Sport
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Switzerland's head coach Vladimir Petkovic, left, cheers with Switzerland's midfielder Xherdan Shaqiri, right, during a training session of the Switzerland's national soccer team at the Torpedo Stadium, in Togliatti, Russia, Thursday, June 14, 2018. The Swiss team is in Russia for the FIFA World Cup 2018 taking place from 14 June until 15 July 2018. Team Switzerland is based in Togliatti in the Samara district. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Haben sich versöhnt: Vladimir Petkovic und Xherdan Shaqiri. Bild: KEYSTONE

Analyse

Das musst du zum Frieden zwischen Shaqiri und Petkovic wissen

Xherdan Shaqiri hat sich mit Nationaltrainer Vladimir Petkovic versöhnt – was aber bleibt nach dem Zwist? Und welche Auswirkungen hat das belastete Verhältnis auf die Zukunft? Eine Analyse in vier Fragen und Antworten.

Etienne Wuillemin / ch media



Xherdan Shaqiri kehrt ins Nationalteam zurück – ist das eine gute Nachricht?

Die Meldung des Schweizer Fussballverbands kommt am Donnerstag kurz vor 14 Uhr. «Xherdan Shaqiri steht dem A-Nationalteam wieder zur Verfügung», lautet der Titel. Das tönt gut. Und noch besser ist Shaqiris Eingeständnis, dass sein Verhalten und die dadurch entstandene Unruhe «weder beabsichtigt noch zielführend» war. Im September verzichtete Shaqiri darauf, dem Aufgebot von Nationaltrainer Vladimir Petkovic für die EM-Qualifikationsspiele gegen Irland und Gibraltar Folge zu leisten. Obschon er nicht verletzt war. Begründung: Er fühle sich mental nicht fit, der Nati zu helfen.

Gleichzeitig sprach Petkovic so offen wie noch nie über sein Verhältnis mit Shaqiri. «Es könnte besser sein», sagte der Trainer, «jeder muss künftig auf den anderen zugehen.» Petkovics entwaffnende Aussage war der Beleg dafür, was Beobachter rund um das Nationalteam längst wussten: Der Trainer und sein Schlüsselspieler respektieren einander höchstens, die Beziehung ist aber ziemlich belastet. Dass nun am Mittwoch in Liverpool ein zweistündiges Gespräch stattgefunden hat, ist löblich. Es ist richtig, dass Petkovic auf Shaqiri zugeht. Und es ist wichtig, dass Shaqiri sich zu einem Bekenntnis für die Nati durchgerungen hat. Umso mehr, als dass er derzeit an der Wade verletzt ist – und darum auch in der kommenden Woche nicht beim Nationalteam sein kann. Shaqiris «Ja!» und seine Einsicht, viel Wirbel ausgelöst zu haben, sind gleichwohl die Basis für eine funktionierende Zusammenarbeit in Zukunft.

Was bleibt hängen von Petkovics Beziehungsproblem mit Shaqiri?

Ein bisschen wirkt die Geschichte so, als würde ein Krug, der zerbrochen ist, zusammengeklebt, in der Hoffnung, er halte wieder wie zuvor und für immer. So einfach ist es natürlich nicht. Und darum bleibt die Gefahr bestehen, dass Shaqiri erst dann wieder mit vollem Herzen für die Schweiz spielt, wenn der Trainer nicht mehr Petkovic heisst. Offiziell sagt Shaqiri, dass seine Absage nicht mit fehlender Wertschätzung – beispielsweise in der Captain-Frage – zu tun habe. Trotzdem ist Fakt, dass er sich über seine zu wenig einflussreiche Rolle beklagt hat.

epa07637027 Switzerland's midfielder Xherdan Shaqiri during the UEFA Nations League third place soccer match between Switzerland and England in Guimaraes, Portugal, 09 June 2019.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Daumen hoch: Xherdan Shaqiri ist wieder voll in der Nati dabei. Wenn er denn nicht mehr verletzt ist. Bild: EPA/KEYSTONE

Solche Vorwürfe lassen sich nicht mit einem einzigen Gespräch aus der Welt schaffen. Die Hoffnung ist, dass sich sowohl Shaqiri wie auch Petkovic eingestehen, für den Erfolg aufeinander angewiesen zu sein. Und dass Shaqiri auch von den Teamkollegen weiter getragen wird.

Wie sieht Shaqiris sportliche Situation aus und welche Auswirkungen hat sie auf die EM 2020?

Viel schlechter könnte die sportliche Situation kaum sein. In Liverpool ist er nicht einmal mehr Ergänzungsspieler. Ganze 25 Minuten ist er diese Saison zum Einsatz gekommen – verteilt auf vier Spiele. Nun ist Shaqiri wieder einmal verletzt. Die Wade hatte ihm schon in der Saisonvorbereitung Probleme bereitet. Das bedeutet: Er wird auch in den nächsten Wochen kaum spielen.

A fan shows a banner with the player Xherdan Shaqiri, during a friendly soccer match between Liverpool FC and French Olympique Lyonnais at the Stade de Geneve stadium, in Geneva, Switzerland, Wednesday, July 31, 2019. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Nicht nur er hätte es gerne, wenn Shaqiri öfter spielen würde. Bild: KEYSTONE

Die Zeichen mehren sich, dass Shaqiris Liaison mit einem Weltklub erneut im Drama endet – wie damals schon bei Bayern München. Ein Wechsel im Januar wäre folgerichtig. Jedoch bleibt die Frage, ob Shaqiri bereit ist, den gut dotierten Vertrag in Liverpool aufzulösen – oder sich zu einem mittelklassigen Team ausleihen zu lassen. Klar ist: Für die Schweizer Nationalmannschaft ist Shaqiri an der EM nur dann eine Hilfe, wenn er motiviert und gesund ist. Ohne genügend Einsatzminuten wird die Ausgangslage kompliziert – und genau danach sieht es derzeit aus.

Hat der «Fall Shaqiri» auch Auswirkungen auf die Zukunft von Nationaltrainer Petkovic?

Vladimir Petkovic hat einen Vertrag als Nationaltrainer bis Ende 2019. Qualifiziert sich die Schweiz für die EM im Sommer 2020, verlängert sich die Zusammenarbeit automatisch bis nach der Endrunde. Dass dies passiert, davon ist momentan auszugehen. Die Ausgangslage der Schweiz in der EM-Qualifikation ist gut, nach den Spielen in Dänemark und zu Hause gegen Irland dürfte sie noch besser sein.

Trotzdem wird eine Frage in nächster Zukunft stetiger Begleiter der Nati sein: Wie weiter mit Petkovic? Im Sommer ist er sechs Jahre Nationaltrainer. Er hat einiges richtig gut gemacht, er hat das Team spielerisch entwickelt. Er hat auch die Haupt-Ziele erreicht, die EM wäre seine dritte Endrunde in Serie. Und doch ist der grosse Exploit ausgeblieben. Dazu kommt, dass Petkovic immer wieder Brandherde rund um die Nationalmannschaft löschen muss – teils selbst, teils nicht selbst verschuldet.

Fakt ist: Egal, ob es um Shaqiri geht, oder um Nationalmannschaftskarrieren von verdienten Spieler, die enden – man wird den Eindruck nicht los, dass immer irgendwo Probleme und Differenzen bestehen. Und es Petkovic nicht schafft, diese in den Griff zu kriegen. Es ist darum gut möglich, dass der Schweizer Verband zum Schluss kommt: Im Sommer ist es Zeit für einen Neuanfang. Heisst: Zeit für einen Wechsel auf der Trainerposition. Der Schritt wäre gut nachvollziehbar.

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jo Blocher 04.10.2019 10:08
    Highlight Highlight Viel Wind um fast gar Nichts! Inszeniert vom Blick, weil Petko sich richtigerweise nicht mit dem Boulevard einlässt. Diese Medien können sich immer auf den Bodensatz von "Fans" verlassen, getrieben von Nationalismus und Xenophopie, die denken, wer laut ist, hat Recht. Der Doppeladler ist ein Musterfall: Kein Schwein interessierte das im Ausland, aber hier dient es als Krücke für für diese Spezies, um an der Nati rumzumäkeln. Dabei gehts nicht um Sport......Das ist feige und verlogen. Ekelhaft!
    • Trompete 04.10.2019 11:15
      Highlight Highlight Hier ein Link zu einem Interview mit dem Politologen und SP-Mitglied Nenad Stojanovic betreffend des Doppeladlers.

      https://www.swissinfo.ch/ger/wirtschaft/fussball-wm-2018_-diese-form-von-nationalismus-darf-man-nicht-dulden--/44215434
    • adam gretener 04.10.2019 11:30
      Highlight Highlight Böni vom Blick wollte Petkovic unbedingt weg haben. Dazu hat er eine persönliche Kampagne im Blick gestartet und den Lesern wochenlang erklärt, wieso Petko unbedingt sofort weg muss.

      Alte Ringier-Methode.
    • AdiB 04.10.2019 11:38
      Highlight Highlight @trompete, also ein nenad stojanovic also redet über den doppeladler. Glaubst du nicht das der herr stojanovic voreingenohmen gegenüber albanern ist? Das er sp mitglied ist bedeutet nicht das er nicht nationalistisch veranlagt ist beim thema albaner aus dem kosovo. Nenad stojanovic ist ursprünglich serbe.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Therealmonti 04.10.2019 09:09
    Highlight Highlight Mehr als mittelprächtig ist die Ausgangslage für die EM momentan nicht. Und so wie die Schweiz unter Petkovic spielt ist es gut möglich, dass sie nach den Spielen in Dänemark und zu Hause gegen Irland noch um einiges schlechter ist. Unabhängig davon, ob Shaqiri ein Bobo an der Wade hat oder nicht.
    • Xonco aka. The Muffin Man - Eingebünzelt 04.10.2019 10:17
      Highlight Highlight Immer wieder Toll, ein Bobo an der Wade.

      Du weisst schon er verdient seine Brötchen nicht sitzend im Büro?

      Deine Biologische Firewall ist wohl Up to date.

    • Mia_san_mia 04.10.2019 11:39
      Highlight Highlight Ein Bobo an der Wade 🤦‍♂️
    • Glenn Quagmire 04.10.2019 12:04
      Highlight Highlight @Therealmonti Geh lieber auf blick.ch, da findest du deine Glaubensbrüder 🤦‍♂️
  • rodolofo 04.10.2019 09:02
    Highlight Highlight ... gewinnen Spiel."
  • rodolofo 04.10.2019 09:01
    Highlight Highlight Nach dem Muster von Petkovic's lakonischen Kommentaren (frei erfunden):
    "Miissen wir weniger streiten und weniger Verleetzungen haben, dafür mehr Tore schiessen, damit wir kennen
    • rodolofo 04.10.2019 09:54
      Highlight Highlight Korrektur: "...dafiir mehr Tore schiessen..."
  • McStem 04.10.2019 08:59
    Highlight Highlight Meiner Meinung nach ist Petkovic in Taktischer hinsicht ein überdurchschnittlich bis sehr guter Trainer. Ihm mangelt es aber auf der kommunikativen Seite. 2016 war es ein Elfmeterschiessen und 2018 ein Distanzschuss. Dass die Schweiz nicht die beste Offensivabteilung hat sollte bekannt sein (Auch wenn ich Seferovic und co. sympathisch finde, überdurchschnittlich ist anders).
    Auf der anderen Seite gab es Nebengeräusche bei den Abgängen von Barnetta, Inler und Behrami (alles verdiente Spieler). Zudem überzeugt mich sein Krisenmanagement überhaupt nicht (Doppeladler mit Nachgang, Shaqiri, etc.)
  • dmda 04.10.2019 08:59
    Highlight Highlight Jetzt mal ernsthaft:

    Lasst die Spieler spielen.

    Lasst den Trainer seiner Arbeit nachgehen.

    Sollen sie gewinnen oder verlieren - wir haben nichts damit zu tun - schlussendlich kommt es auf die Leistung des Trainers und der Spieler an.

    Das einzige Positive das wir tun können, ist der Support der Nati. Sämtliche Kritik und Medienrumgetröle nützt keinem was.

    Streit - Versöhnung - und was auch immer, diese Nebengeräusche sollten uns nicht vom Support der Schweizer Nati ablenken.

    Die Beteiligung aller Nichtbeteiligten lenkt die wahren Beteiligten lediglich vom Wichtigen ab.
    • sood erso 04.10.2019 10:45
      Highlight Highlight Auf den Punkt gebracht! Besser kann man es nicht formulieren. 👍
  • Freilos 04.10.2019 08:43
    Highlight Highlight Fühlt sich Shaqiri in Liverpool eigentlich genug wertgeschätzt? Ich habe den Eindruck dass er in der Nati eine deutlich wichtigere Rolle inne hat.
    • Xonco aka. The Muffin Man - Eingebünzelt 04.10.2019 09:10
      Highlight Highlight Wie schon Bud Spencer in Rio sagte, was ist mit de Kohlen? Da kriegt er in Liverpool reichlich.

      Die bessere Frage ist, fühlt er sich in der Schweiz eigentlich genug wertgeschätzt?

  • Xonco aka. The Muffin Man - Eingebünzelt 04.10.2019 08:25
    Highlight Highlight Fakt ist: Egal, ob es um Shaqiri geht, oder um Nationalmannschaftskarrieren von verdienten Spieler, die enden – man wird den Eindruck nicht los, dass immer irgendwo Probleme und Differenzen bestehen. Und es Petkovic nicht schafft, diese in den Griff zu kriegen.


    This.
    • PlayaGua 04.10.2019 08:56
      Highlight Highlight Schau mal nach Deutschland. Die haben seit bald 2 Jahren immer ein Gstürm. Ob es nun um Sané oder um Neuer, Müller oder Hummels geht.
    • rodolofo 04.10.2019 09:03
      Highlight Highlight Worauf willst Du hinaus?
    • Tooto 04.10.2019 09:12
      Highlight Highlight Petkovic spielt halt auch nicht mit den Medien mit.
      Ich glaube da läuft es intern besser als viele von uns denken...


      Was hat uns die Vergangenheit gezeigt? Verdiente Nationalspieler die beim Heimspiel ausgepfiffen werden, da die Stimmungsmache im Vorfeld so gross war? Die so zu einem Rücktritt gezwungen wurden?
      Sorry, aber hier könnten wir uns von anderen Ländern eine grosse Scheibe abschneiden.
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