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Analyse

Die NHL ist zurück – was du dieses Jahr von Josi, Fiala, Hischier und Co. erwarten kannst

Zum ersten Mal seit zwei Jahren steht uns wieder eine NHL-Saison über 82 Spiele bevor. Diverse Schweizer sind aus Nordamerika in die National League zurückgekehrt, dennoch verbleiben 15 Söldner, die in Nordamerika für Furore sorgen wollen.
11.10.2021, 18:2912.10.2021, 13:19

Roman Josi

Letzte Regular Season: 48 Spiele, 8 Tore, 25 Assists

Kein Schweizer NHL-Spieler ist wichtiger für seine Mannschaft als Roman Josi. Der Captain und Verteidiger war in den letzten drei Jahren zweimal bester und einmal zweitbester Skorer bei den Nashville Predators. Es ist offensichtlich: Ohne den Berner, der das Spiel von hinten ankurbelt, läuft in der Offensive bei den Predators wenig bis gar nichts.

Die Grafik zeigt: Josi hat sich in den letzten Jahren auch zu einem defensiv verlässlichen Verteidiger gemausert (je mehr minus und mehr blau in der unteren Hälfte, desto besser).
Die Grafik zeigt: Josi hat sich in den letzten Jahren auch zu einem defensiv verlässlichen Verteidiger gemausert (je mehr minus und mehr blau in der unteren Hälfte, desto besser).

Als der 31-Jährige letztes Jahr nach der besten Saison seiner Karriere etwas schwächer gestartet war, bekundete die gesamte Mannschaft Nashvilles grosse Mühe. Und Josis Einfluss wird dieses Jahr noch grösser sein. Sein langjähriger Verteidigungspartner Ryan Ellis wurde zu den Philadelphia Flyers abgeschoben. Nun liegt endgültig der ganze Fokus in der Predators-Verteidigung auf dem Schweizer.

Ein paar Josi-Highlights der letzten Saison.

Was für eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Roman Josi ist der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Nashville Predators. Er wird die meiste Eiszeit erhalten, er wird im ersten Powerplay spielen und auch dieses Jahr einer der besten, wenn nicht der beste Spieler der Mannschaft sein.
  • Es gibt keinen Verteidiger in der NHL, der besser darin ist, die Scheibe kontrolliert in die Offensivzone zu tragen. Das gute Skating und die Scheibenkontrolle sind die Basis seines Spiels.
Bei den Zone Entries ist Josi im 100. Perzentil und damit der beste Verteidiger der Liga. Auch bei den Zone Exits ist er ganz weit vorne mit dabei.
Bei den Zone Entries ist Josi im 100. Perzentil und damit der beste Verteidiger der Liga. Auch bei den Zone Exits ist er ganz weit vorne mit dabei.
  • Josi ist die Konstanz in Person, hat die letzten sieben Jahre immer mit einer 50-Punkte-Pace (über 82 Spiele) gespielt. Auch wenn er mittlerweile über 30 ist, hat er noch ein paar gute Jahre vor sich.

Was gegen eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Auf dem Papier ist Nashville deutlich schwächer als in den Jahren zuvor. Als Verteidiger ist Josi auch auf Stürmer angewiesen, die seine Assists verwerten, und die hat er immer weniger.
  • Nashville-Trainer John Hynes ist dafür bekannt, dass er seinen besten Spielern gerne etwas die Eiszeit limitiert. Das schont sie zwar im Laufe der Saison, nimmt ihnen aber auch Möglichkeiten, das Spiel zu beeinflussen.

Prognose: 58 Punkte, davon 14 Tore

Kevin Fiala

Letzte Regular Season: 50 Spiele, 20 Tore, 20 Assists

Was geht wohl in Kevin Fiala vor? Da ist er in der letzten zwei Jahren einer der wichtigsten Leistungsträger bei den Minnesota Wild. Skort in diesem Zeitraum 1,42 Tore pro 60 Minuten Eiszeit und ist damit unter den 25 besten Stürmern der Liga vor beispielsweise David Pastrnak, Sidney Crosby oder Sebastian Aho. Und dennoch erhielt er bei den Wild einen verhältnismässig bescheidenen Einjahresvertrag mit einem Lohn von 5,1 Millionen Dollar.

Die vielen Highlights aus Fialas letzter Saison.

Gleichzeitig stösst ein leicht jüngerer Russe zum Team, spielt eine gute Saison und erhält dafür gleich neun Millionen Dollar pro Saison für die nächsten fünf Jahre: Kirill Kaprizov. Auch wenn er sich das nicht anmerken liess, Fiala dürfte das sicher geärgert haben.

Was für eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Die Tatsache, dass Kaprizov einen langfristigen, lukrativen Vertrag erhielt und Fiala sich noch einmal beweisen muss, wird den Schweizer zusätzlich anspornen.
  • Kevin Fiala war in den letzten zwei Jahren einer der torgefährlichsten Stürmer der Liga. Das wird auch weiterhin so bleiben.
  • Minnesota hat eine grosse Kaderbreite. Sie haben den Luxus, einen Spieler wie Fiala in der dritten Linie gegen verhältnismässig schwächere Gegenspieler zu bringen.
  • Minnesota gehört in der Central Division zu den eher stärkeren Teams. Davon wird auch Fiala profitieren.
  • Gemäss Berichten aus den Trainingscamps tritt Fiala so ruhig und reif auf wie noch nie zuvor. Er soll bereit sein, eine richtige Leaderrolle und Verantwortung (auch in Unterzahl) zu übernehmen.

Was gegen eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Im Gegensatz zu Kaprizov wird Fiala abgesehen vom Powerplay nicht mit den besten Spielern Minnesotas zusammenspielen. Er wird seine Linie selbst antreiben müssen.
  • Fiala wirkt aktuell reif und gefasst. Doch er ist anfällig auf Provokationen und kann dadurch den Tritt verlieren.

Prognose: 68 Punkte, davon 31 Tore

Nico Hischier

Letzte Regular Season: 21 Spiele, 6 Tore, 5 Assists

Zum zweiten Mal in Serie schreiben wir, dass die letzte Saison für Nico Hischier eine zum Vergessen war. Den Start der Saison verpasste er wegen eines Schienbeinbruchs. Im fünften Spiel zurück zog er sich eine Gesichtsfraktur zu und fiel erneut aus.

So verletzte sich Hischier letzte Saison zum zweiten Mal.

Jetzt ist der Captain der Devils wieder da. Er ist gesund und konnte die ganze Vorbereitung mit den Devils bestreiten. New Jersey hat sich zudem geschickt verstärkt. Viele erwarten, dass der Walliser dieses Jahr den grossen Schritt macht, den man schon letzte Saison erwartet hatte.

Was für eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Im Gegensatz zum letzten Jahr ist Nico Hischier gesund. Er startet ohne gesundheitliche Probleme und ohne Trainingsrückstand in die Saison.
  • Wenn wir die letzte, kurze und verkorkste Saison weglassen, dann steht Hischier vor seiner vierten richtigen NHL-Saison. Historisch gesehen machen viele Stürmer in diesem Jahr ihre grössten Fortschritte.
  • Die Devils sind als Team besser als letztes Jahr. Man hat Dougie Hamilton und Tomas Tatar geholt. Davon wird auch Hischier profitieren.
  • Hischier ist Captain von New Jersey. Er wird so motiviert sein wie noch nie, um jeden Abend alles zu geben und sein Team zum Sieg zu führen.

Was gegen eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Schon vor zwei Jahren starteten die Devils und Hischier mit gesteigerten Erwartungen in die Saison. Sie geriet zum Desaster.
  • Die Verletzungen sind zwar ausgeheilt, aber wie stark sind sie noch in Hischiers Unterbewusstsein verankert?
  • Tatsache ist, dass Hischiers Leistungen seit der starken Rookie-Saison stetig abnahmen. Ein Trend, der sich dieses Jahr nicht fortsetzen darf.

Prognose: 55 Punkte, davon 20 Tore

Timo Meier

Letzte Regular Season: 54 Spiele, 12 Tore, 19 Assists

Timo Meier ist bei den San Jose Sharks nicht mehr über alle Zweifel erhaben. Nachdem er 2018/19 in 78 Spielen 66 Punkte gesammelt hatte, ging es für den Appenzeller stetig hinab. Letzte Saison standen am Ende der Saison in 54 Spielen nur zwölf Tore und 19 Assists zu Buche.

Die Sharks erwarten von Meier wieder mehr.
Die Sharks erwarten von Meier wieder mehr.
Bild: IMAGO / Icon SMI

Mit Meier stürzten auch die Sharks ab, verpassten zwei Jahre in Folge die Playoffs. Nun sitzt die Mannschaft auf teuren, alten Spielern fest, die sie nicht loswerden und können deshalb keinen wirklichen Rebuild lancieren. Davon ist natürlich auch Timo Meier betroffen.

Was für eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Letztes Jahr schoss Timo Meier mit einer Effizienz von nur 7,7 Prozent. Das ist deutlich unter Meiers Karriere-Durchschnitt, deshalb darf erwartet werden, dass er diese Saison wieder effizienter wird.
  • Meier ist einer der wenigen jungen Leistungsträger bei San Jose. Die Sharks werden noch einmal alles versuchen, ihn zurück zum Erfolg zu bringen.
  • Da Evander Kane aufgrund laufender Ermittlungen bis auf weiteres ausfällt, ist für Meier der Platz auf dem linken Flügel der ersten Linie frei geworden.
  • Nach einer enttäuschenden Regular Season konnte Meier an der WM mit der Schweiz (4 Tore, 2 Assists in 8 Spielen) wieder Selbstvertrauen tanken.

Was gegen eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Die Sharks sind eines der schwächsten Teams der Liga. Wenn Timo Meier Erfolg haben will, muss er selbst dafür sorgen.
  • Trainer Bob Boughner schreckt nicht dafür zurück, Meier auf die Tribüne zu schicken oder in hintere Linien zu verbannen. Bringt der Schweizer seine Leistung nicht, schrumpft seine Eiszeit.

Prognose: 56 Punkte, davon 24 Tore

Nino Niederreiter

Letzte Regular Season: 56 Spiele, 20 Tore, 14 Assists

Bei Nino Niederreiter wechselten sich gute und eher durchzogene Saisons zuletzt immer ab. 2017/18 war schwach, 2018/19 war insbesondere nach dem Trade zu Carolina stark. 2019/20 folgte eine neuerliche Enttäuschung, während der Churer letzte Saison wieder überzeugen konnte. Der Logik nach müsste nun also wieder eine schwierige Saison bevorstehen.

Zudem ist es schwierig einzuschätzen, wie gut Carolina diese Saison sein wird. Die Canes haben ihren besten Verteidiger Dougie Hamilton an New Jersey verloren und auch sonst einiges durcheinander gewirbelt.

Alle Niederreiter-Tore der letzten Saison.

Was für eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Nino Niederreiter geniesst nach einer guten letzten Saison das volle Vertrauen von Trainer Rod Brind'Amour.
  • Der Powerstürmer hat letzte Saison mit 20 Toren und auch soliden Zweiweg-Leistungen Selbstvertrauen sammeln können.
  • Der «Gut-Schlecht-Rhythmus» ist nicht mehr als die Spielerei eines Journalisten. Für die Resultate auf dem Eis muss das nichts heissen.

Was gegen eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Aufgrund aufstrebender Spieler wie Martin Necas und Neuzugang Jesperi Kotkaniemi spielt Niederreiter bei Carolina dieses Jahr möglicherweise eine kleinere Rolle.
  • Vielleicht nistet sich der Gedanke des «Gut-Schlecht-Rhythmus» doch in Niederreiters Kopf ein.

Prognose: 37 Punkte, davon 19 Tore

Dean Kukan

Letzte Regular Season: 35 Spiele, 1 Tor, 4 Assists

Auch letztes Jahr hat es wieder nicht nach Wunsch geklappt mit dem Stammplatz für Dean Kukan in der Verteidigung der Columbus Blue Jackets. Der Zürcher wurde von Trainer John Tortorella nach einem Fehler zum Sündenbock erkoren und immer wieder auf die Tribüne geschickt.

Doch nun ist nicht nur Tortorella weg, sondern auch Seth Jones und damit in der Verteidigung von Columbus ein zusätzlicher Platz frei, der erkämpft werden kann.

Was für eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Die Konkurrenz bei den Columbus Blue Jackets ist mit dem Abgang von Seth Jones kleiner geworden.
  • Trainer John Tortorella ist weg. Kukan erhält unter dem neuen Coach Brad Larssen einen Neuanfang.
  • Kukan ist bei den Blue Jackets jetzt einer der ältesten und erfahrensten Verteidiger.

Was gegen eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Columbus spielt in einer schwierigen Division. Gerade als Defensivverteidiger wird es da nicht einfach, gut auszusehen.
  • Trotz des Abgangs von Seth Jones wird Kukan wohl weiterhin im dritten Verteidigungspaar spielen.

Prognose: 11 Punkte, davon 2 Tore

Pius Suter

Letzte Regular Season: 55 Spiele, 14 Tore, 13 Assists

Pius Suter war in der vergangenen NHL-Saison die grösste positive Überraschung aus Schweizer Sicht. Der Zürcher rutschte bei Chicago nach Verletzungen von Teamkollegen in eine grössere Rolle als ursprünglich geplant und konnte überzeugen – sowohl offensiv als auch defensiv.

Alle Skorerpunkte von Pius Suters letzter Saison.

Umso überraschender kam es, dass die Blackhawks sich diesen Sommer von Suter trennten und das Geld lieber für Verteidiger Seth Jones ausgeben. Dafür unterschrieb der Schweizer für zwei Jahre bei den Detroit Red Wings, wo er mit zwei ehemaligen Teamkollegen von Guelph Storm, Tyler Bertuzzi und Robbie Fabbri, zusammenspielen kann.

Was für eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Suter dürfte in seiner zweiten NHL-Saison weitere Fortschritte machen, insbesondere auch am Bullypunkt.
  • Bei den Red Wings dürfte Suter in einer der zwei Toplinien gesetzt sein, vermutlich als Center der zweiten Linie. Er dürfte auch im Powerplay Eiszeit erhalten.
  • Dass zwischen Suter, Bertuzzi und Fabbri bereits Chemie besteht, zeigte die Saison 2014/15 in Guelph, als die drei in einer Saison gemeinsam über 200 Skorerpunkte sammeln.

Was gegen eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Die Gefahr des «Sophomore Slumps», also einer schwachen zweiten Saison nach einer guten Spielzeit als Rookie, besteht natürlich auch bei Pius Suter.
  • Detroit ist zwar im Aufwind, gilt aber immer noch als eines der schwächeren Teams der Liga. Mal sehen, wie sich Suter schlägt, wenn er nicht mehr mit Spielern wie Patrick Kane zusammenspielen kann.

Prognose: 42 Punkte, davon 18 Tore

Jonas Siegenthaler

Letzte Regular Season: 15 Spiele

Die letzte Saison war für Jonas Siegenthaler eine zum Vergessen. In Washington spielte der Zürcher Verteidiger keine Rolle mehr in einem relativ alten Team. Nach seinem Trade zu den jungen New Jersey Devils infizierte sich Siegenthaler mit dem Coronavirus und fiel für einige Zeit aus. Doch nun stehen die Zeichen für «Siegs» bei den Devils auf Neuanfang.

Was für eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Siegenthaler macht nun das ganze Trainingscamp bei den Devils mit und kann sich damit voll auf das System von Trainer Lindy Ruff einstellen.
  • Im jungen Team der Devils gehört Siegenthaler schon zu den erfahreneren Spielern. Er wird mindestens im dritten Verteidigerpaar mit P.K. Subban gesetzt sein.
  • Es scheint so, als würde Ty Smith zum Saisonstart noch ausfallen. Vielleicht kann Siegenthaler so beweisen, dass er auch gegen starke Konkurrenz viele Minuten spielen kann.
Mit Siegenthaler auf dem Eis lässt ein Team wenig Chancen zu (je mehr blau unten links, desto besser).
Mit Siegenthaler auf dem Eis lässt ein Team wenig Chancen zu (je mehr blau unten links, desto besser).
Bild: hockeyviz.com/mica blake mccurdy

Was gegen eine erfolgreiche Saison spricht:

  • New Jersey spielt in einer schwierigen Division. Gerade als Defensivverteidiger wird es da nicht einfach, gut auszusehen.
  • Siegenthaler steht auch etwas unter Druck: Mit Ty Smith, Kevin Bahl oder Shakir Mukhamadullin rücken bei den Devils junge Verteidiger nach. Wenn er sich festbeissen will, muss er das dieses Jahr tun.

Prognose: 8 Punkte, davon 1 Tor

Grégory Hofmann

Mit 28 Jahren hat Grégory Hofmann doch noch den Sprung nach Nordamerika gewagt. Der Zuger Meisterschütze der letzten Saison unterschrieb bei den Columbus Blue Jackets einen Vertrag über ein Jahr. Der Romand will seinen Speed und seinen brandgefährlichen Schuss auch in der NHL aufs Eis bringen.

Allerdings sieht es stand jetzt nicht so aus, als würde Hofmann gleich von Beginn weg in der NHL zum Einsatz kommen. Der Stürmer hat es im Trainingscamp nicht geschafft, den Trainer-Staff restlos von sich zu überzeugen. Hofmann muss die Saison aber nicht in der AHL beginnen, sondern wird zu Beginn wohl eher überzähliger Stürmer sein.

Was für eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Vor Grégory Hofmann haben schon Dominik Kubalik und Pius Suter mit ähnlichen Skoring-Werten in der National League den Sprung in die NHL gewagt und sich sofort festsetzen können.
  • Die Columbus Blue Jackets haben Federn gelassen. In ihrem Kader sollte es für einen Spieler von Hofmanns Format Platz haben.
  • Hofmanns grösste Stärke ist das Toreschiessen. Offensivspieler haben es einfacher, sich in NHL-Kadern festzusetzen als Defensivspezialisten, wie es etwa Gaëtan Haas bei den Oilers war.
  • Hofmann verfügt über einen Einweg-Vertrag. Das bedeutet, dass er in der AHL den gleichen Lohn (900'000 pro Jahr) erhält wie in der NHL. Das lohnt sich für Columbus nicht, deshalb ist es wahrscheinlicher, dass sie ihn in der NHL behalten.

Was gegen eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Es ist Hofmanns erstes Abenteuer in Nordamerika. Im Gegensatz zu Pius Suter oder Dominik Kubalik hat er nie in den dortigen Juniorenligen gespielt. Seine Angewöhnungszeit könnte länger sein. Er hat es im Trainingscamp auch nicht geschafft, die Verantwortlichen in Columbus restlos zu überzeugen.
  • Hofmanns grösste Stärke sind seine läuferischen Qualitäten. Noch ist unklar, wie er die auf dem kleinen Eis gegen NHL-Verteidiger ausspielen kann.
  • Ein auf dem Papier schwächeres Team kann sich natürlich auch negativ auswirken. Setzt sich Hofmann nicht in den vorderen zwei Reihen fest, hat er kaum mehr Mitspieler, die viel kreieren können.

Prognose: 38 Punkte, davon 19 Tore

Philipp Kurashev

Letzte Regular Season: 54 Spiele, 8 Tore, 8 Assists

Philipp Kurashev war letztes Jahr eine der positiven Überraschungen aus Schweizer Sicht. Der junge Berner Stürmer rutschte bei den Chicago Blackhawks aufgrund Verletzungen ins Kader und konnte sich gleich festsetzen. Er skorte einigermassen regelmässig und begeisterte mit seiner feinen Technik.

Philipp Kurashevs Traumtor gegen Detroit im Februar 2021.

Nicht alles war letzte Saison perfekt bei Kurashev. Die Schuss-Metriken sprachen gerade in der offensiven Zone nicht für den Youngster. Doch er wird auch seine Lehren gezogen haben und reifer geworden sein.

Was für eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Obwohl die Konkurrenz stärker geworden ist in Chicago und Kirby Dach und Jonathan Toews wieder von Beginn weg dabei sind, scheint Kurashev seinen Platz im NHL-Kader gefestigt zu haben. Er dürfte zum Saisonauftakt dabei sein.
  • Für Kurashev spricht, dass er äusserst flexibel einsetzbar ist. Center oder Flügel – er kann beides. Das spricht dafür, dass ihn die Trainer in der NHL behalten wollen.
  • Kurashev hat letztes Jahr seine erste NHL-Saison gespielt und teilweise noch Lehrgeld bezahlt. Diese zusätzliche Erfahrung wird ihm dieses Jahr helfen.
Die Grafik zeigt, dass der Einfluss von Kurashev in der offensiven Zone noch klein ist (je mehr blau oben links, desto schwächer).
Die Grafik zeigt, dass der Einfluss von Kurashev in der offensiven Zone noch klein ist (je mehr blau oben links, desto schwächer).
Bild: screenshot hockeyviz.com/micah blake mccurdy

Was gegen eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Es besteht die Gefahr auf einen «Sophomore Slump».
  • Kurashev muss nicht erst auf die Waiver-Liste, um in die AHL geschickt zu werden. Die Klubführung würde also eher den Schweizer als einen Spieler, der über den Waiver muss, runterschicken.

Prognose: 28 Punkte, davon 11 Tore

Janis Moser

Letzte Saison war Janis Moser Captain und zwischenzeitlich Topskorer bei Biel. Nun versucht er sich ebenfalls in Nordamerika bei den Arizona Coyotes, die ihn dieses Jahr in der zweiten Runde gedraftet haben. Den Saisonstart verbringt der 21-jährige Verteidiger sicher noch in der AHL, denn Moser hat den letzten Kaderschnitt in Arizona nicht überstanden.

Was für eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Janis Moser hat sich in den letzten drei Jahren stets Saison für Saison verbessert. Nichts deutet auf einen Rückschritt hin.
  • Die Arizona Coyotes machen derzeit einen Rebuild durch, und haben kein besonders stark besetztes Kader. NHL-Einsätze für Moser im Lauf der Saison wären keine Überraschung.
  • Moser hat normalerweise keine Mühe, sich an neue Niveaus zu gewöhnen. Er überzeugte im ersten Anlauf in der National League und auch an der A-Weltmeisterschaft.

Was gegen eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Moser hat noch nie in Nordamerika gespielt. Es ist nicht klar, wie er seine Skating-Qualitäten auf dem kleineren Eis ausspielen kann.
  • Falls der Schweizer zu NHL-Einsätzen kommt, ist es in einem schwächeren Team nicht einfach, gut auszusehen.

Prognose: Kriegt im Lauf der Saison die Chance auf NHL-Einsätze

Sven Bärtschi

Letzte Regular Season: 24 Spiele, 5 Tore, 9 Assists (AHL)

Nach zwei Jahren, die er mehrheitlich in der AHL verbracht hat, versucht Sven Bärtschi sich nun bei den Vegas Golden Knights wieder in ein NHL-Kader zu spielen. Die junge NHL-Franchise hat den Langenthaler Stürmer diesen Sommer mit einem Zweiweg-Vertrag über ein Jahr ausgestattet.

Eines der wichtigsten Ziele für den 28-Jährigen wird sein, möglichst verletzungsfrei durch die Saison zu kommen. Da sein Lohn aber deutlich tiefer ist als zuletzt noch bei den Vancouver Canucks, sind seine Chancen auf NHL-Einsätze grösser.

Was für eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Sven Bärtschi ist und bleibt ein talentierter Stürmer. Hätte Vancouver in den letzten Jahren nicht massive Salary-Cap-Probleme gehabt, wäre er dort wohl auch noch zum Einsatz gekommen.
  • In Vegas bietet sich dem Stürmer die Chance auf einen Neuanfang: Bärtschi hat nichts zu verlieren. Wenn er den Sprung in die NHL nicht schafft, hat sich seine Situation zumindest nicht drastisch verschlechtert.

Was gegen eine erfolgreiche Saison spricht:

  • Die Vegas Golden Knights sind auf den Flügeln noch einmal deutlich besser besetzt als Vancouver. Es wird für Bärtschi nicht einfach, sich in diesem Kader einen Stammplatz zu erspielen.
  • Bärtschi ist und bleibt verletzungsanfällig. Er hat schon mehrere Hirnerschütterungen durchgemacht. Eine weitere und das war es dann vielleicht mit seiner Profikarriere.
  • Den Beginn der Saison verbringt Bärtschi in der AHL. Er wird sich dort den Klubverantwortlichen für höhere Aufgaben empfehlen müssen.

Prognose: 15 Punkte, davon 7 Tore

Tim Berni

Tim Berni war lange im Trainingscamp der Columbus Blue Jackets mit dabei, wurde beim letzten Kaderschnitt vor der Saison aber doch noch aus der Mannschaft gestrichen und zu den Cleveland Monsters in die AHL geschickt. Das kommt nicht überraschend, ist es doch Bernis erste Saison in Nordamerika. Der Zürcher Verteidiger wird sich erst noch an das Spiel auf dem kleineren Eisfeld gewöhnen müssen.

Prognose: Kommt, wenn überhaupt, nur zu vereinzelten Einsätzen in der NHL

Akira Schmid

Akira Schmid erhielt die Chance, sich im Trainingscamp der New Jersey Devils der Vereinsführung zu zeigen. Nach drei Jahren in der US-Juniorenliga USHL ist es Zeit für den nächsten Schritt in Schmids Karriere. Der junge Berner Goalie wird sich wohl mit Nico Daws um die Nummer-1-Rolle bei den Utica Comets, dem AHL-Team der Devils, streiten.

Prognose: Verbringt die ganze Saison in der AHL

Tobias Geisser

Der 22-jährige Verteidiger wurde letztes Jahr von den Hershey Bears an den EV Zug ausgeliehen und machte im dortigen Meisterteam grosse Fortschritte. Nun versucht er, seine offensive Stärke auch in Nordamerika zu zeigen und in Hershey, beim Farmteam der Washington Capitals, Verantwortung zu übernehmen.

Bild: keystone

Prognose: Verbringt die ganze Saison in der AHL

(Vorerst) nicht mehr in der NHL
Luca Sbisa hat in der Organisation der Anaheim Ducks eine Rolle im Coaching Staff übernommen. Der 31-Jährige verbrachte die letzten 13 Jahre bei diversen NHL-Teams.

Mirco Müller, Yannick Weber, Denis Malgin, Gaëtan Haas und Gilles Senn sind allesamt in die National League zurückgekehrt.
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