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Die Schweizer fahren an der WM den ersten Sieg ein. 
Die Schweizer fahren an der WM den ersten Sieg ein. 
Bild: DAVID W CERNY/REUTERS

Wütende Franzosen und ein starker Genoni: Die Schweizer Hockey-Nati zittert sich zum ersten Sieg

Dem Schweizer Nationalteam ist an der WM in Prag zumindest resultatmässig eine Reaktion auf die Niederlage gegen Österreich (3:4 n.P.) gelungen. Das Team von Trainer Glen Hanlon bezwang Frankreich 3:1 und sicherte sich im zweiten Gruppenspiel die ersten drei Punkte.
03.05.2015, 23:1104.05.2015, 10:40

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Es war erneut keine Glanzleistung der Schweizer Mannschaft. Aber immerhin sicherte sie sich die ersten drei Punkte und bewahrte sich vor einem mutmasslich unangenehmen Verlauf der WM. Nicht mehr und nicht weniger. Denn je länger die Partie dauerte, umso stärker gerieten die Schweizer ins Zittern – wie bereits gegen die Österreicher. Im Gegensatz zum Startspiel retteten sie in der Schlussphase den knappen Vorsprung aber über die Zeit.

Denis Hollenstein im Powerplay mit seinem siebten Saisontor für die Schweiz (16.) und Roman Josi nach einer schönen Einzelleistung (22.) schossen die Schweizer 2:0 in Führung. In der Folge verpassten die Schweizer die vorzeitige Entscheidung; erneut vergaben sie zu viele Möglichkeiten.

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Das 1:0 durch Denis Hollenstein.
gif: srf
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Josi umkurvt die Frankreich-Defensive zum 2:0.
gif: srf

Und so wurde es nach dem Anschlusstreffer von Damien Raux (49.) noch einmal spannend. Davor hatten die Franzosen, die sich im ersten Drittel mit zwei Spieldauer-Disziplinarstrafen selbst entscheidend geschwächt hatten, zudem zwei Pfostenschüsse (9./30.) zu verzeichnen gehabt. Die Entscheidung fiel schliesslich erst 53 Sekunden vor dem Ende, als Reto Suri mit einem Schuss ins leere Tor den dritten Treffer erzielte.

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Reto Suri sorgt mit einem Empty-Netter für die Entscheidung.
gif: srf

Duell der besten NLA-Goalies

Steigerungspotenzial besitzen die Schweizer weiterhin. Wenig überzeugend wirkt weiterhin das Powerplay – trotz Hollensteins Treffer im ersten Drittel. Zudem leisteten sich die Schweizer, wie bereits im ersten Spiel, zu viele defensive Aussetzer, was immer wieder zu gefährlichen und unübersichtlichen Szenen vor Leonardo Genoni führte, der dieses Mal den Vorzug gegenüber Reto Berra erhielt. Gegen die Topteams der Gruppe dürften solche Aussetzer fatale Folgen haben.

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Beim einzigen Gegentreffer kann man Genoni keinen Vorwurf machen.
gif: srf

Genoni (19 Paraden) vom HC Davos war seinem Team ebenso ein sicherer Rückhalt wie Lausannes Cristobal Huet (32 Paraden) bei den Franzosen. Auch dank dem Duell zwischen den beiden besten Goalies der vergangenen NLA-Saison fielen im 51. Duell zwischen Frankreich und der Schweiz so wenige Treffer. Bei den Toren traf Genoni und Huet keine Schuld.

Leonardo Genoni meinte nach dem Spiel: «Nach der Niederlage gegen Österreich durften wir den Kopf nicht zu sehr hängen lassen, nach dem Sieg gegen Frankreich dürfen wir den Kopf nun nicht zu hoch halten. Für mich steht fest, dass wir uns gegen Deutschland noch steigern können.»

«Goalie Leonardo Genoni zeigte eine Top-Leistung. Dieser Sieg gibt uns nun Luft.»
Mark Streit

Für Mark Streit ist nach dem 3:1-Sieg klar, bei wem er sich zu bedanken hat: «Unsere Erleichterung ist natürlich gross. Goalie Leonardo Genoni zeigte eine Top-Leistung. Dieser Sieg gibt uns nun Luft.»

Franzosen schwächen sich selber

Für die Partie wegweisende und aus französischer Sicht fatale Szenen hatten sich im ersten Drittel ereignet. Im Zentrum stand dabei auch Timo Helbling, der in der Aufstellung wie erwartet den verletzten Dean Kukan ersetzte. Der Verteidiger rettete zuerst in extremis auf der Linie gegen Laurent Meunier (9.), danach blutete er nach einem Zweikampf mit Sacha Treille (16.) am Kopf. Die Schiedsrichter taxierten die Aktion von Treille als Check gegen den Kopf, was einen Restausschluss zur Folge hatte. Hollenstein erzielte in dieser Phase das wichtige 1:0.

Für die Franzosen kam es noch dicker. NHL-Crack und Teamleader Antoine Roussel reklamierte nach Hollensteins Treffer so stark, dass er gleich zweimal eine 10-Minuten-Disziplinarstrafe kassierte und ebenfalls in die Kabine geschickt wurde. Zudem verletzte sich in dieser Phase auch noch Stéphane da Costa, zusammen mit Roussel der beste Einzelspieler seines Teams. Das Trio Treille/Roussel/da Costa fehlte den Franzosen spürbar.

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Antoine Roussel ist ausser sich vor Wut und wird frühzeitig unter die Dusche geschickt. 
gif: srf 
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Die Schweizer revanchierten sich mit dem Sieg erfolgreich für die 2:4-Niederlage beim letzten Aufeinandertreffen an einer WM vor drei Jahren in Helsinki. Nicht zuletzt wegen dieser Niederlage hatten sie damals die Viertelfinals verpasst. Damals hatte ein Restausschluss gegen Goran Bezina die Entscheidung herbeigeführt. Dieses Mal war es die Strafe gegen Treille, die den Schweizer Sieg zumindest einleitete.

Nach der Doppelrunde vom Wochenende geniessen die Schweizer am Montag einen Ruhetag, ehe es am Dienstag mit der Partie gegen Erzrivale Deutschland weitergeht. (si/cma)

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