Sport
Eishockey

Der Kopfstoss von Jan Mursak bringt dem SC Bern im Strichkampf Probleme

Berns Jan Mursak, links, bejubelt sein Tor zum 0-1, beim Eishockey-Qualifikationsspiel der National League zwischen dem HC Davos und dem SC Bern, am Dienstag, 25. Februar 2020, im Eisstadion in Davos. ...
Da jubelte er noch: Jan Mursak nach seinem 1:0-Führungstreffer gegen Davos.Bild: KEYSTONE

Mursaks Kopfstoss stellt den SCB im Strichkampf vor noch grössere Probleme

26.02.2020, 10:0727.02.2020, 06:22

Die Szene bei der 2:4-Niederlage des SC Bern in Davos hat direkten Einfluss im Strichkampf. HCD-Verteidiger Lorenz Kienzle checkt Berns Jan Mursak in Bandennähe – eine unnötige und gefährliche Aktion, ohne Frage.

Mursak steht aber glücklicherweise sofort wieder auf und will seinen Gegner zur Rede stellen. Dabei leistet sich der Slowene diese Undiszipliniertheit:

Der Kopfstoss von Mursak im Video. Auch der Check von Kienzle ist zu sehen.Video: streamable

Der SCB-Stürmer erhält für seinen «Zidane» eine zehnminütige Disziplinarstrafe. Laut dem früheren Spitzenschiedsrichter und «MySports»-Experten Nadir Mandioni eine Fehlentscheidung: Es hätte eine Fünfminutenstrafe mit Restausschluss geben müssen.

Michael Roth, ehemaliger Linienrichter und mittlerweile Sportchef beim EHC Frauenfeld, ergänzt: «Alleine schon der Versuch wird mit einer Matchstrafe geahndet. Es braucht keinen ‹Treffer›.»

Das Reglement spricht eine klare Sprache:

«Gegen einen Spieler, der entweder versucht, einen Kopfstoss auszuführen, oder den Kopfstoss gegen einen Gegenspieler führt, wird eine Matchstrafe ausgesprochen.»
IIHF-Regel 142
Update
Wie die watson-Redaktion zwischenzeitlich informiert wurde, wurden die Schiedsrichter vor der Saison angehalten, bei Kopfstössen, die nicht gefährlich sind und ohne Verletzungsabsicht erfolgen, keine Matchstrafe auszusprechen.

Stattdessen wird der Spieler gemäss Regel 168 iii 4. mit einer zehnminütigen Disziplinarstrafe belegt.

Mandioni fährt weiter: «Der Rest folgt», und deutet damit an, was der Verband heute Morgen bestätigt: Mursak wird gesperrt. Der SC Bern muss für das Spiel vom Freitag gegen Fribourg auf seinen Stürmer verzichten. Zudem erhält er eine Busse von 2500 Franken.

Das ist für das Team von Hans Kossmann umso bitterer, weil der Slowene der formstärkste SCB-Stürmer ist. In den sieben bisherigen Spielen im Februar hat er vier Tore und vier Assists angesammelt. Bern geht also nochmals empfindlich geschwächt in die Strichkampf-Entscheidung. (abu)

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