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Eishockey-WM: Deutschland steckt in der Krise – das sind die Probleme

Latvia's Oskars Cibulskis, left, fights for the puck against Germany's Maximilian Kastner, right, during the 2026 IIHF Men's Ice Hockey World Championship preliminary round group A game ...
Gegen Lettland erlebte Deutschland eine bittere Enttäuschung.Bild: keystone

Viertelfinal schon in Gefahr – die Probleme der Deutschen vor dem Duell mit der Nati

Der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft ist der Start in die WM missglückt. Die Kritik an Trainer Harold Kreis wächst. Heute Abend gegen die Schweiz (20.20 Uhr) muss eine Reaktion her.
18.05.2026, 14:1118.05.2026, 14:12

Für Deutschland wird es an der Eishockey-WM in Zürich bereits brenzlig. Nach der 1:3-Auftaktniederlage gegen Finnland verlor die Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis gestern auch gegen Lettland mit 0:2. Der Kampf um die Viertelfinals ist für das deutsche Team somit ein Vielfaches komplizierter geworden.

Wenn man davon ausgeht, dass drei der vier Plätze an die USA, die Schweiz und Finnland gehen, liegt Deutschland im Kampf um den vierten Platz gegen Lettland im Hintertreffen. Ausrutscher gegen Ungarn (22. Mai), Österreich (23. Mai) und Grossbritannien (25. Mai) mag es keine mehr leiden. Und um Lettland noch abzufangen, bräuchte Deutschland wohl auch Punkte in den Spielen gegen die Schweiz (heute Abend, ab 20.20 Uhr im watson Liveticker) und gegen die USA (20. Mai).

«Genauso frustriert, wie ich hier stehe, sitzt die Mannschaft in der Kabine», sagte Bundestrainer Kreis nach der 0:2-Pleite gegen Lettland. Die Gründe für den Fehlstart liegen womöglich aber auch bei Kreis selbst. Der dreifache Schweizer Meistercoach (2005 Davos, 2006 Lugano und 2008 ZSC Lions) geriet zuletzt stark unter Druck. An der WM 2025 blieb Deutschland bereits in der Gruppenphase hängen und an den Olympischen Spielen scheiterte es mit einem desolaten 2:6 im Viertelfinal an der Slowakei.

Kreis in der Kritik

Nun gibt es Gerüchte, dass das Fernbleiben der deutschen NHL-Stars an der WM auch mit Kreis zusammenhängen könnte. Mit Leon Draisaitl, Tim Stützle und J.J. Peterka sind die drei besten deutschen Stürmer in Zürich nicht dabei. Von den NHL-Stars (Lukas Reichel, Philipp Grubauer und Josh Samanski verdienen diese Auszeichnung nicht) hält einzig Moritz Seider die Fahne hoch. Die anderen drei haben bis zum Ausscheiden in den Stanley-Cup-Playoffs noch gespielt. Sind sie tatsächlich angeschlagen? Oder haben sie einfach keine Lust auf Harold Kreis?

Harold Kreis, head coach of Germany, center, during the 2026 IIHF Men's Ice Hockey World Championship preliminary round group A game between Finland and Germany, at the Swiss Life Arena ice hocke ...
Bundestrainer Harry Kreis steht in der Kritik.Bild: keystone

Die Stimmung im Team sei bereits bei den Olympischen Spielen nicht gut gewesen, deutete der langjährige Captain Moritz Müller an, der bei der diesjährigen WM als TV-Experte im Einsatz steht. Auch der langjährige deutsche Nationalverteidiger Marcel Brandt, der von Kreis zuletzt nicht mehr berücksichtigt wurde, äusserte sich kritisch über den Umgang des Bundestrainers mit seinen Spielern.

Offensive Harmlosigkeit

Das Fehlen der NHL-Stürmer macht sich auf dem Eis bemerkbar. Deutschland war in den ersten beiden Spielen offensiv harmlos, schoss insgesamt nur ein Tor. Gegen Finnland war man deutlich unterlegen. Gegen Lettland war die DEB-Auswahl etwas besser im Spiel, verzweifelte aber an Goalie Kristers Gudlevskis, der schon gegen die Schweiz glänzen konnte. «Wir hatten keinen Verkehr vor dem Tor und haben es ihrem Goalie zu einfach gemacht», erklärte Kreis den offensiven Nuller gegen die Balten.

Germany's Leon Draisaitl (29) leaves the ice following a win over France in a men's ice hockey qualification playoff game at the 2026 Winter Olympics, in Milan, Italy, Tuesday, Feb. 17, 2026 ...
Leon Draisaitl schlug sich kurz vor dem Playoff-Start in der NHL noch mit einer Verletzung herum.Bild: keystone

Auch mit einem Mann mehr erzeugt Deutschland kaum Gefahr. 14 Powerplay-Minuten haben sie an dieser WM bereits gehabt und dabei kein einziges Mal getroffen. Es fehlt einfach die Genialität eines Draisaitl, eines Stützle oder eines Peterka. Gerade auf der Center-Position ist das fehlende Talent offensichtlich.

Steigerung nötig

Die Verteidigung funktioniert bei 5-gegen-5 ordentlich, aber in Unterzahl sind die Deutschen anfällig. Vier Mal befanden sie sich in den ersten beiden Spielen in Unterzahl, drei Mal haben sie auch ein Tor kassiert. Das ist auf diesem Niveau massiv ungenügend.

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Chaos in der deutschen Hintermannschaft.Bild: keystone

Grundsätzlich ist es schwierig, dem Torhüter einen Vorwurf zu machen, wenn die Mannschaft vor ihm weniger als ein Tor pro Spiel erzielt. Aber Fakt ist, dass NHL-Keeper Philipp Grubauer bislang nicht restlos überzeugte. Seine Fangquote von 89,80 Prozent ist noch knapp genügend. Auf dem Eis wirkt der 34-jährige Routinier aber fahrig. Oft beisst Grubauer zu stark auf Aktionen des Gegners und verlässt so die optimale Position. So kam es im Übrigen auch zum bisherigen Save des Turniers, als Verteidiger Seider für seinen Schlussmann auf der Linie retten musste.

Es ist offensichtlich: Im deutschen Team fehlt es an Qualität. Diese müssen die Spieler nun durch Einsatz und Kampfeslust wettmachen – auch wenn sie im heutigen «Derby» gegen die Schweizer Nati bestehen wollen. Ein erneutes Aus in der Vorrunde kann sich die DEB-Auswahl eigentlich nicht leisten. Denn im nächsten Jahr findet die WM in Düsseldorf und Mannheim statt. Das Verpassen der Viertelfinals wäre da eine gewaltige Euphoriebremse.

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Die besten Bilder der Eishockey-WM in Zürich und Fribourg
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Die besten Bilder der Eishockey-WM in Zürich und Fribourg

Die Schweizer Nati wird vom Publikum an der Heim-WM mit viel Liebe verabschiedet.

quelle: keystone / andreas becker
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Die Eishockey-Nati vor der Heim-WM: Rituale, Rechnungen & Rivalry
Video: watson
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