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Nein, Herr Djourou! Es gibt fünf Schweizer Captains, nicht drei.<br data-editable="remove">
Nein, Herr Djourou! Es gibt fünf Schweizer Captains, nicht drei.
Bild: Bongarts

Fast jeder dritte Bundesliga-Captain ist Schweizer – warum so viele Eidgenossen die Binde tragen

Am vergangenen Bundesliga-Spieltag haben erstmals fünf Schweizer ihren Klub als Captain aufs Feld geführt. Ihr Weg zur Binde war unterschiedlich – und doch haben sie viel gemeinsam.
25.09.2015, 17:3026.09.2015, 09:37

22 Schweizer spielen in der deutschen Bundesliga. Damit sind die Eidgenossen mit 4,2 Prozent am gesamten Spielanteil die grösste Söldnerfraktion. Doch damit nicht genug. Am sechsten Spieltag führten erstmals fünf Schweizer Captains ihre Teams aufs Spielfeld. Neben Johan Djourou (HSV), Pirmin Schwegler (Hoffenheim), Fabian Lustenberger (Hertha) und Diego Benaglio (Wolfsburg) erstmals auch Granit Xhaka (Mönchengladbach).

Damit waren nicht weniger als 27,8 Prozent aller Bundesliga-Kapitäne Schweizer. Ansonsten tragen nur zwei weitere Ausländer – der Österreicher Baumgartlinger in Mainz und der Holländer Verhaegh in Augsburg – die Binde. Die restlichen elf Klubs setzen auf deutsche Kapitäne.

Warum also ausgerechnet so viele Schweizer? Ausser Torhüter Benaglio sind die Captains allesamt spielstarke, defensive Mittelfeldspieler, die über eine hohe Spielintelligenz verfügen. Sicherlich hilfreich ist, dass Schweizer oft mehrere Sprachen sprechen, als loyal und eher zurückhaltend gelten. Aber natürlich haben alle fünf Schweizer Captains ihre ganz eigenen Vorzüge ...

Xhaka, die Übergangslösung

Bild: INA FASSBENDER/REUTERS

Der eigentliche Captain Martin Stranzl? Verletzt. Vize Tony Jantschke? Ebenfalls verletzt. Abwehrchef Roel Brouwers? Auf der Bank. So hat sich Favre-Nachfolger André Schubert vor dem Spiel gegen den FC Augsburg für Granit Xhaka als Captain bei Borussia Mönchengladbach entschieden. Es sei ein bewusster Entscheid gewesen. Xhaka müsse lernen, sein Temperament zu zügeln und mehr Verantwortung zu übernehmen. 

Xhaka freute sich riesig über das vorübergehende Captain-Amt: «Für mich ist das eine grosse Ehre. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen.» Die Beförderung hat sich Xhaka verdient. Der bald 23-jährige Basler hat sich in der letzten Saison zum unbestrittenen Chef im Gladbach-Mittelfeld entwickelt. Ob er auch am Samstag beim VfB Stuttgart die Binde tragen wird, ist noch offen. Möglich, dass Tony Jantschke (Unterschenkelprellung) wieder fit sein wird.

«Granit kann ein Spiel lenken und die Mitspieler mitreissen. Allerdings muss er diszipliniert spielen und seine Emotionen im Griff haben.»
Interimstrainer André Schubert über Granit Xhaka

Die Captains der 18 Bundesliga-Klubs

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Die Kapitäne der 18 Bundesliga-Klubs
quelle: x00122 / paul hanna
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Djourou, der Erfahrene

Seit diesem Sommer ist Johan Djourou, der seine dritte Saison beim Hamburger SV in Angriff nimmt, der neue Captain des Bundesliga-Dinos. Schon in der letzten Saison hatte er seinen Vorgänger Rafael van der Vaart ab und an bei dessen Abwesenheit als Vize-Captain ersetzt. Nach dem Abgang des Holländers, dem Wechsel von Heiko Westermann und dem Rücktritt von Marcell Jansen setzt Trainer Bruno Labbadia jetzt komplett auf den Schweizer Nationalspieler als Leaderfigur.

Djourou hat mit dem HSV schon viel erlebt, ist zweimal am Abstieg in die 2. Liga vorbeigeschrammt. Der Abwehrchef, der neuerdings auch Tore schiessen kann, ist zwar nie vor einem Patzer gefeit – aber dank seiner Erfahrung und der endlich gefundenen Konstanz hat er sich in der Mannschaft viel Respekt erarbeitet.

«Johan hat sich in Hamburg zum Leader entwickelt. Herausragend seine Nervenstärke und die Körpersprache.»
Ex-Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld über Johan Djourou

Schwegler, der Besonnene

Schon bei Eintracht Frankfurt war Pirmin Schwegler drei Jahre lang Captain, in seinem zweiten Jahr trägt er nun auch bei 1899 Hoffenheim die Binde. Der 28-jährige Luzerner wurde im Sommer-Trainingslager in Norwegen auf Vorschlag von Trainer Markus Gisdol zum Nachfolger von Andreas Beck gewählt, der zu Besiktas Istanbul wechselte.

Schwegler ist eher ein ruhiger, bescheidener Typ, kann aber mit deutlichen Worten ansprechen, was ihm nicht passt. Auf dem Platz ist er dank seiner Spielintelligenz der Taktgeber der Mannschaft, mit seinem unbändigen Ehrgeiz kann er die Mannschaft mitreissen.

«Ich habe ehrlich gespürt, dass die Jungs hinter mir stehen. Ich habe mich nie aufgedrängt, aber ich mache es gern.»
Pirmin Schwegler über das Captain-Amt

Lustenberger, der Loyale

Was für ein Hin und Her! Obwohl er bereits zwei Jahre als Hertha-Captain geamtet hatte, musste Fabian Lustenberger in diesem Sommer um die Binde bangen. Trainer Pal Dardai, der im Februar für den entlassenen Jos Luhukay zur «Alten Dame» kam, machte bis kurz vor Saisonstart ein riesiges Geheimnis ums Captain-Amt.

Dabei hatte Lustenberger, der seit 2008 bei den Berlinern spielt, seine Sache zuvor hervorragend gemacht. Der 27-jährige Luzerner ist zwar nicht der allergrösste Lautsprecher und versucht öffentlich vor allem nichts Falsches zu sagen. Hinter verschlossenen Türen kann er aber durchaus zum Wort- und Anführer mutieren. Ausserdem kennt er den Verein als dienstältester Spieler wie seine Westentasche.

«Er ist ein intelligenter Spieler und ein intelligenter Mensch. Die Mannschaft steht hinter ihm und er hat das letzte Saison schon gut gemacht.»
Hertha-Trainer Pal Dardai über Fabian Lustenberger

Benaglio, der Vorzeigeprofi

Bild: Tim Groothuis/Witters/freshfocus

Bereits seit mehr als drei Jahren amtet Diego Benaglio als Captain des VfL Wolfsburg. Der ehemalige Nati-Keeper wurde noch von Felix Magath eingesetzt, der damals den amtierenden Kapitän Christian Träsch aussortierte.

Auch als Dieter Hecking für den entlassenen Magath die «Wölfe» übernahm, blieb Benaglios Position unangetastet. Ohne Wahlverfahren bestätigte Hecking den mittlerweile 32-jährigen Zürcher als Captain. Kein Wunder: Benaglio ist die Konstanz in Person, Leitwolf sowie Musterprofi und somit ein ideales Vorbild für die Jungen im Klub.

«Ein starker Keeper, eine starke Führungsfigur. Er ist da, wenn mal einer durchrutscht. Das ist wichtig für die Mannschaft.»
Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking über Diego Benaglio

So veränderte sich die Liga-Zugehörigkeit der Bundesliga-Klubs

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