ZSC bleibt zuhause unschlagbar – Servette verspielt beinahe einen 4:0-Vorsprung
Servette – Fribourg 7:3
Im Westschweizer Halbfinal-Duell gibt es auch im zweiten Spiel einen Heimsieg. Mit einem 7:3 gleicht Genève-Servette die Serie gegen ein erst spät erwachendes Fribourg-Gottéron verdient wieder aus.
Die 6917 Zuschauer in der ausverkauften Genfer Les-Vernets-Halle erlebten ein Spiel mit zwei Gesichtern. In den ersten zwei Dritteln gab Servette klar den Ton an und lieferte damit die perfekte Antwort auf das 1:3 zwei Tage zuvor in Freiburg. Nach knapp 34 Minuten und Toren von Vili Saarijärvi, Giancarlo Chanton, Jimmy Vesey und Tim Bozon führte der Gastgeber komfortabel 4:0.
Fribourgs Versuche, den Gegner in dessen Zone früh unter Druck zu setzen, liefen bis dahin oft ins Leere. Zudem verteilte das Team von Trainer Roger Rönnberg zu viele Geschenke. Dem 0:1 in Unterzahl nach knapp zweieinhalb Minuten ging ein Wechselfehler voraus; das dritte und vierte Gegentor fielen nach Kontern der Genfer.
Und für einmal erwies sich auch Reto Berra nicht als der gewohnt starke Freiburger Rückhalt. Der statistisch zweitbeste Goalie dieser Playoffs wurde nach dem 0:4, bei dem er zum dritten Mal zwischen den Beinen bezwungen worden war, durch Loic Galley ersetzt.
Ein sehenswerter Hocheckschuss von Captain Julien Sprunger in der 46. Minute erweckte Gottéron jedoch zu neuem Leben und war der Startschuss in ein verrücktes und torreiches Schlussdrittel. Nur drei Minuten später gelang den Freiburgern durch Christoph Bertschy mit dem 2:4 im 36. (!) Powerplay dieser Playoffs das erste Überzahltor nach zuvor über 60 ungenutzten Minuten.
Gut acht Minuten vor Schluss verkürzte Bertschy – mit gütiger Mithilfe von Servettes Verteidiger Roger Karrer, der den Puck unglücklich ins eigene Tor ablenkte – sogar auf 3:4. Wenig später konnten die Gäste erneut in Überzahl agieren. Doch statt des Ausgleichs markierte Servette, kaum war die numerische Gleichheit wiederhergestellt, knapp fünf Minuten vor Schluss durch Matthew Verboon das vorentscheidende 5:3. Die letzten beiden Genfer Tore fielen ins leere Freiburger Gehäuse.
Genève-Servette - Fribourg-Gottéron 7:3 (1:0, 3:0, 3:3)
6917 Zuschauer. - SR Ruprecht/Tscherrig, Francey/Stalder.
Tore: 3. Saarijärvi (Vesey, Miranda/Powerplaytor) 1:0. 24. Chanton (Verboon) 2:0. 27. Vesey (Miranda, Jooris) 3:0. 34. Bozon (Rutta, Berni) 4:0. 46. Sprunger (Arola, Marchon) 4:1. 49. Bertschy (Kapla, Borgström/Powerplaytor) 4:2. 52. Bertschy (Wallmark, Kapla) 4:3. 56. Verboon (Granlund, Manninen) 5:3. 59. (58:23) Rutta 6:3 (ins leere Tor). 60. (59:26) Praplan 7:3 (ins leere Tor).
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 2mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron.
PostFinance-Topskorer: Granlund; Borgström.
Genève-Servette: Charlin; Rutta, Berni; Saarijärvi, Chanton; Karrer, Le Coultre; Sutter; Puljujärvi, Manninen, Granlund; Bozon, Jooris, Vesey; Praplan, Pouliot, Ignatavicius; Miranda, Verboon, Noah Rod; Hischier.
Fribourg-Gottéron: Berra (34. Galley); Rathgeb, Kapla; Seiler, Streule; Jecker, Arola; Johnson; Bertschy, Borgström, Biasca; Dorthe, Wallmark, De la Rose; Sprunger, Walser, Marchon; Reber, Ljunggren, Gerber; Nicolet.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Richard (verletzt) und Brassard (überzähliger Ausländer). Fribourg-Gottéron ohne Sörensen, Schmid, Glauser (alle verletzt), Nemeth (gesperrt), Rau und Rattie (beide überzählige Ausländer). Fribourg-Gottéron von 39:53 bis 40:00, 56:03 bis 58:23 und 58:51 bis 59:26 ohne Torhüter. 37. Timeout Fribourg-Gottéron. 52. Timeout Genève-Servette.
ZSC – Davos 3:1
Serie 1:1
Die ZSC Lions gleichen die Halbfinalserie gegen den Qualifikationssieger Davos zum 1:1 aus. Der Titelverteidiger gewinnt 3:1 und setzt die beeindruckende Heimserie in den Playoffs fort.
5. April 2023: An diesem Datum erlitt der ZSC im Halbfinal gegen Biel mit 3:5 die letzte Heimniederlage in den Playoffs. Nun reihten sie den 19. Sieg vor eigenem Publikum aneinander. Dass dem so war, lag nicht an einem der Stars im Zürcher Team, sondern an Chris Baltisberger, der in der 46. Minute das entscheidende 2:1 erzielte. Der Stürmer aus der vierten Linie hatte schon zwei Tage zuvor bei der 2:4-Niederlage im ersten Halbfinalspiel dieser Serie zweimal getroffen. In der 54. Minute erhöhte Vinzenz Rohrer zum 3:1, womit die Vorentscheidung gefallen war. Der Sieg der Zürcher war verdient, sie steigerten sich von Drittel zu Drittel. Das letzte dominierten sie klar.
In den ersten 20 Minuten neutralisierten sich die beiden Teams noch weitgehend, woraufhin die Lions entschlossener aus der Kabine kamen. Schon nach wenigen Sekunden scheiterte Verteidiger Yannick Weber aus guter Position am Davoser Keeper Sandro Aeschlimann. In der Folge kassierten die Gäste zwei Strafen kurz hintereinander, die zweite nutzte Rudolfs Balcers nach herrlicher Vorarbeit von Jesper Frödén zur Führung für den ZSC.
Danach war die Partie so richtig lanciert. In der 32. Minute kassierten die Zürcher eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Das rächte sich: Yannick Frehner (33.) glich mit einem Ablenker zum 1:1 aus. 13 Sekunden später musste mit Vinzenz Rohrer der nächste Spieler der Lions in die Kühlbox. Die Möglichkeit, gleich nachzulegen, liess sich der HCD jedoch entgehen. So stand es auch nach dem zweiten Abschnitt unentschieden.
ZSC Lions - Davos 3:1 (0:0, 1:1, 2:0)
12'000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Piechaczek/Lemelin, Bürgy/Cattaneo.
Tore: 25. Balcers (Frödén/Powerplaytor) 1:0. 33. Frehner (Andersson/Powerplaytor) 1:1. 46. Baltisberger (Kukan) 2:1. 54. Rohrer 3:1.
Strafen: je 5mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Malgin; Stransky.
ZSC Lions: Hrubec; Kukan, Lehtonen; Weber, Marti; Trutmann, Geering; Schwendeler; Balcers, Malgin, Schreiber; Frödén, Lammikko, Denis Hollenstein; Rohrer, Grant, Riedi; Baltisberger, Sigrist, Baechler; Gruber.
Davos: Aeschlimann; Frick, Dahlbeck; Andersson, Jung; Fora, Barandun; Guebey, Gross; Stransky, Ryfors, Tambellini; Aebli, Asplund, Zadina; Frehner, Waidacher, Kessler; Knak, Egli, Parrée.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Andrighetto, Bader (beide verletzt) und Sundström (überzähliger Ausländer), Davos ohne Corvi, Gredig, Luca Hollenstein, Nussbaumer (alle verletzt), Claesson, Lemieux und Taponen (alle überzählige Ausländer). Davos ab 57:29 ohne Torhüter. (abu/sda)
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