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ARCHIVE - Glen Hanlon, head coach of Belarus, watches his team play during the Qualification Round game between Belarus and Czech Republic at the IIHF 2009 World Championship at the Arena Zurich-Kloten in Kloten, Switzerland, May 3, 2009. Gemaess

Greg Hanlon, der wahrscheinliche Nachfolger von Sean Simpson. Bild: Keystone

Der neue Nationaltrainer

Bosse des Eishockey-Verbands nehmen im «Fall Hanlon» den Hinterausgang

Kurz vor dem zweiten WM-Spiel der Schweiz gegen die USA (19.45 Uhr, im watson-Liveticker) kommt es wenigstens nicht noch zu einer Staatsaffäre. Verbandspräsident Marc Furrer bestätigt oder dementiert die Verpflichtung von Glen Hanlon als neuen Nationaltrainer nicht.



Es ist der Super-Gau: Die Schweiz verpflichtet ausgerechnet den Nationaltrainer des Gastgebers und Gruppengegners Weissrussland als Nachfolger von Sean Simpson. Auf verschiedenen Wegen ist kolportiert worden, Weissrusslands Nationaltrainer Glen Hanlon werde der Nachfolger von Sean Simpson.

Ausgerechnet mit dem noch im Amt stehenden Nationalcoach des Gastgeberlandes und Gruppenspielgegners vor Ablauf seines Vertrages Verhandlungen zu führen – das wäre ein sportpolitischer Sündenfall, der sich zu einer Staatsaffäre auswachsen und Glen Hanlon noch während der WM den Job kosten könnte. Erst recht beim weissrussischen Verband, einem Arbeitgeber mit klaren Vorstellungen über Hierarchien und Autoritäten.

Marc Furrer, Verwaltungsratspraesident Swiss Ice Hockey, beantwortet die Fragen der Journalisten, anlaesslich einer Pressekonferenz zur Vertragssituation mit Sean Simpson, Trainer der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft, am Montag, 3. Maerz 2014, in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Verbandspräsident Marc Furrer. Bild: Keystone

Verband verzichtet auf eine Stellungnahme

Dementieren wäre eine Lösung. Nur stünden unsere Verbandsgeneräle nicht im besten Lichte da, wenn sie ein paar Wochen später die Verpflichtung von Glen Hanlon doch bestätigen müssten.

Also hat Verbandspräsident Marc Furrer, immerhin von 1992 bis 2004 Direktor des Bundesamtes für Kommunikation, den kommunikativen Hinterausgang genommen. Nicht bestätigen, nicht dementieren. Getreu dem etwas frivolen Motto der Welschen: «Sucer n'est pas tromper je vous l'assure!» Die offizielle Stellungnahme des Verbandes in der Sache lautet wörtlich so:

«Swiss Ice Hockey informiert nach der laufenden 2014 IIHF World Championship in Minsk zum Nachfolger von Sean Simpson als Headcoach der A- Nationalmannschaft.»

ZSC-Zahner: «Ich kann nichts sagen»

Auch die für die Trainerwahl mit mitverantwortlichen Mitglieder der Nationalmannschaftskommission hüten sich vor klaren Statements wie der Teufel vor dem geweihten Wasser. SCB-Sportchef Sven Leuenberger sagt: «Die Nationaltrainersuche ist die Sache von Ueli Schwarz. Wir haben uns darauf geeinigt, dass er in der Sache kommunizieren soll.» ZSC-Manager Peter Zahner, einem sonst charismatischem Kommunikator, hat es offiziell sogar die Sprache verschlagen: «Ich kann nichts sagen.»

Eh voilà. Alles nur Pulverdampf in den Medien. Die Kirche bleibt im Dorf. Der Friede bei der WM in Minsk gewahrt und die Hoffnung ist berechtigt, dass bald neue Kühe durchs Mediendorf getrieben werden und die sportdiplomatisch so peinliche Sache wenigstens während der WM aus den Schlagzeilen verschwindet.

Das, was inoffiziell erzählt wird, darf ja nicht zitiert werden und ist politisch unbedenklich. Aber kein Schelm, wer denkt, dass Glen Hanlon doch der Nachfolger von Sean Simpson wird und sich bereits intensiv mit diesem, na ja, etwas kuriosen Personalentscheid  befasst.

09.05.2014; Minsk; Eishockey World Championship - Schweiz - Russland;
Trainer Sean Simpson (SUI) (Andy Mueller/freshfocus)

Wer führt das Werk von Sean Simpson weiter? Bild: freshfocus

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