DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06178062 Germany supporters cheer during the FIFA World Cup 2018 qualifying soccer match between Germany and Czech Republic in Prague, Czech Republic, 01 September 2017.  EPA/FILIP SINGER

Deutsche Fans gestern Abend in Prag. Bild: EPA/EPA

Fan-Eklat bei Deutschland-Sieg: «Das ist eine Katastrophe, ganz schlimm»



Die deutsche Nationalmannschaft wurstelte sich gestern mit einer guten Portion Glück zum siebten Sieg im siebten WM-Qualifikationsspiel. Neben der Schweiz ist der Weltmeister die einzige Mannschaft, die in der laufenden Qualifikation alle Spiele gewonnen hat. Gestern gab es in Tschechien ein 2:1.

Trotz des herausragenden Kopfballtreffers von Mats Hummels kurz vor Schluss und einem Traumtor von Tschechiens Vladimir Darida gibt heute aber nicht der Fussball zu reden, sondern die mitgereisten Fans der deutschen Elf.

abspielen

Hummels trifft kurz vor Schluss zum 2:1.  Video: streamable

Diese zeigten sich von einer ganz üblen Sorte. Zunächst störten sie eine Schweigeminute für zwei verstorbene tschechische Funktionäre mit «Scheiss-DFB»-Rufe. Während des Spieles beschimpften sie dann Timo Werner, der für Deutschland das 1:0 erzielt hatte. Laut dem deutschen Spieler Julian Brandt waren aus der deutschen Fan-Ecke immer wieder Parolen mit «nationalsozialistischem Hintergrund» zu hören. 

epa06177794 Germany's Timo Werner scores the 1-0 lead during the FIFA World Cup 2018 qualifying soccer match between Germany and Czech Republic in Prague, Czech Republic, 01 September 2017.  EPA/MARTIN DIVISEK

Timo Werner: Das Supertalent liess sich durch die Beleidigungen nicht beeindrucken und erzielte das 1:0. Bild: EPA/EPA

Die Vertreter des DFB verurteilten die Vorfälle nach dem Spiel kaum. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff sprach von «Einzelaktionen» und sagte: «Es ist die Ansicht einzelner Fans, das ist jetzt nunmal so. Ich würde kein Riesendrama daraus machen.» Bundestrainer Joachim Löw meinte nach der Partie, dass er nichts gehört habe. 

Deutliches Zeichen der Spieler

Die Spieler der deutschen Nationalmannschaft reagierten hingegen deutlich. Innenverteidiger und Siegtorschütze Mats Hummels sagte: «Das ist eine Katastrophe, ganz schlimm. Das sind keine Fans, das sind Hooligans! Da distanzieren wir uns komplett, damit wollen wir gar nichts zu tun haben.»

«Wir waren uns alle einig, dass wir da nicht hingehen und sie unterstützen.»

Julian Brandt

Nach der Partie verzichteten die Spieler Deutschlands denn auch auf die Ehrenrunde und verschwanden direkt in den Katakomben. «Wir waren uns alle einig, dass wir da nicht hingehen und sie unterstützen», so Julian Brandt.

Schmährufe gegen Timo Werner, der für RB Leipzig stürmt, sind in der Bundesliga Alltag. Der 21-Jährige muss als Sündenbock für die Kommerzialisierung im Fussball hinhalten. Hummels meinte dazu: «Leute, die rufen, dass gewisse Institutionen den Fussball kaputt machen, machen ihn selbst kaputt. Deswegen muss man sie aus dem Stadion rauskriegen.» (cma)

Video der Woche: Rash, der sympathische Berner «Influencer», im Kreuzverhör.

Video: watson/Nico Franzoni, Lya Saxer

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Die Schweiz hatte recht»: Warum die strengen Regeln in Deutschland nicht effektiver sind

Deutschland hat weit schärfere Massnahmen als die Schweiz. Doch das Infektionsgeschehen ist gleich hoch. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Über die Bilder aus der Schweiz staunt man in Deutschland nicht schlecht: Menschen, die zusammen im Strassencafé oder in grossen Gruppen im Park sitzen. Derweil versinkt Deutschland allmählich in einer Coronadepression: Seit November sind fast überall im Land Cafés, Kinos, Theater dicht, Sport war über Monate grösstenteils nur alleine oder zu zweit erlaubt.

Schulen waren wochenlang in etlichen Bundesländern dicht oder im Wechselunterricht im Betrieb. Und der Einzelhandel darf nur dort getestete …

Artikel lesen
Link zum Artikel