Fatale Bieler Coach's Challenge: Dubé bereut nichts, aber «hinterher sind alle klüger»
Entsprechend gross war am Ende die Konsternation. Aber was genau in der Berner Arena am Samstag schief gelaufen war, darüber schieden sich die Geister. Die einen hatten das Gefühl, die Partie nicht einmal schlecht begonnen zu haben. Andere mutmassten, dass alle Energie schon am Donnerstag im Hinspiel draufgegangen sei.
Gaëtan Haas, der Captain, suchte indes keine Ausreden: «Wir haben es nach dieser Leistung nicht verdient, weiterzukommen. Wir waren nicht gut genug und haben verloren gegen ein Team, das in jeder Beziehung besser war.»
Turbulente Saison
So turbulent, wie die gesamte Saison verlief, endete die Kampagne für den EHC Biel früh im Play-In. Im September begann alles mit drei Niederlagen. Dann gewannen die Seeländer acht der nächsten zehn Spiele, ehe sie acht der nächsten zehn wieder verloren. In der zweiten Januarhälfte musste Trainer Martin Filander gehen. Unter Nachfolger Christian Dubé (mit Vertrag auch für die nächste Saison) gelang der Turnaround.
«Wir haben unsere Saison nicht am Samstag in Bern verspielt», sagte Captain Haas. «Wer in den ersten Monaten so viele Spiele verliert, der hat dann halt keine gute Ausgangslage. Unter Dubé haben wir gefühlt in jedem Spiel Punkte geholt.» Aber: «Schon im Hinspiel haben wir in der Schlussphase nicht mehr alles richtig gemacht.»
Die Coach's Challenge
Für das, was am Donnerstag in Biel nach einer 4:1-Führung und einer weiteren Powerplay-Chance in doppelter Überzahl schiefgelaufen war, rückte Trainer Christian Dubé in den Fokus. Dubé verantwortete die (erfolglose) Coach's Challenge, die dem SCB nach dem 2:4 auch das 3:4 ermöglichte. Für viele war das die entscheidende Sequenz in dieser Miniserie.
Christian Dubé hingegen bereut nichts: «Wenn wir diese Challenge nicht genommen hätten, dann würde ich das heute bereuen», sagte Dubé. «Für uns als Coaching-Staff war es eine Behinderung, weil der Kontakt des Stürmers mit dem Fanghandschuh unseres Goalies da war. Aber ja: Hinterher sind alle klüger.»
Vorwürfe von Spielerseite gab es in Richtung des Trainers natürlich keine. Schon eher wurde die Praxis der Schiedsrichter und der Liga kritisiert, die in dieser Saison in solchen Szenen viele schwer nachvollziehbare Entscheide gefällt haben.
Zwerger kommt
Für Dubé geht es nach dem vorzeitigen Saisonende nun umgehend darum, die nächste Saison aufzugleisen. «Wir lagen auf Platz 12, acht Punkte hinter Langnau. Dennoch schafften wir es ins Play-In. Das erachte ich für mich in Biel als guten Start. Jetzt müssen wir uns verbessern, damit die nächste Saison erfolgreicher verläuft.»
Grosse Transfers tätigte Biel noch nicht. Die wichtigsten Spieler bleiben aber. Aus Ambri stösst Dominic Zwerger zum Team. Und auf den Ausländerpositionen sind «Upgrades» auch von den existierenden Verträgen her möglich.
SCB auf den Punkt bereit
Derweil für die Seeländer die Saison endete, befindet sich der Schlittschuhclub Bern plötzlich wieder im Hoch. «Es ist schier unglaublich, dass in dieser Partie, in der wir auch nervös hätten werden können, uns die beste Leistung der gesamten Saison gelang», sagte Berns Trainer Heinz Ehlers. Nur einmal, beim 5:0 gegen Ajoie, gewann Bern diese Saison ein Heimspiel deutlicher.
Die Playoffs scheinen für den SCB wieder in Griffnähe. Gegen die Rapperswil-Jona Lakers, gegen die Bern am Montag (h) und Mittwoch (a) um den letzten Playoff-Platz kämpft, haben die Berner diese Saison drei von vier Partien gewonnen.
