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Marc Furrer, Verwaltungsratspraesident Swiss Ice Hockey, beantwortet die Fragen der Journalisten, anlaesslich einer Pressekonferenz zur Vertragssituation mit Sean Simpson, Trainer der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft, am Montag, 3. Maerz 2014, in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Bild: Keystone

Verbandspräsident Furrer nach Simpson-Abgang

«Haben Sie schon mit Arno Del Curto telefoniert?»

Der Schweizer Eishockeyverband und Silbertrainer Sean Simpson gehen nach der WM in Minsk getrennte Wege. Die Kandidatensuche läuft ab sofort auf Hochtouren. Der Davoser Arno Del Curto scheint eher nicht in Frage zu kommen.



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Verbandspräsident Marc Furrer über mögliche Kandidaten. YouTube/Watson Redaktion

Der Präsident des Schweizer Eishockeyverbands (SEHV) Marc Furrer gibt an der Medienkonferenz unverhohlen zu: «Aus Sicht der Öffentlichkeit liegt der schwarze Peter sicher beim Verband». Und er hegt sogar Verständnis für die Unzufriedenheit in der Schweizer Bevölkerung nach dem Abgang von Sean Simpson. 

Ihm sei klar, dass nun Kritik kommen werde, aber dies sei nun halt auch eine Aufgabe des Präsidentenamtes. Er könne nicht einen Vertrag unterschreiben, hinter dem er und die Verbandsspitze nicht stehen könne.

03.03.2014; Zuerich; Swiss Ice Hockey; Trainer Sean Simpson weahrend der Pressekonferenz
(Claudia Minder/freshfocus)

Ein emotionaler Sean Simpson erklärt den Medienleuten seinen Abgang. Bild: Claudia Minder

Sean Simpson hat bereits unterschrieben

Zu weit gingen die Vorstellungen und Ideen der beiden Parteien auseinander. Sean Simpson hat nun letzte Woche einen Vertrag bei einem ausländischen Klub unterschrieben. Tendenziell geht er entweder als Chefcoach zu Adler Mannheim oder sogar in die NHL. Dort könnte der Vizeweltmeister-Trainer ähnlich wie sein Vorgänger Ralph Krueger einen Assistenzposten innerhalb einer NHL-Organisation übernehmen. 

Der Verband weiss also seit ein paar Tagen, dass die Zusammenarbeit mit Simpson nach der WM in Minsk Ende Mai nicht weitergeführt wird. Die Suche nach einem Nachfolger wird ab sofort aufgenommen, potenzielle Kandidaten werden kontaktiert. 

Auch ausländische Kandidaten möglich

Es muss laut SEHV-Boss Furrer nicht unbedingt ein Schweizer sein, aber im Anforderungsprofil des Verbandes ist festgehalten, dass der Nationaltrainer sich im Schweizer Eishockey auskennen sollte. Einer, der sich sicher im Schweizer Eishockey auskennt, ist der Davoser Kulttrainer Arno Del Curto. 

«Arno ist ein hervorragender Coach, das ist gar keine Frage», so Furrer gegenüber watson. «Soviel ich weiss, steht er aber beim HC Davos unter Vertrag. Ob er auf unserem Radar ist, kann ich Ihnen nicht sagen.»

Niklas Hagman, links, und Joe Thornton, rechts, schliessen ihren Trainer Arno del Curto, Mitte, nach dem Meistertitel in die Arme, nach dem fuenften Eishockey Playoff-Finalspiel der Nationalliga A zwischen dem HC Davos und den ZSC Lions, am Donnerstag, 7. April 2005, in Davos.   (KEYSTONE/PHOTOPRESS/Arno Balzarini)

Der Baumeister des HCD kann auch gut mit Stars umgehen, hier herzt er Joe Thornton. Bild: Photopress

Der Schweizer Eishockeyverband hat bis jetzt als Credo, dass der Nationaltrainerposten nicht mit einer Tätigkeit als Klubtrainer zu vereinbaren ist. Ob dies sich allenfalls in Zukunft ändern wird, ist demnächst ein Traktandum im Verband. 

Nach Ansicht von Präsident Marc Furrer wird auch weiterhin die Vorgabe des Verbandes an einen Kandidaten sein, dass dieser nicht gleichzeitig einen Klub betreuen darf.

Gemäss watson-Kolumnist Klaus Zaugg lehrt die Erfahrung, dass in der Schweiz ein Doppelmandat Klub/Nationalmannschaft in keiner Art und Weise mehrheitsfähig ist. Ausser in Kanada habe diese Doppellösung noch in keinem demokratischen Staat auf Dauer funktioniert. «Hinzu kommt», so Zaugg, «dass sich der Nationaltrainer in der Schweiz auch um das Programm der Nachwuchs-Nationalteams kümmert. Das ist ein Erfolgsmodell.»

Der erfolgreichste Schweizer Trainer ist nicht Favorit als Nationaltrainer

Eine deutliche Mehrheit der watson-User findet, Arno Del Curto solle Nati-Trainer werden (siehe Umfrage unten). Weil er bislang stets sagte, er würde zwar die Nati übernehmen, aber nur im Nebenamt, scheint er für den Verband kein Kandidat zu sein. Trotz seiner Erfolge mit dem HC Davos und anderer guten Gründe wird der Nachfolger von Sean Simpson wohl ein Trainer werden mit einem kleineren Palmarès als der St. Moritzer. 

Umfrage

Soll Arno Del Curto Nati-Trainer werden?

318

  • Ja60%
  • Nein39%

Dabei wären Vertragsverhandlungen wesentlich einfacher mit dem Bünder Urgestein. Dieser besitzt nämlich nur einen mündlichen Kontrakt mit dem HCD. Ein grosser Vorteil bei langwierigen Diskussionen.

Das dürfte auch Präsident Furrer überzeugen. Schliesslich hat er mit dem sich über Monate hinziehenden Vertragspoker mit Simpson schlechte Erfahrungen gemacht. Wer weiss, ob der Nati-Trainer im Nebenamt für den Verband plötzlich das Ass im Ärmel ist, das den schwarzen Peter vergessen macht.

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • manolo 03.03.2014 19:02
    Highlight Highlight furrer ist eine Fehlbesetzung und muss in Pension gehen!
    oder noch besser- er soll sich um einen posten beim sc Bern bemühen!
    • michel70 03.03.2014 21:15
      Highlight Highlight Kennen Sie Furrer näher? Wissen Sie mehr als andere Anderen über Vertragsverhandlungen? Sie scheinen einfach gefrustet zu sein weil der Verband der Vertrag nicht verlängert hat, ohne wirklich zu wissen was die entsprechende Punkte waren. Ich kenne weder Furrer noch Simpson näher aber fakt ist dass Simpson wohl Vizemeltmeister wurde aber auch 3x die Minimalanforderungen verpasst hat. Lassen wir uns überraschen wer Nachfolger wird. Voreillige und emotionale Entscheidungen sind mir nichtsympatisch und ich bin gespannt wer Nachfolger wird.

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