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Canada's Glen Hanlon, head coach of Belarus national ice hockey team, looks on his players, during the 2014 IIHF Ice Hockey World Championships preliminary round game Belarus vs Kazakhstan, at the Minsk Arena, in Minsk, Belarus, Sunday, May 11, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Bild: Keystone

«Grosser Kommunikator und Schmeichler»

Der neue Nationaltrainer Glen Hanlon ist ein echter Staatsmann

Es gilt als sicher, dass er der Nachfolger von Sean Simpson an der Bande der Schweizer Eishockey-Nati ist: Glen Hanlon. Der Noch-Nationaltrainer von WM-Gastgeber Weissrussland hat mit grossem diplomatischem Geschick einen Eklat verhindert.



Die Frage konnte während der offiziellen Medienkonferenz nach dem Spiel gegen Kasachstan (4:1) ja nicht ausbleiben: «Glen Hanlon, sind Sie der neue Nationaltrainer der Schweiz

Ein «Ja» hätte am Tag vor der Direktbegegnung gegen die Schweiz wohl einen Eklat provoziert. Aber der freundliche Kanadier hat sich wie ein grosser Staatsmann dem Zorn von Alexander Lukaschenko entzogen.

Hanlon stellte eine Gegenfrage: «Haben Sie irgendwo ein Zitat von mir gelesen?»

Canada's Glen Hanlon, head coach of Belarus national ice hockey team, looks on his players, during the 2014 IIHF Ice Hockey World Championships preliminary round game Belarus vs Kazakhstan, at the Minsk Arena, in Minsk, Belarus, Sunday, May 11, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Glen Hanlon an der Bande der Weissrussen. Bild: Keystone

Wie Schulbuben, die man beim Rauchen erwischt hat

Die Antwort war, logischerweise: nein. Es gibt tatsächlich weltweit in keinem Medium eine Aussage von Glen Hanlon mit der er seine Vertragsunterschrift mit der Schweiz bestätigt oder eine offizielle Bestätigung unserer Verbandsgeneräle.

Auch sie meiden jegliche Bestätigungen wie der Teufel das Weihwasser, um einen sportpolitischen Eklat abzuwenden. Nur im kleinen Kreis geben sie wie Buben, die im Schulhof beim Rauchen erwischt worden sind zu, dass die Nachfolge von Sean Simpson geregelt ist.

Sean Simpson, center, head coach of Switzerland's national ice hockey team, poses with Swiss fans, after a training session at the 2014 IIHF Ice Hockey World Championships, in Minsk, Belarus, Sunday, May 11, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Sean Simpson tritt nach der WM ab – für die Schweizer Fans ist deshalb die letzte Gelegenheit, Erinnerungsfotos zu schiessen. Bild: Keystone

Kein grosser Coach – aber ein grosser Kommunikator und Schmeichler

Mit einer einzigen Antwort war für Glen Hanlon die heikle Sache erledigt. Er sagte nun, es wie vor dem Spiel gegen die Schweiz unfair, so über seine Zukunft zu spekulieren. Er sei hier, um mit Weissrussland zu gewinnen. Er vergass nach diesem 4:1 gegen Kasachstan nicht, auch noch gleich seinen weissrussischen Arbeitgeber, das Publikum und seine Spieler in allerhöchsten Tönen zu rühmen.

Glen Hanlon mag kein grosser Coach sein. Aber ein grosser Kommunikator, Politiker und Schmeichler ist er allemal.

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