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Christian Wohlwend macht in den Playoff nicht den souveränsten Eindruck.
Christian Wohlwend macht in den Playoff nicht den souveränsten Eindruck.Bild: keystone

Unglückliche Trainer-Aussagen und ein patzender Goalie – der HCD vor dem Playoff-Aus

Vor fünf Jahren steht der HC Davos letztmals im Playoff-Halbfinal. Dass den Bündnern erneut ein frühes Ausscheiden droht, liegt auch an unglücklichen Aussagen von Trainer Christian Wohlwend.
31.03.2022, 15:43

Christian Wohlwend ist ein sehr authentischer Trainer. Er ist keiner, der um den heissen Brei redet. Jedoch macht es nicht immer Sinn auszusprechen, was man denkt. Nach der 1:4-Heimniederlage im zweiten Spiel der Serie gegen Rapperswil-Jona sagte er gegenüber dem Schweizer Fernsehen auf das Selbstvertrauen der Lakers angesprochen: «Heute habe ich nichts von diesem Selbstvertrauen gesehen.»

Damit schoss er sozusagen ein Eigentor. «Das Interview von ihm gab uns noch viel mehr Selbstvertrauen, pushte uns zusätzlich, umso besser», sagte Doppel-Torschütze Nando Eggenberger nach dem 4:0 am Dienstag, mit dem die Rapperswiler in der Viertelfinalserie nun 3:0 führen. Für das Weiterkommen benötigen sie noch einen Sieg.

Zudem kritisierte Wohlwend nach dem zweiten Spiel explizit Goalie Sandro Aeschlimann: «Er war für einmal nicht gut.» Klar muss ein Torhüter damit umgehen können, dennoch ist eine solche Aussage als unglücklich zu bezeichnen. Wie auch immer, jedenfalls hätte Aeschlimann am Dienstag das 0:1 von Eggenberger (27.) verhindern müssen. Dieser Treffer kippte das Momentum, nachdem zuvor der HCD klar die bessere Mannschaft gewesen war.

Aeschlimann: vom besten zum schlechtesten Wert

Als die Davoser vor einem Jahr in den Achtelfinals an Bern (1:2) scheiterten, wurde Keeper Robert Mayer zum Sündenbock abgestempelt. Er spielte danach in den Überlegungen der Bündner keine Rolle mehr, obwohl der Vertrag bis 2024 weitergelaufen wäre – dieser ist nun per Ende Saison aufgelöst.

In den Playoffs läuft es HCD-Keeper Sandro Aeschlimann noch nicht nach Wunsch.
In den Playoffs läuft es HCD-Keeper Sandro Aeschlimann noch nicht nach Wunsch.Bild: keystone

Dieses Schicksal droht Aeschlimann kaum, auch weil dessen Vertrag im Februar vorzeitig bis 2027 verlängert worden ist. Fakt ist aber, dass der 27-Jährige ausgerechnet in der entscheidenden Meisterschaftsphase sein Potenzial nicht abruft. War er in der Qualifikation mit einer Abwehrquote von 94.16 Prozent noch die Nummer 1 gewesen, weist er in den Viertelfinals in dieser Statistik mit 83.78 Prozent den schwächsten Wert auf. Zum Vergleich: Der Rapperswiler Torhüter Melvin Nyffeler kommt auf 95.18 Prozent.

Es wäre allerdings zu einfach, das 0:3 alleine an Aeschlimann festzumachen. Schliesslich ist es ohnehin schwierig, mit einem Treffer in zwei Partien zu gewinnen. «Das 0:1 war der Genickbruch», gab Marc Wieser zu. Sie hätten danach zu viel gewollt. «Wir müssen ruhiger bleiben.» Auf was führt er die fehlenden Tore zurück? «Nyffeler spielt ruhig und abgeklärt. Zudem springt der Puck nicht für uns. Wir bräuchten auch mal so einen Treffer wie das 0:1. Ein Tor würde zu einem Push in der Mannschaft führen.»

Davos weiss wie man 0:3 dreht

Jedoch muss auch die Defensive besser werden, zwölf Gegentreffer in drei Spielen sind selbstredend deutlich zu viele. In der Qualifikation hatte nur der EV Zug weniger Tore pro Partie kassiert als der HCD. «Wir spielen offensiv und laufen dann in Konter. Wir wissen eigentlich, dass sie das gut machen, doch wenn du vorne in Puckbesitz bist, riskierst du halt mal einen Pass mehr», sagte Wieser.

Marc Wieser und der HCD wollen die Serie noch drehen.
Marc Wieser und der HCD wollen die Serie noch drehen.Bild: keystone

Das faszinierende am Sport ist, dass wenig viel ausmachen kann. Immerhin schon dreimal ist es einem Team in der höchsten Schweizer Liga gelungen, ein 0:3 in der Serie noch zu drehen. Zuletzt schaffte dies 2008 der ... HC Davos (im Viertelfinal gegen Zug). Mit Andres Ambühl und Marc Wieser waren zwei Spieler aus dem aktuellen Team schon damals dabei. So oder so fehlt es den Bündnern nicht an Erfahrung. «Wir wollen sicher nicht in Davos rausfliegen», stellte Wieser klar. Vielleicht findet Wohlwend ja intern die richtigen Worte. (zap/sda)

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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HomeOfficer
31.03.2022 17:04registriert Februar 2022
Wenn ein 1:0 in der Mitte des Spiels einer Mannschaft das Genick bricht, dann sollte sich der Trainer als erstes selbst hinterfragen. Da die Selbstreflexion vorsichtig ausgedrückt nicht das Steckenpferd von Wohlwend ist,sollte es ihm vielleicht mal jemand sagen.
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KommissarSpastens
31.03.2022 16:11registriert September 2015
CW ist einfach nicht der Richtige für wichtige Aufgaben. Immer wenn es drauf ankommt, verkacken es die Davoser mit ihm. Er ist nicht miserabel als Trainer. Er schafft es einfach nicht, das Team in wichtigen Situationen zu motivieren und zu Höchstleistungen zu pushen. Zudem in der Kommunikation gegen aussen in solchen Situationen auch meist unglücklich.
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Liebu
31.03.2022 16:56registriert Oktober 2020
Ich denke, er wird diese Saison nicht mehr viele Interviews geben. Eigentlich schade.
Ich denke, entscheidender als wie Davos spielt, wird der Auftritt der Lakers sein. Wenn sie wieder so abgeklärt wie bisher spielen, wird es schwer für Davos, egal wie sie spielen.
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