DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Patrick Fischer, left, head coach of Switzerland national ice hockey team, and Christian Wohlwend, right, assistant coach of Switzerland national ice hockey team, celebrate after wining against Czech Republic team, during the IIHF 2021 World Championship preliminary round game between Czech Republic and Switzerland, at the Olympic Sports Center, in Riga, Latvia, Saturday, May 22, 2021. The game is played behind closed doors due to the coronavirus COVID-19 pandemic. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Patrick Fischer und Christian Wohlwend freuen sich über den verdienten Schweizer Auftaktsieg. Bild: keystone

Schweiz schlägt Tschechien zum WM-Auftakt souverän: «Das gibt uns viel Selbstvertrauen»

Die Eishockey-Nati hat nicht geblufft. Die Schweizer starten mit einem grandiosen 5:2-Erfolg über Tschechien perfekt in die Weltmeisterschaft in Riga.



Gewiss! Es ist nach einem Startsieg (noch) nicht der Moment, überschwänglich zu jubeln, zumal mit Dänemark gegen Schweden auch ein zweiter Aussenseiter in der Schweizer Gruppe mit einer Überraschung ins Turnier startete. Aber die Schweizer Leistung gegen Tschechien verspricht für die nächsten zwei Wochen einiges.

Gegen einen Gegner, der in den letzten vier Jahren alle sechs Länderspiele gegen die Schweiz gewann, der zudem während der WM-Vorbereitung in neun Partien ungeschlagen blieb und dabei Finnland (2:1), Schweden (3:2) und Russland (4:0) besiegte, zeigten die Schweizer eine äusserst reife Vorstellung.

Die Stimmen zum Spiel:

Nico Hischier:

«Ein guter Start ist immer gut. Wir haben einen soliden Start hingelegt. Wir hatten viele Powerplays und schossen viele Tore in Überzahl. Das ist natürlich super, wenn die Special Teams gleich so gut funktionieren. Das gibt uns viel Vertrauen fürs nächste Spiel. Ich persönlich fühlte mich super. Das Schweizer Kreuz auf der Brust hat mir nochmals extra Energie gegeben.»

Video: SRF

Timo Meier:

«Details haben am Ende den Unterschied ausgemacht. Wir haben sehr gut verteidigt und auch im Powerplay sehr stark gespielt. Das hat uns heute den Sieg gebracht.»

Bild

Bild: screenshot srf

Patrick Fischer:

«Ich bin sicher sehr zufrieden. Es ist immer schön, wenn ein Startschuss in ein Turnier gelingt. Die Tschechen sind ein sehr starker und hartnäckiger Gegner. Im ersten Drittel hatten wir den Rhythmus noch nicht ganz, doch dann schossen wir die Tore zum richtigen Zeitpunkt und hatten einen starken Goalie.»

Dabei lief die Partie in der Startphase nicht für die Schweizer. Die ersten Chancen, in Führung zu gehen, wurden ausgelassen. Ein Fehlpass in der eigenen Zone von Romain Loeffel führte zu einer Zweiminutenstrafe gegen Fabrice Herzog, welche die Tschechen durch Filip Chytil von den New York Rangers zum 1:0 nützten. Beeindruckend fiel indessen die Schweizer Reaktion aus: Etwas mehr als zwei Minuten später glich Gregory Hofmann ebenfalls in Überzahl aus.

Das wichtige 1:1 durch Hofmann:

Und im zweiten Abschnitt markierten Timo Meier, der Goalgetter der San Jose Sharks, und Tristan Scherwey vom SC Bern die Goals vom 1:1 zum 3:1. Die Tschechen schnürten die Schweizer im zweiten Abschnitt zwar phasenweise ein, andererseits erspielten sich die Schweizer auch unter Druck immer wieder Grosschancen.

Das herrliche 2:1 durch Timo Meier:

Scherweys Solo zum 3:1 für die Schweiz:

Sven Andrighetto verpasste solo vor dem tschechischen Goal das 3:1; Vincent Praplan schlug mit dem offenen Tor vor Augen über den Puck. So stellten Timo Meier und Gregory Hofmann jeweils mit dem zweiten Treffer (zum 4:1 und 5:2) den Schweizer Sieg sicher.

Hofmann setzt den 5:2-Schlusspunkt:

Vier der fünf Goals erzielten die Schweizer in Überzahl (aus sieben Chancen). Das Schweizer Powerplay hatte während der Vorbereitung trotz lauter Siegen noch nicht optimal funktioniert. Vier Powerplay-Tore gelangen der Schweiz zuletzt an der WM 2014 – beim 6:2-Erfolg über Kasachstan.

Generell traten die Schweizer in ihrem ersten WM-Spiel mit dem Mut an, mit dem sie vor Turnierbeginn sogar von der Goldmedaille gesprochen haben. Die Schweizer denken ambitioniert und offensiv – so wie sie auch spielen. Die offensive Ausrichtung führte dazu, dass die Partie mit fünf Torchancen (davon drei für die Schweiz) in den ersten 127 Sekunden begann.

abspielen

Die kompletten Highlights der Partie. Video: YouTube/IIHF Worlds 2021

Die Schweiz kann sich offensive Risiken leisten, weil hinten das defensive Fundament gelegt ist. Ausserdem spielt Leonardo Genoni im Nationaldress genau so gut wie in den Playoffs als Goalie des EV Zug. Genoni nimmt zum siebenten Mal an Weltmeisterschaften teil. In den ersten sechs Turnieren parierte er sagenhafte 92,8 Prozent aller Schüsse. Gegen Tschechien wehrte er 24 von 26 Schüssen auf sein Tor ab (92,3 Prozent).

Switzerland's goaltender Leonardo Genoni, right, blocks the puck past Czech Republic's forward Jakub Flek, left, during the IIHF 2021 World Championship preliminary round game between Czech Republic and Switzerland, at the Olympic Sports Center, in Riga, Latvia, Saturday, May 22, 2021. The game is played behind closed doors due to the coronavirus COVID-19 pandemic. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Leonardo Genoni lieferte im Schweizer Tor einmal mehr eine tadellose Leistung ab. Bild: keystone

Schon am Pfingstsonntagabend gilt es für die Schweizer, den wertvollen Startsieg über Tschechien zu bestätigen. Dänemark, der zweite Gegner, startete ebenfalls mit einem grossen Tag in die WM in Riga. Die von Heinz Ehlers gecoachten Dänen besiegten – zum ersten Mal an einer WM überhaupt – Erzrivale Schweden. Vor der Partie gegen die Schweiz blieb den Dänen acht Stunden mehr Vorbereitung als den Schweizern.

Aber nach tagelangem Ausharren in Quarantäne und sehr eingeschränkter Bewegungsfreiheit im Hotel sollten die Batterien bei den Schweizern nach einem Spiel noch voll geladen sein.

Die Tschechen hingegen müssen nachladen. Zum ersten Mal überhaupt verloren sie an einer Eishockey-WM die ersten zwei Spiele. Für Tschechien geht es am Pfingstmontag mit der Partie gegen Belarus weiter.

Das Telegramm:

Tschechien - Schweiz 2:5 (1:1, 0:2, 1:2)
Riga, Olympic Sports Centre. - SR Ansons/Vikman (LAT/FIN), Nikulainen/Sormunen (FIN).
Tore: 15. Chytil (Kovar, Vrana/Ausschluss Herzog) 1:0. 18. Hofmann (Ambühl, Simion/Ausschluss Lenc) 1:1. 25. Meier (Hischier/Ausschluss Lenc) 1:2. 39. Scherwey (Praplan, Bertschy) 1:3. 51. Meier (Corvi, Kuraschew/Ausschluss Chytil) 1:4. 55. Smejkal (Chytil, Sklenicka) 2:4. 58. Hofmann (Simion, Ambühl/Ausschluss Kovar) 2:5.
Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Tschechien, 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz.
Tschechien: Hrubec/Will (ab 41.); Hronek, David Musil; Hajek, Klok; Sklenicka, Sulak; Sustr; Flek, Adam Musil, Smejkal; Vrana, Kovar, Kubalik; Zadina, Zohorna, Chytil; Lenc, Spacek, Stransky; Blümel.
Schweiz: Genoni; Müller, Alatalo; Untersander, Moser; Diaz, Geisser; Loeffel, Siegenthaler; Scherwey, Bertschy, Praplan; Meier, Hischier, Andrighetto; Simion, Corvi, Hofmann; Herzog, Kuraschew, Ambühl.
Bemerkungen: Schweiz ohne Nyffeler (Ersatzgoalie), Berra (überzähliger Torhüter), Frick, Heldner, Mottet, Rod und Vermin (alle noch nicht gemeldet). Tschechien von 55:28 bis 55:38 ohne Goalie. - Schüsse: Tschechien 26 (9-10-7); Schweiz 28 (7-9-12). - Powerplay-Ausbeute: Tschechien 1/3; Schweiz 4/7. (pre/sda)

Die Tabelle:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Diese 19 Talente gilt es an der Eishockey-WM zu beachten

1 / 21
Diese 19 Talente gilt es an der Eishockey-WM zu beachten
quelle: keystone / marcel bieri
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Wenn Hockeyspieler im Büro arbeiten würden

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Die ständige Frage nach dem «Warum» – Patrick Fischer und die Dämonen des Zweifels

Diese Woche beginnt für Nationaltrainer Patrick Fischer in Zug bereits die neue Saison. Mit dem «Prospect Camp». Eine Art «Landschul-Woche» für international taugliche Talente. Aber so ganz ist die letzte Saison noch nicht bewältigt. Nach wie vor ist die Frage nach dem «Warum?» des WM-Scheiterns gegen Deutschland nicht beantwortet.

Beschäftigen uns dramatische Niederlagen länger als grosse Siege? Wahrscheinlich ist es so. Ein «dieses Spiel hätten wir niemals verlieren dürfen, wir haben eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel