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Roost Röthlisberger & watson Hockey-Awards – das sind die Gewinner

Die 2. Roost Röthlisberger & watson Hockey-Awards – der MVP überrascht
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Die 2. Roost Röthlisberger & watson Hockey-Awards – der MVP überrascht

Wer war eigentlich der beste Spieler in dieser Saison? Wer war der beste Passer und der gefährlichste Schütze? Welcher Torhüter stahl den Gegnern die meisten Tore? Wir sagen es dir.
12.03.2026, 08:5912.03.2026, 10:53

Die NHL hat der National League nicht nur sportlich einiges voraus. Auch wenn es darum geht, die Leistungen der Spieler und Mannschaften zu würdigen, macht der besten Eishockeyliga der Welt niemand etwas vor. Die National League verteilt selbst keine Awards, sondern ist immer noch Teil der Swiss Ice Hockey Night im August, wo jeweils die wertvollsten Spieler aus der Regular Season und den Playoffs sowie der beste Torhüter und der beste Youngster der National League gekürt werden.

Das wollten wir ändern. Gemeinsam mit dem «Roost/Röthlisberger – Hockey-Talk» kürt watson nun schon zum zweiten Mal nicht nur die besten Spieler, sondern noch vieles mehr. Bester Torhüter? Haben wir. Bester Verteidiger? Ebenfalls. Bester Passer? Bester Puck-Eroberer? Findest du hier auch raus.

Und dabei geben wir nicht einfach nur unsere Meinung ab. Nein, wir halten uns an die Fakten. Gemeinsam mit 49ing, dem Analytics-Unternehmen von Andreas und Michael Hänni, wurden die Gewinner in allen Kategorien ausschliesslich mit Blick auf die Statistiken des neuen T-Rex-Modells und andere Werte bestimmt. Eine detaillierte Erklärung dazu findest du am Ende des Artikels. Und wenn du wissen willst, was watson-Eismeister Klaus Zaugg, Thomas Roost, Mättu Röthlisberger und ich von den Gewinnern halten, dann musst du dir die neuste Folge des «Roost/Röthlisberger – Hockey-Talk» anhören.

MVP Christoph Bertschy

Eigentlich dürften viele als wertvollsten Spieler der Liga den Davoser Captain Matej Stransky auf der Rechnung gehabt haben. Der Tscheche gewann zuletzt auch die Wahl der Trainer und Spieler der National League. Rein auf die Analytics gestützt war der beste Spieler in der Regular Season aber Christoph Bertschy von Fribourg-Gottéron.

«Er ist ein sehr kompletter Spieler, der schon in jungen Jahren sehr dominant war und dieses Level halten konnte», erklärt Andreas Hänni. Er zeige seine Klasse in der Offensive genauso wie in der eigenen Zone. Bertschy folgt damit auf Denis Malgin, der letzte Saison zum MVP ausgezeichnet wurde.

Video: watson

Bester Stürmer und bester Passer Christoph Bertschy

Wenn der MVP ein Stürmer ist, so erhält er logischerweise auch die Auszeichnung zum besten Stürmer der Liga. Bertschy erhält aber auch noch eine andere Auszeichnung, jene zum besten Passer der Liga. «Dabei reden wir nicht von einfachen Pässen in der eigenen Zone, sondern von Aufbaupässen und Pässen, die Torchancen kreieren», sagt Andreas Hänni. Als besten Passer löst Bertschy den Lakers-Verteidiger Emil Djuse ab.

Bester Verteidiger Anttoni Honka

Der beste Verteidiger dieser Saison steht beim Schlusslicht unter Vertrag. Anttoni Honka verstärkt seit dieser Spielzeit den HC Ajoie und der Finne war tatsächlich auch eine echte Verstärkung. «Er war offensiv sicherlich besser als in der Defensive, aber insgesamt ist er sehr versatil», erklärt Andreas Hänni. Honka folgt auf Lukas Frick, der letzte Saison noch im Dress von Lausanne diese Auszeichnung erhielt.

Video: ch media

Bester Goalie Sandro Aeschlimann

Letztes Jahr war Stéphane Charlin überlegen der beste Torhüter der Liga. Dieses Jahr war es etwas ausgeglichener, aber Sandro Aeschlimann vom HC Davos konnte sich durchsetzen. Bestimmt wurde das durch die Goals Saved Above Expected – also wie viele Tore Aeschlimann aufgrund der zugelassenen Chancen hätte kassieren müssen und wie viele er tatsächlich kassiert hat. Damit die Torhüter vergleichbar sind, normiert 49ing die Daten pro 100 Expected Goals und schaut dann, wie viele Tore mehr oder weniger als diese 100 Gegentore der Goalie kassiert hat.

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Bester Defensiv-Stürmer Giovanni Morini

Mit 31 Jahren gewinnt auch Giovanni Morini noch eine persönliche Auszeichnung. Der Italiener in Diensten des HC Lugano ist der beste Defensiv-Stürmer dieser Saison. Eine Auszeichnung die passt, für den Chrampfer in den hinteren Linien. Morini ist keiner, der sich blind in jeden Puck wirft und jede Menge Schüsse blockt; stattdessen unterbindet er Pässe und verhindert mit seiner Spielintelligenz gegnerische Torchancen. Der 31-Jährige folgt auf Ajoies Pierre-Edouard Bellemare.

Bester U23-Stürmer Attilio Biasca

Den vielleicht grössten Fehler des letzten Jahres hat der EV Zug begangen, als er Attilio Biasca nach Fribourg abwandern liess. Denn in dieser Saison hatte der Gottéron-Stürmer seinen grossen Durchbruch, konnte seine Punkteausbeute mehr als verdoppeln (von 10 Punkten in 42 Spielen zu 27 Punkten in 45 Spielen). Gleichzeitig ist der 23-Jährige mit seiner Physis auch extrem zweikampfstark.

Video: ch media

Grösste Torgefahr und bester Schütze Attilio Biasca

Biasca holt aber nicht nur den Sieg in der «geschützten» U23-Kategorie, sondern setzt sich in Sachen Torgefahr gegen die ganze Liga durch. Kein anderer Stürmer kreierte relativ zu seiner Einsatzzeit mehr Torgefahr (Expected Goals), wobei es in dieser Statistik vor allem darum geht, ob sich der Spieler in gute Abschlusspositionen bringt. Bei der Kategorie des besten Schützen geht es dann darum, was der Spieler aus den Abschlusspositionen macht: Bringt er die Schüsse nicht nur aufs Tor, sondern auch am Verteidiger und Torhüter vorbei? Keinem anderen Spieler gelang das in dieser Saison besser als Biasca. Der bald 23-Jährige kann mit seinem Schuss auch aus scheinbar ungünstigen Positionen treffen und löst in beiden Kategorien HCD-Stürmer Filip Zadina ab.

Bester U23-Verteidiger Rodwin Dionicio

Ein weiteres grosses Talent in der National League ist Biel-Verteidiger Rodwin Dionicio. Wie Biasca konnte auch er in dieser Saison seinen Durchbruch feiern. 27 Skorerpunkte in 49 Spielen sind für einen 21-jährigen Verteidiger bemerkenswert. «Ein wandelndes Highlight-Reel», sagt Andreas Hänni. Gleichzeitig schaffe es Dionicio aber, das Gleichgewicht zwischen offensivem Spektakel und defensiver Stabilität zu halten.

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Bester U23-Goalie Antoine Keller

Eine schwierigere Situation kann es für einen Goalie kaum geben, als beim abgeschlagenen National-League-Schlusslicht Ajoie zwischen den Pfosten zu stehen. Antoine Keller war der vierte Goalie, der sich bei den Jurassiern versuchte und es schaffte, für eine gewisse Stabilität zu sorgen. Ehrlicherweise muss man auch sagen, dass der Nachfolger von Kevin Pasche kaum Konkurrenz hatte, die die nötigen Anforderungen erfüllte. U23-Goalies, die regelmässig in der National League zum Einsatz kommen, sind rar.

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Erklärung der Methodik

49ing hat ein neues Modell erstellt, um den Einfluss eines Spielers auf das Spiel zu bestimmen, das sich nicht mehr einzig auf Expected Goals beruft. Expected Goals sind praktisch, um Torgefahr zu evaluieren, doch braucht es dafür eben immer einen Torschuss. Im Modell T-Rex von 49ing kann man den offensiven und defensiven Einfluss eines Spielers auch mit Aktionen messen, die nicht in einem versuchten Torschuss enden.

Was wird bei T-Rex gemessen?

Bei T-Rex geht es um Potenzial. Mit dem Modell kann die Frage beantwortet werden, wie viel offensives Potenzial ein Spieler kreiert und wie sehr er es schafft, gegnerisches offensives Potenzial zu verhindern.

Was ist offensives Potenzial?

Das klingt erst mal sehr abstrakt, aber ist eigentlich logisch. Was ist offensives Potenzial? Natürlich ein Schuss aufs Tor oder ein Pass, der ankommt. Aber auch noch viel mehr. Diese Aktionen fliessen in die offensive Bewertung eines Spielers ein.

Positive Aktionen:

  • Schuss aufs Tor.
  • Erfolgreicher Pass zum Mitspieler.
  • Erfolgreiche Passannahme.
  • Gewonnener Zweikampf/Puckeroberung.
  • Läufe mit Scheibenbesitz (Puck Carries). Dazu gehören auch Zone Exits und Zone Entrys, also das Verlassen der eigenen oder Betreten der gegnerischen Zone im Scheibenbesitz.
  • Rückeroberung des Pucks nach einem Schuss.
  • Rückeroberung des Pucks nach einem Pass.
  • Rückeroberung des Pucks nach einem Bully.
  • Rückeroberung des Pucks nach einem Chip/Rim. Also, wenn die Scheibe einfach mal aus der eigenen oder in die gegnerische Zone spediert wird.

Negative Aktionen:

  • Schuss neben das Tor.
  • Schuss, der geblockt wird.
  • Pass, der nicht ankommt.
  • Chip/Rim.
  • Puckverlust.

Wie kann ein Spieler gegnerisches Potenzial verhindern?

T-Rex kann auch benutzt werden, um den defensiven Einfluss eines Spielers zu bewerten. Dabei geht es um Aktionen, die gegnerisches Offensiv-Potenzial verhindern. Diese Aktionen (vorwiegend in der defensiven Zone) fliessen in die defensive Bewertung eines Spielers ein.

Positive Aktionen:

  • Gewonnener Zweikampf/Puckeroberung.
  • Rückeroberung des Pucks nach einem Schuss.
  • Rückeroberung des Pucks nach einem Chip/Rim.
  • Geblockter Schuss.

Negative Aktionen:

  • Puckverlust.
  • Pass, der nicht ankommt.
  • Chips/Rims aus der eigenen Zone.

Was passiert dann mit den Daten?

49ing analysiert und quantifiziert diese Aktionen. Eine Puckeroberung in der offensiven Zone produziert beispielsweise natürlich mehr offensives Potenzial als eine Puckeroberung am Mittelpunkt.

Positive Aktionen werden summiert, negative Aktionen wieder abgezogen. Um einen fairen Vergleich zu ermöglichen, werden die Daten nur in 5-gegen-5-Situationen erfasst und pro 60 Minuten Eiszeit normiert. Schliesslich hat ein Spieler mit 18 Minuten Eiszeit pro Spiel mehr Möglichkeiten, für positive Aktionen zu sorgen als ein Spieler, der nur 10 Minuten pro Spiel auf dem Eis steht. Am Ende können so die besten Spieler in diversen Kategorien gekürt werden.

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