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Defending champion Magnus Carlsen, left, reacts after Sergey Karjakin, of Russia, forces a draw during the tie breaker round of the World Chess Championship, Wednesday, Nov. 30, 2016, in New York. (AP Photo/Mary Altaffer)

Verteidigt den Titel: Magnus Carlsen bleibt Schach-Weltmeister. Bild: Mary Altaffer/AP/KEYSTONE

Carlsen bleibt König: Norweger gewinnt im Duell der Wunderkinder die Schach-WM



Magnus Carlsen entscheidet das Duell der Schach-Wunderkinder für sich. Der norwegische Titelverteidiger gewinnt an seinem 26. Geburtstag zum dritten Mal den WM-Titel.

In einem packenden Stichkampf über vier Partien mit verkürzter Bedenkzeit bezwang der Champion am Mittwochabend (Ortszeit) in New York den Herausforderer Sergej Karjakin aus Russland mit 3:1 Punkten. Die notwendigen Siege errang er im dritten und vierten Spiel.

Die Tiebreak-Entscheidung war hochspannend und liess an Dramatik nichts zu wünschen übrig. Nach einem Remis in der ersten Schnellpartie übernahm Carlsen im zweiten Match mit Weiss die Initiative, eroberte Material und hatte eine klare Gewinnstellung.

Die Schachweltmeister seit 1961

1961-1963: Michail Botwinnik (UdSSR)
1963-1969: Tigran Petrosjan (UdSSR)
1969-1972: Boris Spasski (UdSSR)
1972-1975: Bobby Fischer (USA)
1975-1985: Anatoli Karpow (UdSSR/RUS)
1985-1993: Garri Kasparow (UdSSR/RUS)
1993-1999: Karpow*
1999-2000: Alexander Chalifman* (RUS)
2000-2002: Viswanathan Anand* (IND)
2002-2004: Ruslan Ponomarjow* (UKR)
2004-2005: Rustam Kasimjanow* (USB)
2005-2006: Wesselin Topalow* (BUL)
2006-2007: Wladimir Kramnik (RUS)
2007-2013: Anand
Seit 2013: Magnus Carlsen (NOR)
* = umstritten wegen Kasparows Zerwürfnis mit dem internationalen Schachverband FIDE 1993.

Der Norweger versuchte, ein Mattnetz zu knüpfen, aber Karjakin bewies erneut seine grosse Zähigkeit. Mit nur wenigen Sekunden auf der Uhr opferte der Russe seine restlichen Figuren und führte eine Pattstellung herbei, so dass auch diese Partie remis endete.

Psychologischer Vorteil

Die meisten Experten sahen danach Karjakin psychologisch im Vorteil. Doch der Weltmeister, der bei dem fast dreiwöchigen WM-Zweikampf nicht immer seine Bestform abrufen konnte, schlug im dritten Spiel mit Schwarz auf schöne Weise zurück. Er gab im 30. Zug einen Bauern für Angriff, brach im Zentrum mit seinen Figuren durch und stellte unparierbare Drohungen auf. Karjakin musste kurz danach aufgeben. Mit einer brillanten Mattattacke in der vierten Partie stellte Carlsen dann den 3:1-Endstand sicher.

Sergey Karjakin (R) of Russia wishes World Chess Champion Magnus Carlsen a happy birthday after Karjakin's loss at the 2016 World Chess Championship match in New York, U.S., November 30, 2016. REUTERS/Mark Kauzlarich

Die beiden Schachgrossmeister nach der geschlagenen Schlacht. Bild: MARK KAUZLARICH/REUTERS

Die Verlängerung war notwendig geworden, weil nach zwölf Partien mit normaler Bedenkzeit 6:6 stand. Jeder der beiden Grossmeister konnte eine Partie für sich entscheiden, zehn Begegnungen endeten remis.

1,1 Millionen Dollar Preisgeld

Magnus Carlsen ist seit November 2013 Schachweltmeister. Er hatte den Titel gegen den Inder Viswanathan Anand gewonnen und erstmals auch gegen Anand verteidigt. Für seinen erneuten Triumph kassierte der norwegische Topstar 60 Prozent der WM-Börse, die 1,1 Millionen Dollar beträgt.

Die sizilianische Verteidigung war laut diesem Tweet nicht gut genug für den Sieg.

Die zahlreichen Fans in Russland hatten bis zuletzt auf einen Überraschungssieg des Weltranglisten-Neunten Karjakow gehofft. In Moskau und anderen Städten drückten viele Anhänger dem Aussenseiter beim Public Viewing die Daumen. Der gebürtige Ukrainer leistete starke Gegenwehr, hatte am Ende aber doch das Nachsehen. Damit muss die Schach-Nation Russland weiterhin auf den ersten Weltmeister seit 2008 warten.

Carlsen schaffte es mit 13 Jahren und Karjakin sogar schon mit 12 in den erlesenen Kreis der Schach-Grossmeister. Erstmals in der langen WM-Geschichte sassen sich in New York zwei Spieler der Smartphone-Generation gegenüber. (kad/sda/dpa)

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Pressekonferenz nach dem Sieg in New York. Video: YouTube/HD-channel

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