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Eishockey

Siegtor irregulär – nach der Pokalübergabe mussten 2 Teams nochmals ran

Siegtor irregulär – eine Stunde nach der Pokalübergabe müssen die Teams nochmals ran

Die Minnesota State Mavericks schiessen in der Overtime des Finals das Siegtor. Sie jubeln, sie feiern, sie erhalten den Pokal. Und müssen mehr als eine Stunde später noch einmal aufs Eis, weil die Offiziellen feststellen: Dieses Tor war irregulär.
21.03.2022, 09:0321.03.2022, 12:08

Ende gut, alles gut. Im zweiten Anlauf schlugen die Minnesota State Mavericks die Bemidji State Beavers mit 2:1 nach Verlängerung und holten sich den Mason Cup.

Doch was war das für ein Samstagabend vor 5126 Zuschauern in Mankato (Minnesota)! Denn vor dem Siegtreffer durch Jack McNeely durften die Mavericks schon einmal jubeln. Dieses Tor von Josh Groll in der Verlängerung bedeutete den Meistertitel:

Puck schlüpft unter dem Gehäuse durch

Die Verlierer aus Bemidji reklamierten, dass der Treffer irregulär war. Schliesslich war das Tor aus der Verankerung gehoben und der Puck hatte aus ihrer Sicht den Weg ins Tor dank einer «Abkürzung» gefunden, unter dem Gehäuse hindurch.

Aber die Offiziellen hatten kein Einsehen. Der Treffer zählte, Funktionäre schritten mit dem Pokal aufs Eis, wo die Mavericks mit ihm den Sieg und den Einzug in die «Sweet 16» der US-College-Meisterschaft feierten.

Nach langer Debatte wird noch einmal gespielt

Als die Feierlichkeiten verebbten und sich alle in die Kabine zurückzogen, machte im Stadion ein Gerücht die Runde: Dass das Tor nun doch noch einmal überprüft werde. Eine Stunde nach Grolls Treffer stellten die Funktionäre fest: Er war tatsächlich nicht regulär.

Also wies man die Spieler der beiden Mannschaften an, sich noch einmal in die Hockey-Montur zu werfen, und die Partie beim Stand von 1:1 wieder aufzunehmen. Fans, die davon hörten, eilten rasch zurück ins Stadion.

«Ich glaube nicht, dass sich die Beine oder der Körper von irgendjemandem gut angefühlt haben», sagte Mavericks-Goalie Dyrden McKay. «Wir wussten also, dass es eine Einstellungs-Sache war: Wer kann besser wieder in den Spielmodus kommen?»

Den Teams wurden fünf Minuten Zeit gegeben, um sich aufzuwärmen, dann ging die Verlängerung weiter. Mit dem Resultat, dass nach rund zwei Spielminuten der Puck erneut im Tor von Bemidji State lag – und es dieses Mal nichts daran zu rütteln gab.

«So nice, we did it twice»

Der Commissioner des Verbands CCHA, Don Lucia, sagte nach dem Spiel, das Wichtigste sei gewesen, einen richtigen Entscheid zu fällen. «Wenn es kein gültiges Tor ist und Bemidji State deshalb ausscheidet, ist deren Saison damit vorbei und das wäre nur sehr schwer zu verkraften.»

«Ich freue mich für meine Jungs», sagte der siegreiche Trainer Mike Hastings. «Was beim zweiten Mal am Ende passiert ist, war richtig. Das ist es, worauf wir aus sein sollten – dass am Ende alles seine Richtigkeit hat.»

«Uns wurde ein zweites Leben geschenkt», meinte Bemidjis Trainer Tom Serratore. «Es war natürlich seltsam, wie viel Zeit verstrichen ist, aber es war die richtige Entscheidung. Wir sind wieder da rausgegangen und hatten die Chance, eine Meisterschaft zu gewinnen. Und es ist einfach nicht passiert.»

Die vielleicht schönste Einordnung des Geschehens lieferte der Twitter-Account der Minnesota State Mavericks. «So nice, we did it twice», war zu lesen – «es war so schön, dass wir es gleich zwei Mal machten.»

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