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Fribourgs Killian Mottet, zweite von links, jubelt nach seinem Tor (2-0) mit Fribourgs Flavio Schmutz Fribourgs Nathan Marchon, Fribourgs Jonas Holos, von links, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den HC Fribourg Gotteron und dem Geneve-Servette HC, am Samstag, 20. Januar 2018, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Mottet (71) und Marchon (97) haben sich auch neben dem Eis zusammengetan. Bild: KEYSTONE

Profisportler kaufen für Ältere ein oder bieten sich als Babysitter an

Jeder macht, was er kann. Während Schweizer Fussball- und Eishockeyspieler in erster Linie ihre Dienste als helfende Hand anbieten, zeigen sich manche Grossverdiener sehr grosszügig. Zwei Bayern-Spieler spenden gemeinsam eine Million Euro.



In der Corona-Krise ist zwar nichts so wichtig, wie Abstand zu halten. Und dennoch ist zu beobachten, wie Menschen zusammenrücken. Es gibt auch Profisportler, die mehr machen wollen, als zuhause mit Toilettenpapier zu jonglieren und sich dabei für Instagram zu filmen. Drei Eishockeyspieler des HC Fribourg-Gottéron etwa. Nationalspieler Killian Mottet, Adrien Lauper und Nathan Marchon haben sich zusammengetan, um für Mitmenschen einzukaufen, die über 65 Jahre alt sind.

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Lauper und Mottet im Migros in Bulle. bild: nathan marchon

«Solange die Menschen uns anrufen, werden wir weitermachen und für die Leute da sein», sagte der 29-jährige Mottet. Die Idee habe Laupers Frau gehabt und die Regeln sind klar: Das Trio kauft nur wirklich notwendige Lebensmittel ein.

Fussballgoalie Raphael Spiegel vom FC Winterthur bietet älteren Leuten in der Stadt an, ihnen beim Einkauf zu helfen oder mit ihrem Hund spazieren zu gehen. «Ich will die Zeit, die ich gerade habe, nutzen, um anderen ganz konkret zu helfen», sagte er der NZZ. «Wir sollten jetzt alle einander helfen. Eigentlich ist das ja selbstverständlich.» Noch habe ihn aber niemand angerufen, um die Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Kinder hüten und Spenden für Spitäler sammeln

Auch Arnaud Jacquemet, routinierter Stürmer vom HC Servette Genf, bietet seine Dienste an. Der Vater eines zehn Monate alten Sohnes wandte sich gemeinsam mit seiner Frau an Alleinerziehende, die momentan trotz Corona-Krise arbeiten müssen und niemanden finden, der sich um ihre Kinder kümmert. «Wir bieten an, in den nächsten Wochen ein oder zwei Kleinkinder für zwei bis drei Tage pro Woche kostenlos zu betreuen, wenn dies die Eltern entlasten kann», teilte der 31-jährige Jacquemet via Facebook mit.

Beim HC Ambri-Piotta verkaufen Spieler ihre Ausrüstung, um damit Geld zu sammeln. «Zusammen mit Ambri für das Tessin» lautet das Motto, der Erlös soll Spitälern zur Verfügung gestellt werden.

Ambri-Stürmer Dominik Zwerger bietet seine Schlittschuhe und zwei Stöcke an.

Bayern-Stars greifen tief in die Tasche

Leon Goretzka und Joshua Kimmich, beide Fussballer beim FC Bayern München, haben gemeinsam ein Hilfsprojekt gestartet. Auf der Plattform «We Kick Corona» kann sowohl gespendet wie auch um Hilfszahlungen angefragt werden. Die beiden deutschen Profis greifen tief in die Tasche und haben zum Start des Projekts eine Million Euro zur Verfügung gestellt: «Wir hoffen, dass viele von euch dem Beispiel folgen werden», sagte Goretzka.

Rashford kümmert sich um Kinder

Marc-André Fleury, der Star-Goalie der Vegas Golden Knights, spendet 100'000 Dollar. Das Geld geht an die Angestellten in der Arena, denen nun aufgrund ausbleibender NHL-Partien das Einkommen fehlt. «Meine Familie und ich hoffen, dass wir damit nicht nur jenen helfen können, die in Not geraten sind, sondern auch andere inspirieren können, etwas zu tun», liess Fleury ausrichten. Der 35-jährige Torhüter hat in seiner Karriere knapp 70 Millionen Dollar verdient. Insgesamt stellen der Besitzer und die Spieler der Golden Knights eine halbe Million Dollar zur Verfügung. Andere NHL- und NBA-Spieler und -Organisationen stellen ähnliche Summen bereit.

Marcus Rashford, englischer Fussball-Nationalstürmer bei Manchester United, sorgt sich um Schulkinder. Viele davon seien auf das kostenlose Mittagessen angewiesen, das nun wegen Schulschliessungen wegfalle, schreibt der 22-Jährige. Er habe sich deshalb in den vergangenen Tagen mit verschiedenen Organisationen in Verbindung gesetzt, damit die Kinder weiterhin gut ernährt würden. «Kein Kind sollte sich Sorgen darüber machen müssen, dass es nichts zu essen hat», so Rashford über sein Engagement.

«Wenn das Virus nicht zu Zlatan kommt, kommt Zlatan zum Virus!»

Der frühere ManUnited-Verteidiger Gary Neville besitzt mittlerweile gemeinsam mit seinem langjährigen Mitspieler Ryan Giggs zwei Hotels in Manchester. Neville kündigte an, diese zu schliessen und die insgesamt 176 Betten kostenlos medizinischem Personal zur Verfügung zu stellen. «In Zeiten wie diesen müssen wir Solidarität zeigen und leben», sagte der 45-jährige Ex-Nationalspieler. Die Zimmer seien für all jene gedacht, die von ihrer Familie isoliert leben müssten.

Der schwedische Fussballstar Zlatan Ibrahimovic, aktuell in Diensten der AC Milan, rief zu Spenden für Spitäler auf. «Ich zähle auf die Grosszügigkeit meiner Berufskollegen, aller Profisportler und jedes, der eine kleine oder grosse Spende machen kann, je nach seinen Möglichkeiten», so der 38-Jährige. Dem Coronavirus drohte der exzentrische Angreifer ausserdem an: «Wenn das Virus nicht zu Zlatan kommt, kommt Zlatan zum Virus!»

Einen Tag nach Ibrahimovics Aufruf – «Kick the virus away» – kam bereits mehr als eine Viertelmillion Euro zusammen.

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