiele – unter anderem das letzte Direktduell gegen die Lakers. Allerdings waren auch die Rapperswiler zum Ende der Regular Season in bestechender Form, hatten in sechs Spielen nur diese eine Niederlage gegen den HCFG zu beklagen. Im Hinspiel der Play-In-Runde gegen Zug folgte der Dämpfer mit einer unnötigen 2:5-Niederlage. Danach holten die St.Galler mit einem knappen Heimsieg im Rückspiel und zwei Vollerfolgen in der zweiten Runde gegen Bern wieder Schwung. Die Lakers sind bereits voll im Playoff-Modus, während Fribourg möglicherweise etwas Rost in den Knochen hat. Dafür sind die Drachen für eine allfällige längere Serie besser ausgeruht. Punkt für beide.
Fazit
Viel spricht in dieser Serie eigentlich nicht für die Lakers. Fribourg ist gefährlicher, verteidigt viel besser und hat die stärkeren Special Teams. Wenn Rapperswil im Playoff-Viertelfinal überraschen will, braucht es neben einem starken Melvin Nyffeler wohl auch eine defensive Steigerung und Disziplin. Wie Zug gegen Davos müssten die St.Galler wohl gleich im ersten Spiel das Break schaffen, um den Druck auf die Fribourger zu erhöhen.
Das ganze Programm von TV24, 3+ und oneplus findest du hier.
Servette – Lausanne
Direktduelle
- Lausanne – Servette 11:0
- Servette – Lausanne 5:3
- Servette – Lausanne 7:3
- Lausanne – Servette 0:3
Torproduktion
Servette war in dieser Saison bei 5-gegen-5 nach dem HC Davos die torgefährlichste Mannschaft der Liga. Die Genfer schossen dort 2,69 Tore pro 60 Minuten, womit sie gegenüber Erzrivale Lausanne deutlich die Nase vorn haben (2,40 Tore/60). Auch über alle Spielsituationen gesehen, erzielt Servette mehr Tore.
Verteidigung
Lausanne hatte in dieser Saison eine gute Verteidigung. 2,2 zugelassene Expected Goals pro 60 Minuten reichen in der National League für Platz 6 und damit die obere Tabellenhälfte. Nur: Servette war auch in dieser Kategorie noch besser. Die Genfer stellten hinter den ZSC Lions die zweitbeste Verteidigung der Liga.
Spielkontrolle
Nun wissen wir also, dass Servette mehr Tore schiesst und besser verteidigt als Lausanne. Und die Tore kommen nicht einfach so zustande, die Genfer erspielen sich auch viele Chancen. In ihren Spielen haben sie ein durchschnittliches Chancenplus von 55,09 Prozent. Lausanne hat dagegen nur 51,95 Prozent der Chancen auf der eigenen Seite. In den Direktduellen hatten aber die Waadtländer drei von vier Mal mehr Tormöglichkeiten als Servette. Punkt für beide.
Spielstil-Duell
Servette ist dann besonders gefährlich, wenn seine Spieler sich in der offensiven Zone über längere Zeit installieren können. Einzig Fribourg sorgt in diesen Situationen für noch mehr Torgefahr. Und genau diese Szenarien sind jene, mit denen Lausannes Verteidigung in dieser Saison die grössten Probleme hat. Auf der anderen Seite ist Lausanne nach Forecheck-Situationen die gefährlichste Mannschaft der Liga, Genf verteidigt diese aber in den meisten Fällen mühelos.
Goalies
Stéphane Charlin erlebte nach seinem Wechsel von Langnau nach Genf einen schwachen Saisonstart. Im Laufe der Saison konnte sich der 25-Jährige steigern und blieb dann auf gutem Niveau stabil. Servettes Problem steht erst zwischen den Pfosten, wenn Charlin nicht spielen kann: Robert Mayer ist weit entfernt von der Form, in der er die Genfer 2023 zum Titel hexte. Bei Lausanne bewegen sich Connor Hughes und Kevin Pasche auf ähnlichem Niveau wie Charlin, allerdings beide deutlich besser als Mayer.
Special Teams
Machen wir es nicht unnötig kompliziert: Lausanne hatte in dieser Saison das etwas bessere Powerplay, Servette hatte das etwas bessere Unterzahlspiel. Punkt für beide.
Trainer
Ville Peltonen gewann mit Bern als Assistenztrainer von Kari Jalonen bereits einen Meistertitel. Doch nun ist die Ausgangslage eine andere: Der Finne übernahm Servette bereits im Oktober, nachdem der völlig überforderte Yorick Treille entlassen worden war. Peltonen hat die Genfer in ruhigere Gewässer geführt. Bereits jetzt ist aber klar, dass er den Job im Sommer an den Schweden Sam Hallam abgeben muss – womöglich gibt ihm das die nötige Portion Trotz für Erfolg in den Playoffs.
Auf der anderen Seite steht aber ein Trainer, der schon bewiesen hat, dass er als Cheftrainer in den Playoffs gewinnen kann. Geoff Ward hat Lausanne zuletzt zwei Mal in Serie in den Final geführt. Nun soll endlich die Krönung folgen.
Form
Mit einem starken Schlussspurt nach der Olympiapause hat Servette sich den 3. Platz souverän gesichert. Die Genfer gewannen fünf der letzten sechs Spiele. Etwas anders sah das bei Lausanne aus. Die Waadtländer verspielten mit vier Niederlagen in den letzten sechs Spielen den Heimvorteil und unterlagen in der letzten Runde vor den Playoffs sogar dem abgeschlagenen Schlusslicht Ajoie.
Fazit
Lausanne verpasste Servette am 16. September 2025 womöglich die peinlichste Niederlage der Vereinsgeschichte: ein unfassbares 11:0. Dieses Spiel war der Anfang vom Ende von Yorick Treille und der Start in eine neue Genfer Ära. Seither hat Servette nicht nur alle drei restlichen Duelle mit Lausanne, sondern auch sonst viele Spiele gewonnen. Die «finnische Mafia» (Markus Granlund, Jesse Puljujärvi, Sakari Manninen und Vili Saarijärvi) ist furchteinflössend talentiert.
Die Frage wird sein, was bei Servette nachkommt, falls es Lausanne gelingt, die Ausländer zu neutralisieren. Vincent Praplan ist der beste Schweizer Stürmer mit 18 Punkten (6 Tore, 12 Assists) in 52 Spielen – das ist erschreckend schwach. Das oberste Ziel für die Waadtländer muss es deshalb sein, Granlund und Co. unter die Haut zu gehen und sie auf dem Eis mit nervigen Nebensächlichkeiten zu beschäftigen. Nur dann hat Lausanne im Derby-Viertelfinal eine Chance.
ZSC – Lugano
Direktduelle
- ZSC – Lugano 5:1
- Lugano – ZSC 5:1
- ZSC – Lugano 5:3
- Lugano – ZSC 1:4
Torproduktion
Beide Klubs bewegen sich in ähnlichen Sphären, was die offensive Ausbeute angeht. Lugano schiesst sowohl bei 5-gegen-5 wie auch in allen Situationen minimal mehr Tore als die Zürcher. Aber Obacht: In den Direktduellen hatten die Lions oft keine Mühe, Tore zu schiessen.
Verteidigung
An der Verteidigung der ZSC Lions gab es in dieser Saison kaum ein Vorbeikommen. Sie liessen pro 60 Minuten 5-gegen-5-Eishockey nur Chancen für 1,94 Gegentore zu – das ist Ligabestwert. Der HC Lugano stellt ebenfalls eine sehr stabile Verteidigung (2,10 Expected Goals Against pro 60 Minuten), kann mit dem ZSC aber nicht ganz mithalten.
Spielkontrolle
Die Offensive der beiden Teams kreiert bei 5-gegen-5 ungefähr gleich viele Chancen (2,54 Expected Goals beim ZSC gegenüber 2,53 Expected Goals bei Lugano). Wie wir wissen, verteidigen die Zürcher etwas besser als die Tessiner, weshalb sie in ihren Partien durchschnittlich etwas mehr vom Spiel haben. In den Direktduellen war die Lage aber ausgeglichen: Beide Teams hatten je zwei Mal das Chancenplus auf der eigenen Seite. Punkt für beide.
Spielstil-Duell
Was auffallend ist: Die ZSC Lions und der HC Lugano pflegen einen einigermassen ähnlichen Spielstil. Beide Teams spielen den grössten Teil ihrer Chancen über Rush-Angriffe heraus, beide können aber auch über längeren Scheibenbesitz gefährlich werden. Sowohl die Zürcher als auch die Tessiner setzen nicht besonders häufig auf aggressives Forechecking. Da beide Mannschaften Forechecking- und Possession-Situationen sehr gut verteidigen, wird der Sieger dieser Serie wohl über das Rush-Duell entschieden. Da die Lions diese in dieser Saison bislang besser verteidigt haben, erhalten sie diesen Punkt.
Goalies
Simon Hrubec gilt als einer der besten Torhüter Europas. Auch in dieser Saison war der ZSC-Keeper wieder ein mehr als verlässlicher Rückhalt. Bei Lugano zeigte Niklas Schlegel aber fast noch bessere Leistungen. Seine Steigerung im Vergleich zur Vorsaison war einer der Hauptgründe für die Steigerung Luganos in diesem Jahr. Zudem hat der HCL mit Joren van Pottelberghe eine verlässlichere Nummer 2 als die Lions mit Robin Zumbühl. Zumal van Pottelberghe in der Rolle als Playoff-Nummer-2 brillierte und mit Biel bis in den Final vorstiess.
Special Teams
Bezüglich Abwehrquote in Unterzahl bewegen sich die Lions und Lugano quasi auf Augenhöhe. Im Powerplay waren die Zürcher in dieser Saison aber ein gutes Stück erfolgreicher. Was den Tessinern besonders Sorgen machen sollte: Je länger die Regular Season dauerte, desto weniger Tore schossen sie in Überzahl.
Trainer
Wie gut ist Marco Bayer als Trainer wirklich? Die watson-Userschaft ist hin- und hergerissen. Ein Teil glaubt, er ist schuld, dass die talentierte Lions-Mannschaft nur auf Rang 4 gelandet ist. Ein anderer glaubt, der Zürcher habe seine Jungs trotz doppeltem Meister-Blues auf Rang 4 geführt. Eine Antwort werden uns möglicherweise diese Playoffs liefern. Auf der anderen Seite steht Tomas Mitell. Der schwedische Meistercoach mit Färjestad hat die Tessiner nach der letzten Saison im Tabellenkeller übernommen und wieder in die Spitzengruppe geführt. Punkt für beide.
Form
Die ZSC Lions gewannen nach der Olympiapause vier der abschliessenden sechs Spiele – unter anderem auch das letzte Direktduell mit Viertelfinal-Gegner Lugano. Die Tessiner fuhren Ende Februar und Anfang März nur noch zwei Siege ein – darunter ein wenig überzeugendes 1:0 auswärts bei Ajoie.
Fazit
Beide Teams bewegen sich in vielen Bereichen auf Augenhöhe. Der HC Lugano war in dieser Saison etwas effizienter und schoss ein paar Tore mehr als die ZSC Lions. Dafür hatten die Zürcher die bessere Verteidigung. Zwei Faktoren dürften in dieser Viertelfinalserie entscheidend sein: wer das Rush-Game des Gegners besser unterbrechen kann und ob Lugano-Goalie Niklas Schlegel an die guten Leistungen aus der Qualifikation anknüpfen kann.
