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Juventus' Cristiano Ronaldo, center, tries a header against Young Boys' goalkeeper Marco Woelfli and Loris Benito, during the UEFA Champions League group stage group H matchday 6 soccer match between Switzerland's BSC Young Boys Bern and Italy's Juventus Football Club Turin, at the Stade de Suisse in Bern, Switzerland, Wednesday, December 12, 2018. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Der Glamour der Königsklasse: So bald ist er in der Schweiz wohl nicht mehr zu sehen. Bild: KEYSTONE

Analyse

Champions League, wann sehen wir dich wieder in unserem Land?

Die Young Boys kommen gegen Roter Stern Belgrad nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Belgrad profitiert dank dem 2:2 im Hinspiel von der Auswärtstorregel und schickt YB in die Europa League. Eine Analyse des Scheiterns.

markus brütsch / ch media



Champions League, wann sehen wir dich wieder? Nach dem alles andere als zwingenden Out der Young Boys gegen Roter Stern muss sich die Fussballschweiz die Frage stellen, ob die Königsklasse je wieder in unser Land zurückfindet. Die Berner waren nach dem 2:2 im Hinspiel auch in Belgrad das bessere Team, erreichten aber nur ein 1:1 und verpassten aufgrund der Auswärtstorregel den Einzug in die Gruppenphase der Champions League.

Gut möglich also, dass hierzulande die Gastspiele von Manchester United, des FC Valencia und von Juventus in der letzten Saison für viele Jahre die letzten von Vereinen dieses Kalibers waren. Das ist nicht Schwarzmalerei, sondern die Realität.

Die Türen zu diesem erlauchten Kreis sind inzwischen nur noch einen Spalt weit offen, weil die Grossen den Kleinen mit einem fixen Kontingent die Plätze wegnehmen und die Schweiz nach schwachen Resultaten im Länderranking der Uefa so weit abgerutscht ist, dass die vielen Qualifikationsrunden die Chancen auf eine Teilnahme verringern. Und eines nicht so fernen Tages, so ist zu befürchten, wird die vornehme Gesellschaft eine geschlossene sein.

Wer in die Königsklasse will, muss Belgrad schlagen

So gesehen ist es besonders schade, dass den Young Boys nun nicht wenigstens noch ein letzter Tanz auf dem Parkett der Champions League vergönnt ist. Aber man kommt nicht umhin zu sagen, dass Roter Stern schlagen muss, wer in die Gruppenphase will.

Dies haben die Berner nicht geschafft. Sie dominierten zwar auch gestern die extrem passiven Gastgeber, liefen aber nach einer Stunde in einen Konter und kassierten durch Aleksa Vukanovic das 0:1. Die YB-Abwehr hatte sich zu leicht ausspielen lassen. Dann brachte Trainer Gerardo Seoane seine Edeljoker Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani, und nach einem Schuss von Saidy Janko lenkte Nabouhane acht Minuten vor Schluss den Ball zum 1:1 ins eigene Tor. Zu mehr aberreichte es YB nicht. Die durch Abwehrfehler eingehandelten Gegentore beim 2:2 im Hinspiel erwiesen sich letztlich als zu grosse Hypothek.

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Die Highlights des Spiels. Video: YouTube/SRF Sport

Haben die Berner grundsätzlich etwas falsch gemacht? War ihr Umbruch nach dem Gewinn des zweiten Meistertitels zu drastisch? Es kann schon sein, dass jene Mannschaft, die sich exakt vor einem Jahr in den Playoffs gegen Dinamo Zagreb durchgesetzt hat, nun auch die Belgrader aus dem Weg geräumt hätte. Aber zusammenzuhalten war dieses Team nicht. YB musste erfahren, wie unberechenbar das Fussballgeschäft ist.

So hatte man nach dem ersten Titel erwartet, einige Titulare würden weggekauft; aber nichts passierte. In diesem Sommer hat YB dann aber drei Viertel seiner Abwehr verloren und mit Djibril Sow den Taktgeber im Mittelfeld. Weil überdies Verletzungspech Einzug hielt, kam es dazu, dass im Hinspiel gegen Roter Stern mit Nicolas Ngamaleu gerade mal noch ein einziger Feldspielerin der Startformation stand, der auch schon im Heimspiel gegen Zagreb begonnen hatte.

epa07798155 Young Boys' Roger Assale reacts during the UEFA Champions League playoff, second leg soccer match between BSC Young Boys and Red Star Belgrade in Belgrade, Serbia, 27 August 2019.  EPA/ANDREJ CUKIC

Auf Roger Assalé und Co. wartet nun die Europa League, statt das Millionengschäft Königsklasse. Bild: EPA

Man kann den Gelb-Schwarzen nicht vorwerfen, sie seien auf diese Situation nicht vorbereitet gewesen. Sie haben ihre Hausaufgaben gut erledigt und die Abgänge antizipiert, brauchen aber noch etwas Zeit, bis die Automatismen, gerade in der Defensive, funktionieren.

In der Super League läuft es ergebnismässig wie geschmiert, weil sich hier Patzer noch ausbügeln lassen. Nicht aber auf internationaler Ebene, wie im Hinspiel brutal vorgeführt. Dafür sind die Berner nun im wahrsten Sinn des Wortes cash bestraft worden. Statt 30 Millionen Franken an Einnahmen werden sie in der der Europa League, je nach Gegner, acht bis zehn Millionen generieren.

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    Alle Leser-Kommentare
  • almlasdn 28.08.2019 12:15
    Highlight Highlight Als ob die CL soo weit weg rücken würde. Roter Stern Belgrad hat es jetzt zum zweiten Mal nacheinander geschafft vier (4!) Qualifikationsrunden zu überstehen. Wenn die das können, können wir das sicher auch. Dazu müsste man aber einfach mehr Tore machen (wenn man die Chancen schon hat).
  • Pümpernüssler 28.08.2019 09:43
    Highlight Highlight Sollte die Auswärtstorregel nicht abgeschafft werden? Oder erst auf nächste Saison?
    • c-bra 28.08.2019 12:07
      Highlight Highlight bitte nicht. Dann gäbe es im Hinspiel jeweils eine Mannschaft die nur hinten mauert. Mit der Auswärtstorregel wird mehr nach vorne gemacht.
    • Pümpernüssler 28.08.2019 15:10
      Highlight Highlight Bin auch kein Fan davon 😂 aber ich dachte das gelesen zu haben.
  • Switch_on 28.08.2019 08:44
    Highlight Highlight Wenn man auch noch bedenkt, dass in Zukunft 24 Plätze fix an gewisse Teams gehen und die restlichen 8 Plätze an die EL Halbfinalisten und 4 Meister au kleineren Ligen wird die Chance auf die CL immer wie kleiner.
  • egemek 28.08.2019 08:22
    Highlight Highlight Die massgebende 5-Jahreswertung der UEFA ist so konzipiert, dass die Schweiz wohl schon bald wieder viel besser da stehen wird als im Moment.

    1. Basel und YB können nun in der EL gegen viel einfachere Gegner Punkte sammeln. Bei einem allfälligen Weiterkommen (Basel wird in Topf 1, YB vermutlich in Topf 2 sein) mehr Punkte gewinnen, als wenn sie sang- und klanglos in der CL scheitern.

    2. Irgendwann werden nur noch 4 Schweizer Teams starten dürfen, dann werden auch die gewonnen Punkte nur noch durch 4 geteilt.

    3. In Qualirunden gegen leichtere Gegner gibt es auch "einfache" Punkte.
    • milivanili 28.08.2019 12:13
      Highlight Highlight stimmt leider nicht wirklich...

      für die CL quali gibts schon einmal garantierte 4 punkte auch wenn man alle spiele in der CL verliert. und weniger teams sind definitiv kein vorteil, auch wenn nur durch 4 geteilt wird. ist ja logisch, weniger spiele, weniger möglichkeiten punkte zu holen. und mehrere quali runden zu spielen ist ebenfalls kein vorteil bei der sammlung von punkten, da es in den quali runden nur die hälfte der punkte zu holen gibt und man die chance hat, gar keinen international fussball herbst zu erleben. aber man kann es sich ja einreden.
    • egemek 28.08.2019 13:23
      Highlight Highlight @milivanili: Leider darf man bei der aktuellen Stärke von YB und Basel davon ausgehen, dass es mehr oder weniger bei den 4 Bonuspunkten aus CL-Quali bleibt. Vielleicht gibt es noch ein Unentschieden oder einen Sieg im letzten Gruppenspiel, so wie letztes Jahr, wenn sich der Gegner schont, aber mehr wäre doch überraschend. In der EL darf man aber nach wie vor auf 2 Siege gegen z.B. irgendein Aserbaitschanisches oder Zypriotisches Team hoffen, da sind die 4 Punkte schon drin.

      Und das Niveau der Super League ist einfach so schwach, dass der 5. Club selten Punkte holt (FCL und FCSG ahoi...)
  • Faceoff 28.08.2019 07:55
    Highlight Highlight Die EL ist der gesündere Wettbewerb für Schweizer Klubs. Allzu häufige Champions League Teilnahmen machen die heimische Liga für Jahre ungeniessbar. Man lässt sich in der CL Gruppenphase abschlachten, ist dann dafür daheim der King mit dem ganzen Geld. Auf Dauer bringt das doch niemanden weiter.
    • Forest 28.08.2019 15:37
      Highlight Highlight Ja und Nein. In der CL gibt es für Quali, Tore, Siege sehr viel mehr Geld. Das Geld wird halt benötigt um die hohen Gehalts Forderungen von Spielern zu bezahlen. Sobald das grosse Geld winkt, verliert der Verein Wichtige Schlüssel Spieler.
    • Faceoff 28.08.2019 15:57
      Highlight Highlight Die Schweizer Liga sollte ihren Platz als Ausbildungsliga akzeptieren. Hier wird nicht der beste Fussball der Welt gespielt. Aber einige Gute haben hier angefangen.

      Es gibt alle paar Jahre mal einen Verein, der den Sprung in die CL schafft – gut und recht.

      Die Regel sollte aber sein, dass man in der EL eine gute Rolle spielen kann. Sind wir ehrlich, so was wie der FC Basel der Heusler-Ära bringt doch genau niemandem etwas.

      Die haben sich das damals verdient, klar, alles gut, aber so baust du doch Strukturen auf, die in sich zusammenfallen, sobald die Quali und die Millionen ausbleiben.
    • Forest 29.08.2019 10:23
      Highlight Highlight Von einem CL Qualifikation eines Ch-Verein profitieren auch die anderen nicht teilnehmenden Ch-Vereine. Die Uefa zahlt nämlich Solidaritätszahlungen ist etwas was viele leider nicht Wissen.
  • *sharky* 28.08.2019 07:43
    Highlight Highlight Um die Titelfrage simpel zu beantworten...
    wenn der FCB wieder in der Spur ist... :)
    • *sharky* 28.08.2019 10:54
      Highlight Highlight Tja, wenn man so die letzten 10, 15 Jahre Revue passieren lässt, die CL Nächte... öfters auch magisch... da haben die ⚡⚡ sowas von Recht... 😁😋
  • Nelson Muntz 28.08.2019 07:43
    Highlight Highlight Nun ja, wenn YB in der EL Punkte einfährt, steigt die Teilnahmechance doch wieder?
    • Stambuoch 28.08.2019 09:17
      Highlight Highlight Absolut richtig. So passiert es, dass die Firmensportmannschaft der salzburger Filiale von RedBull dieses Jahr automatisch für die Gruppenphase qualifiziert ist, weil die österreichischen Mannschaften genug Punkte in der EL gesammelt haben.
    • Nelson Muntz 28.08.2019 11:08
      Highlight Highlight Mit Verlaub, 95% der Ösi-Punkte sammelten die Bullen selber. Auch wenn ich sie nicht mag, aber die sind schon recht erfolgreich mit ihrer Philosophie.
    • Stambuoch 28.08.2019 13:06
      Highlight Highlight Unsere Mannschaften haben es in der Hand, in der 5-Jahres-Wertung wieder voran zu kommen. Fleissig Punkte in der EL sammeln. Und mit Basel UND YB sind die Voraussetzungen EIGENTLICH besser als in Österreich.
  • PostFinance-Arena 28.08.2019 07:31
    Highlight Highlight Für die Meisterschaft das Beste das passieren konnte! Ansonsten würde sie durch die CL-Millionen weiterhin "verzerrt"! In ein paar Jahren; wenn weder Basel noch YB in der CL vertreten waren über mehrere Jahre; wird die Meisterschaft wieder spannend!👍
  • Lukas Figliuolo 28.08.2019 06:50
    Highlight Highlight Lieber YB und Basel in der Europa League, wo sie für die Schweiz viel eher Puntke sammeln können, als beide in der CL in der sie nur verlieren würden.
    • mrgoku 28.08.2019 08:51
      Highlight Highlight Definitiv. Nur wären YB und Basel lieber in der CL weil dort nur schon die Präsenz tonnenweise Millionen einbringt.... Punkte bezahlen leider keine Gehälter
    • Illuminati 28.08.2019 09:31
      Highlight Highlight Absolut, und dazu kommt noch, dass so die CH Liga spannender bleibt, weil YB und Basel keine CL Millionen bekommt. Ich habe viel lieber eine ausgeglichenere CH Liga anstatt all paar Jahre Champions League mit YB und Basel... Auch wenn das heisst, dass mein Verein weniger Europäisch spielen sollte wegen fehlender Punkte für den Koeffizienten. Aber der Reiz der Europäischen Spiele würde sowieso sinken, wenn mein Verein jedes Jahr europäisch spielen würde.
    • mrgoku 28.08.2019 10:59
      Highlight Highlight Auch wahr. Es kann CH intern ausgeglichener werden. Gleichzeitig aber kann das Niveau noch weiter sinken wenn nicht einmal 1-2 Clubs anständig Flüssig sind um halbwegs brauchbare Spieler im Kader zu haben...

Interview

Ex-Profi Frontino nach Rücktritt mit 29: «Der Lohn ist Horror, es ist lächerlich»

Den ganz grossen Sprung hat er nie geschafft: Gianluca Frontino, einst als Riesentalent gehandelt, verbrachte den Grossteil seiner Karriere in der Challenge League. Ein Gespräch über die Schönheit des Spiels, hinterhältige Manager und Horror-Löhne in der Challenge League.

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