Para-Eishockey gilt als Mixed-Event – allerdings kam bisher keine Frau zum Einsatz
Im Para-Eishockey gibt es an den Paralympics weder ein Frauen- noch ein Männerturnier. Offiziell ist das Turnier eine Mixed-Veranstaltung. Es gibt allerdings keine Mindestanzahl an Frauen oder Männern, die dabei sein müssen, sondern es steht den Team-Verantwortlichen frei.
Insgesamt wurden im Para-Eishockey in diesem Turnier 135 Athleten nominiert, aber nur zwei Frauen wurden insgesamt gemeldet. Die Japanerin Akari Fukunishi kam noch zu keinem Einsatz und die Slowakin Michaela Hozakova hat bisher nur auf der Tribüne Platz genommen.
Die beiden Top-Nationen USA und Kanada hatten an den Paralympics noch nie eine Frau im Para-Eishockey. Eine der Leidtragenden davon ist Kelsey DiClaudio. Die US-Amerikanerin gilt als eine der besten Para-Hockey-Spielerinnen der Welt, schaut aber auch dieses Jahr bei den Paralympics nur zu. Mit dem Mixed-Wettbewerb zeigt sich DiClaudio überhaupt nicht zufrieden: «Ich glaube, es dient dazu, Empörung abzulenken. Ich glaube nicht, dass die meisten Teams das ernst nehmen. Ich denke, es soll die Leute ruhigstellen.»
Das aktuelle Problem ist, dass der Frauen-Para-Eishockey-Verband noch nicht die nötigen Anforderungen erfüllt, um an den Paralympics teilnehmen zu können.
IPC-Präsident Andrew Parsons schliesst gemäss BBC nicht aus, dass es bereits 2030 eine eigene Frauenkategorie im Para-Eishockey geben wird, rechnet aber eher mit 2034. Für Parsons ist aber klar: «Wir leben im 21. Jahrhundert, deshalb müssen wir Frauen so viele Möglichkeiten wie möglich bieten.»
Das diesjährige Para-Eishockey-Turnier dauert noch bis Sonntag. Dann findet in Mailand um 16.05 Uhr das Spiel um die Goldmedaille statt. Topfavoriten sind die USA und Kanada. (riz)
