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Rekorde sind nichts wert – für Bayern-Trainer Guardiola zählen nur die Titel

Nemanja Vidic erzielt Manchester Uniteds Tor im Hinspiel.
Nemanja Vidic erzielt Manchester Uniteds Tor im Hinspiel.Bild: Getty Images Europe
Heisser Tanz gegen ManUtd

Rekorde sind nichts wert – für Bayern-Trainer Guardiola zählen nur die Titel

Für Pep Guardiola gibt es nur eine Währung: Pokale. Die Rekordjagd interessiert den Bayern-Trainer höchstens am Rande, er will Titel, nach der Meisterschaft unbedingt auch die Champions League. Nächster Schritt: Heute Abend Manchester United eliminieren.
09.04.2014, 07:1409.04.2014, 09:06
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Nach den beiden 1:1 in den Hinspielen sind Bayern München gegen Manchester United und Atletico Madrid gegen den FC Barcelona in den Rückspielen der Champions-League-Viertelfinals vor eigenem Publikum im Vorteil.

Rekorde sind nichts, Titel sind alles. Nach diesem Credo lebt Bayern Münchens Trainer Pep Guardiola. Es war ihm egal, dass seine Reserve-Mannschaft am Samstag in der Bundesliga nach 53 Spielen die erste Meisterschaftsniederlage seit Oktober 2012 erlitt. Er schonte die Stars, denn der Fokus liegt nun ganz auf der Champions League. «Ich muss in der Lage sein, das Triple zu holen. Ich akzeptiere das», sagte Guardiola einen Tag vor dem Rückspiel gegen Manchester United.

Pep Guardiola: Rekorde kümmern ihn wenig, es zählen die Titel.
Pep Guardiola: Rekorde kümmern ihn wenig, es zählen die Titel.Bild: Bongarts

Scheitern wäre «ein grosser mistake»

Der spanische Trainer-Guru hat in der Champions League mit dem FC Barcelona in vier Jahren (2008 bis 2012) immer mindestens die Halbfinals erreicht. Würde er nun mit dem Titelverteidiger Bayern München schon in der Runde der letzten acht scheitern, wäre es eine grosse Überraschung, oder wie es Guardiola aus seiner Sicht sagte: «Ein grosser mistake.»

«Ich weiss, wie wir spielen müssen.»
Mehr zur Taktik verriet Pep Guardiola nicht.

Seit dem 1:1 im Hinspiel in England hat Guardiola darüber nachgedacht, wie sein Team den Abwehrriegel von Manchester United überwinden könnte. Einen Tag vor dem Spiel war er offenbar zu einer Lösung gekommen. «Ich weiss, wie wir spielen müssen.» Mehr verriet er nicht.

Somit bleibt unklar, ob es Guardiola nochmals mit einem spielstarken Mittelstürmer wie Thomas Müller in Manchester oder Mario Götze versucht. Oder ob er diesmal den kopfballstarken Mario Mandzukic von Beginn weg bringt. Im Hinspiel wurde das Angriffsspiel der Münchner nach der Einwechslung von Mandzukic druckvoller. Der Kroate bereitete auch den Ausgleich von Bastian Schweinsteiger vor.

Rooney wohl dabei

Diesmal wird der Torschütze fehlen. Schweinsteiger ist ebenso gesperrt wie der Spanier Javi Martinez. Deshalb ist auch unklar, wie Guardiola das Mittelfeldzentrum besetzt. Die Frage lautet: Toni Kroos mit Lahm? Oder einer der beiden alleine? Sicher nicht dabei ist Natistar Xherdan Shaqiri, der wegen eines Muskelfaserrisses mehrere Wochen ausfällt.

Wayne Rooney im Abschlusstraining am Dienstag. Der Topstürmer scheint wieder fit zu sein.
Wayne Rooney im Abschlusstraining am Dienstag. Der Topstürmer scheint wieder fit zu sein.Bild: Reuters

Bei Manchester United scheint die dringlichste Frage geklärt. Stürmerstar Wayne Rooney konnte gestern das Training trotz geschwollenem Zeh bestreiten, seinem Einsatz dürfte nichts im Weg stehen. Damit vergrössern sich die Chancen von Aussenseiter Manchester United auf einen Coup beträchtlich. Das Spiel in München ist die letzte Chance, eine weitgehend misslungene Saison zu retten. Eine Halbfinal-Qualifikation im Stadion des Titelverteidigers würde das schwache Abschneiden in der Premier League ein wenig auffangen.

Noch sind Träume bei den Engländern erlaubt. «Unsere Saison erinnert mich an die von Chelsea 2012», sagte Verteidiger Patrice Evra. Die Londoner waren damals in der Meisterschaft früh aus der Entscheidung gefallen, holten dann aber gegen die scheinbar Übermächtigen, FC Barcelona (mit Guardiola) und Bayern München, den Titel in der Champions League.

Barça-Ikone Lionel Messi im Zweikampf mit Atleticos Miranda.
Barça-Ikone Lionel Messi im Zweikampf mit Atleticos Miranda.Bild: Getty Images Europe

Atletico zuhause noch ungeschlagen

Im zweiten Spiel vom Mittwoch vertraut Atletico Madrid auf seine Heimstärke, um gegen den FC Barcelona das 1:1 aus dem Hinspiel zu verteidigen. In Meisterschaft und Champions League hat der Leader der Primera Division keines von 20 Heimspielen verloren. Dreimal endete eine Partie im Vicente Calderon unentschieden. So auch am 12. Januar beim 0:0 gegen Barcelona. Dieses Resultat würde Atletico am Mittwoch zum erstmaligen Vorstoss in die Halbfinals der Champions League reichen.

Gegen die kampfstarken Madrilenen kündigt sich für Messi und Co. ein Geduldsspiel an. «Sie arbeiten hinten sehr hart, so dass es fast kein Durchkommen gibt», sagte Barcelonas Captain Xavi. Sollten die Katalanen tatsächlich nicht durchkommen, bekämen diejenigen Recht, die schon länger das Ende der Ära des aktuellen Barcelona-Ensembles prophezeien. Es wäre das erste Mal seit sieben Jahren, dass die «Blaugranas» schon in den Viertelfinals scheitern würden. (ram/si)

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