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FC Basel: Valentin Stocker wird begnadigt, doch offene Fragen bleiben

Der Basler Valentin Stocker beim Training mit der Mannschaft, am Mittwoch, 30. September 2020 auf dem Sportplatz St. Jakob vor dem UEFA Cup Qualifikationsspiel zwischen dem FC Basel und CSKA Sofia. (K ...
Noch kein aktuelles Bild: Valentin Stocker im Mannschaftstraining.Bild: keystone
Analyse

Die Posse um Stockers Begnadigung zeigt: Ohne Erklärungen gibt es kein Vertrauen

Der suspendierte Ex-Captain Valentin Stocker trainiert laut dem FC Basel ab sofort wieder mit der ersten Mannschaft. Doch weil er das gar nicht macht und der Verein die vielen Fragen nicht beantworten will, bleiben die Fans zum wiederholten Male ratlos zurück. Wobei wir bei einem Grundproblem des FCB wären.
12.03.2021, 10:3712.03.2021, 14:16
Jakob Weber / CH Media

Um 10.30 Uhr veröffentlicht der FC Basel am Donnerstag ein Schreiben mit dem Titel: Valentin Stocker ist zurück im FCB-Training. Darin steht nur, dass er «heute Donnerstag» das Training mit der 1. Mannschaft wieder aufnimmt. Und dass der FCB um Verständnis bittet, dass diese Entscheidung nicht weiter kommentiert wird.

Kurz darauf beginnt das Morgentraining auf den Feldern 19 und 20 des Joggeli-Areals. Von Stocker ist weit und breit nichts zu sehen. Er befindet sich nach Informationen von CH Media noch im Aufbautraining und hat alleine im Stadion trainiert.

Valentin Stocker beim ersten Training des Jahres des FC Basel 1893 in Basel, am Mittwoch, 6. Januar 2021. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Stocker beim Trainingsauftakt im Januar 2021.Bild: keystone

Warum die Klub-Bosse diese völlig unproblematische Tatsache nicht in der Mitteilung erklären, bleibt schleierhaft. Ebenso, warum keiner hinsteht und die vielen spekulativen Fragen beantwortet, die sich jetzt unweigerlich stellen: Warum darf Stocker wieder mittrainieren? Wird er auch wieder spielen? Wer hat diese Entscheidung gefällt? Sind die Differenzen zwischen dem Ex-Captain und Trainer Ciriaco Sforza ausgeräumt? Warum hat man Stocker zuerst öffentlich als Nestbeschmutzer hingestellt, um ihn jetzt wieder zu begnadigen? Ist er überhaupt noch verletzt? Geht es nur um das viele Geld, das eine Vertragsauflösung mit Stocker kosten würde?

Ohne Erklärungen kein Verständnis

Die Antworten bleiben leider aus. Und genau diese fehlende Transparenz ist ein Hauptgrund, warum in der Stadt Basel der Glaube verloren gegangen ist, dass es unter Eigentümer Bernhard Burgener und dessen CEO Roland Heri irgendwann besser werden könnte.

Natürlich wollen auch Burgener und Heri das Beste für ihren Verein. Sie sorgen sich um die Zukunft des Klubs und versuchen, Lösungen zu finden. Doch ohne Erklärungen gibt es für ihre Vorhaben kein Verständnis und folgerichtig auch kein Vertrauen. Stattdessen hagelt es berechtigte Kritik, die in diesen Tagen ihren Höhepunkt erreicht hat. Das Mahnmal auf dem Barfüsserplatz und die Protestbanner und Solidaritätsfahnen, die überall in der Region hängen, sind nur ein Ausdruck davon.

Weiterer Protest angekündigt

Am Samstag wollen sich alle Kritiker rund ums Spiel gegen den FC Luzern beim Stadion versammeln und unter dem Motto «Zyt zum Goo» lautstark gegen die Vereinsführung demonstrieren. Die entsprechenden Einladungs-Flyer und Plakate wurden überall in der Region Basel verteilt und aufgehängt. Der Hauptgrund für den in diesen Pandemiezeiten doch ungewöhnlichen Menschenauflauf sind Burgeners Pläne, ausländische Investoren ins Boot zu holen. Vor allem aber wünschen sich die Basler einfach wieder einen Klubchef, der die Menschen in der Region versteht und den Verein führen kann.

Es gab in der jüngeren Vergangenheit unzählige Beispiele, wie jetzt jenes mit Stocker, die mit einer ausführlichen präventiven Kommunikation seitens der FCB für viel weniger Kritik gesorgt hätten. Der Lohnverzichtsstreit, die entlassenen Juniorentrainer, der fliessende Übergang von Marcel Koller zu Ciriaco Sforza, die Causa Stocker. Ja sogar die Verkaufspläne an die Basel Dream & Vision AG, einem Joint Venture zwischen Burgener und der britischen Investmentgesellschaft Centricus.

Wären diese Themen von Burgener, Heri oder einem Sportvorstand im Vorfeld ausführlich und ehrlich erklärt worden, wären sie auch in der Bevölkerung auf mehr Akzeptanz gestossen. Doch weil Burgener Krisen lieber stillschweigend aussitzt und auf den oft zitierten «Tag der Abrechnung» wartet, geht die Entfremdung zwischen Basis und Vereinsspitze fortlaufend weiter. Und die Entfremdung ist in Basel mittlerweile so weit vorangeschritten, dass sie offensichtlich nicht mehr zu kitten ist. Daran ändert auch die Begnadigung von Fan-Liebling Valentin Stocker nichts.

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quelle: keystone / georgios kefalas
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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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WaitForIt
12.03.2021 08:17registriert März 2020
Da hat wohl die Kommunikation des FC Basel nicht bis zum Trainer gereicht... oder zu Stocker... Der hat wohl in den Medien gelesen, dass er wieder trainieren darf und war leider schon andersweitig beschäftigt... ^^
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Donny Drumpf
12.03.2021 08:46registriert November 2019
Was sich beim FCB abspielt ist wahrlich eine Tragödie.
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tromboner
12.03.2021 08:56registriert Juni 2015
Habe gestern Jeff Saibene in der Innenstadt gesehen. Gibt's bereits Gerüchte?

Und wegen Stocki haben die Herren doch einfach den Gagg in der Hose wegen der Sa.-Abend Aktion und das Gefühl dass sie irgendetwas machen müssen... erbärmlich...
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