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HC Fribourg-Gotteron Trainer Hans Kossmann waehrend dem zweiten Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und dem HC Fribourg-Gotteron, am Samstag, 29. Maerz 2014, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

War Hans Kossmanns Führungsstil zu hart? Bild: KEYSTONE

Entspannter Kossmann

«Ich hatte keine Feinde in der Kabine»

Trainer und Sportchef Hans Kossmann (52) über die Gründe seiner Entlassung bei Fribourg-Gottéron. Ein Rückblick ohne Zorn. 

watson: Sind Sie am Sonntagnachmittag gleich am Telefon entlassen worden? 
Hans Kossmann: Nein. Es ist alles stilgerecht gelaufen. Der Präsident hat mich angerufen und wir haben einen Termin am Sonntagnachmittag vereinbart. 

Wie ist Ihre Entlassung begründet worden? 
Wir haben uns noch gar nicht über die Gründe unterhalten. Es gab ja in so einem Moment auch nichts zu begründen. Ich habe die Chance bekommen, Sportchef und Trainer zu sein, und wenn die Resultate nicht stimmen, dann muss ich eben die Verantwortung übernehmen und gehen. 

Ist es denkbar, dass Sie als Sportdirektor weiterarbeiten? 
Darüber haben wir gar nicht gesprochen.  

Der Fribourger Trainer Hans Kossmann beobachtet das Spielgeschehen im Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem HC Fribourg-Gotteron und dem HC Davos am Dienstag, 28. Januar 2014 in Fribourg. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Erwartungen seien zu hoch gewesen, meint Hans Kossmann. Bild: KEYSTONE

Warum sind Sie gescheitert? 
Wahrscheinlich an den guten Resultaten, die wir in den letzten drei Jahren erreicht hatten. Ich denke, dass es mir gelungen ist, in dieser Zeit ein Maximum herauszuholen. So sind hohe Erwartungen geweckt worden, die wir diese Saison in einer sehr ausgeglichenen Liga nicht erfüllen konnten. 

Haben Sie die Situation unterschätzt? 
Nein.​

Aber Ihre Spieler? 
Es ist wohl so, dass nicht alle bereit waren, den Preis zu zahlen, den wir hätten zahlen müssen, um wieder ein Maximum herauszuholen. Wir waren nicht so gut, wie uns alle aufgrund der vergangenen drei Jahre gesehen haben. 

Wer waren Ihre Feinde in der Kabine? 
Feinde? Ich hatte keine Feinde in der Kabine. Es gibt immer Spieler, die nicht zufrieden sind. Aber das sollten Sie nicht überschätzen. Es hat niemand gegen mich gearbeitet. Meine Feinde waren, wie erwähnt, die guten Resultate der Vergangenheit und die daraus resultierenden hohen Erwartungen. 

HC Fribourg-Gotteron Trainer Hans Kossmann waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und dem HC Fribourg-Gotteron am Freitag, 17. Januar 2014, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Kossmann fand den Weg aus der Negativspirale nicht. Bild: KEYSTONE

Ihren rauen Führungsstil haben aber nicht mehr alle goutiert. Sie sind so etwas wie die NLA-Antwort auf Mike Keenan. 
Das sehen Sie zu extrem. Wenn schon, dann ist es wohl eher so, dass die Spieler gelesen und gehört haben, ich sei zu hart, und schliesslich gedacht haben, ich sei wohl tatsächlich zu streng. Ich habe jedenfalls an der Bande meine Spieler nie so zusammengestaucht wie Lausannes Heinz Ehlers beim letzten Spiel gegen uns …

Dennoch: Wenn Sie jetzt zurückblicken, sehen Sie Gründe, warum es so gekommen ist? 
Verletzungen von wichtigen Spielern haben uns bereits vor dem Saisonstart aus dem Konzept gebracht. Dann passte in jedem Spiel irgendetwas nicht mehr. Mal die Torhüterleistung, mal das Powerplay, mal das Defensivspiel und es ist mir einfach nicht mehr gelungen, alles wieder auf eine Reihe zu bringen und die Negativspirale begann sich zu drehen. 

Sie wirken trotz der Entlassung recht entspannt. Oder täusche ich mich? 
Sie täuschen sich nicht. Fribourg hat mir eine Chance gegeben und ich habe hier drei grossartige Jahre erlebt. Es gibt niemanden, über den ich ein einziges böses Wort sagen könnte. 

Fribourgs Trainer Hans Kossmann im dritten Playoff-Viertelfinalspiel der National League A zwischen dem HC Fribourg-Gotteron und dem HC Ambri-Piotta am Samstag, 15. Maerz 2014, in der BCF-Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Wo sein Weg jetzt hinführt, weiss Kossmann noch nicht. Er lasse die Dinge mal auf sich zu kommen. Bild: KEYSTONE

Wann kehren Sie ins Geschäft zurück? Ihre Frau wird Sie wohl nicht zu lange zu Hause haben wollen. 
Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich werde jetzt erst einmal ein bisschen Abstand gewinnen und da und dort Spiele oder Trainings schauen. Ich bin eher der Typ, der die Dinge in einer solchen Situation erst einmal auf sich zukommen lässt. Und machen Sie sich keine Sorgen um meine Frau. Sie ist sehr selbständig und wird mich schon nicht aus dem Haus und in irgendein Eisstadion jagen. Ich muss mich schon selber aufraffen und um einen Job bemühen. 

Werden Sie am Dienstag das Spiel von Fribourg gegen Bern im Stadion verfolgen? 
Das weiss ich noch nicht. Wohl eher nicht. 

Sie sollten das Spektakel nicht verpassen. Ich reserviere Ihnen gerne einen Platz auf der Medientribüne. 
Ja, ja, das hätte gerade noch gefehlt. 



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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • länzu 13.10.2014 12:40
    Highlight Highlight Ein grundanständiger Mensch ist das. Hut ab, vor Hans Kossmann, dass er die Weicheier des Clubs nicht beim Namen nannte,. Holen wir es an dieser Stelle nach: Sprunger, Dubé, Bykov, Conz, Ngoi......
    • pierolefou 13.10.2014 13:52
      Highlight Highlight Bravo Länzu, genau dasselbe meine ich auch!!!
    • Yotanke 13.10.2014 15:44
      Highlight Highlight Grundanständig? Ich weiss nicht. Er wird wohl eher kein schlechtes Wort über seinen ehemaligen Arbeitgeber verlieren, weil das die Abfindungszahlung reduzieren würde.

Nun ist es offiziell: Langenthal kann nicht in die höchste Liga aufsteigen

Liga-Direktor Denis Vaucher bestätigt, was bisher krampfhaft geheim gehalten worden ist: Wird der SC Langenthal Meister, kann er nicht aufsteigen und die Rapperswil-Jona Lakers bzw. Davos sind gerettet.

Auf die Frage, ob der SC Langenthal in seinem Kultstadion «Schoren» in der NL spielen dürfte, sagt Liga-Direktor Denis Vaucher klipp und klar: «Nein, der Schoren erfüllt die Anforderungen an ein Stadion in der höchsten Liga nicht und kann auch mit infrastrukturellen Anpassungen in der Sommerpause 2019 nicht National-League-tauglich gemacht werden.»

Päng! Das ist Klartext in der reinsten Form. Endlich wissen wir: das Thema Aufstieg ist für Langenthal ganz offiziell vom Tisch.

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