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epa05949401 Players of Switzerland celebrate a goal during the 2017 IIHF Ice Hockey World Championship group B preliminary round match between Norway and Switzerland in Paris, France, 07 May 2017.  EPA/HERVE RANCHIN

Die Schweiz hat die spielerische Ordnung wiedergefunden. Bild: HERVE RANCHIN/EPA/KEYSTONE

Ordnung auf dem Pausenplatz und ein fast perfektes Spiel

Beim 3:0 gegen Norwegen war SCB-Meistergoalie Leonardo Genoni der wichtigste Einzelspieler. Nun folgt das «Endspiel» gegen Frankreich.



Eigentlich war die Partie schon nach zwei Minuten entschieden. Obwohl es bis zum ersten Treffer noch eine halbe Stunde dauern sollte. Damien Brunner erzählt: «Patrick Thoresen kam in der Startphase zu zwei Schüssen. Einen fing Leo (Genoni – die Red.) cool mit der Fanghand, den zweiten blockte er mit dem Körper. Da haben wir uns auf der Bank angeschaut und waren sicher: Der Leo wird keinen reinlassen, heute gewinnen wir.»

Der Leo hat in der Tat keinen reingelassen. So gesehen ist er der wichtigste Einzelspieler bei der Wende zum Guten. Und er müsste nun bei dieser WM unsere Nummer eins sein und am Dienstag auch gegen Frankreich zum Zuge kommen.

Switzerland's Leonardo Genoni looks for the puck during the Ice Hockey World Championships group B match between Norway and Switzerland in the AccorHotels Arena in Paris, France, Sunday, May 7, 2017. (AP Photo/Petr David Josek)

Leonardo Genoni hatte gegen Norwegen stets den Durchblick. Bild: Petr David Josek/AP/KEYSTONE

Dieses 3:0 gegen Norwegen zählt zwar nicht zu den hundert besten Momenten in der Geschichte des internationalen Hockeys. In diese offizielle Liste hat bisher erst ein Schweizer Spiel Aufnahme gefunden. Der Triumph beim olympischen Turnier von 2006 über die kanadischen NHL Profis (2:0).

Der wichtigste Sieg in der Ära Fischer?

Aber im Rückblick könnte sich sehr wohl zeigen, dass dieser Sieg gegen Norwegen der bisher wichtigste in der Ära von Nationaltrainer Patrick Fischer ist. Dass seine Trainer-Karriere in diesen Tagen in Frankreich auf der Kippe stand – eine Niederlage gegen Norwegen hätte seine Autorität wohl irreparabel in den Grundfesten erschüttert.

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Die Spielzusammenfassung von Schweiz – Norwegen. Video: YouTube/IIHF Worlds 2017

Kritik am Niveau und am spielerischen Gehalt dieser Auseinandersetzung gegen Norwegen ist nicht angebracht. Nach dem verstörenden 5:4 nach Penaltys gegen Slowenien mit einer in knapp 17 Minuten vergeigten 4:0-Führung zählte gestern nur noch eines: ein Sieg nach 60 Minuten.

Die erste Voraussetzung dazu war die Rückkehr zur taktischen Ordnung. Zur Einfachheit. Zu den Ursprüngen des Hockeys. Zur Ordnung auf dem Pausenplatz. Ein Ende des wilden «Pausenplatz-Hockeys». Und tatsächlich ist es Patrick Fischer und seinem schwedischen Taktiklehrer Tommy Albelin endlich, endlich gelungen, die Ordnung auf dem Pausenplatz wiederherzustellen.

Die Rechnung mit dem Meistergoalie

Sie hatten dazu zwei Möglichkeiten: sie konnten alles umkrempeln und die Linien neu zusammenstellen. Mit dem erheblichen Risiko, so noch mehr Unruhe zu stiften. Oder sie konnten alles so lassen wie es ist und die Gemüter beruhigen. Sie wählten die zweite Variante.

Die Schweizer spielten in den ersten zwei Dritteln in der genau gleichen Aufstellung wie beim Startspiel gegen Slowenien. Nur die Torhüter wurden ausgetauscht. Jonas Hiller, der ein gewisses Mass an Verantwortung für die Wende von 4:0 zum 4:4 trägt, ging. Für ihn kam SCB-Meistergoalie Leonardo Genoni.

Switzerland’s goaltender Jonas Hiller reacts after the Ice Hockey World Championship group B preliminary round match between Switzerland and Slovenia in Paris, France on Saturday, May 6, 2017. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Jonas Hiller überzeugte beim Auftakt gegen Slownien nicht restlos. Bild: KEYSTONE

Die taktische Rechnung ist aufgegangen. Die Schweizer spielten intensiv, einfach, geradlinig, und nach verhaltenem, kontrollierten Beginn erhöhten sie ab dem zweiten Drittel das Tempo und behielten doch die richtige Balance zwischen Offensivdrang und defensiver Absicherung.

«Sie haben uns ab dem zweiten Drittel mit einer Tempoerhöhung in grosse Schwierigkeiten gebracht» sagte Norwegens Coach Petter Thoresen. Und er gab zu bedenken, dass Norwegen halt nicht Spieler für vier gute Linien habe und die Besten stark forciert werden müssen. Tatsächlich erzielte die nominell vierte Linie der Schweizer das 1:0.

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Der erste Treffer durch Schäppi. Video: streamable

Den Sieg erarbeitet

Die Statistik zeigt die Dominanz (35:20 Torschüsse) der Schweizer. Sie hatten die Hoheit in den Zweikämpfen und entlang der Banden und das Risiko im Griff.

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Das 2:0 erzielt von Cody Almond. Video: streamable

Bezeichnenderweise sind die zwei Treffer von Reto Schäppi (33.) und Cody Almond (34.) nicht spektakulär herausgespielt, sondern herausgearbeitet worden. Erst das 3:0 im Powerplay (Suter, 50.) war dann doch noch ein spielerisches Highlight. «Es war wichtig, dass wir das Momentum nach dem 1:0 gleich zum zweiten Treffer nützen konnten» sagte Patrick Fischer. Man habe die Lehren aus der harten Lektion gegen Slowenien (vom 4:0 zum 4:4) gezogen und den Vorsprung im letzten Drittel sicher über die Zeit gebracht.

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Das herausgespielte Tor zum 3:0. Video: streamable

Den Schweizern gelang letztlich gegen einen limitierten Gegner ein nahezu perfektes Spiel auf bescheidenem internationalen Niveau. Damien Brunner gibt zu bedenken, dass die erste Partie gegen Slowenien doch auch nicht sooo schlecht gewesen sei. «Wir hatten zwei Drittel gut gespielt. Den Faden haben wir erst durch die vielen Strafen verloren. Sonst hätten wir diese Partie klar gewonnen.» Aber es gab eben keinen klaren Sieg, sondern nur einen nach Penaltys.

Nun, der Punktverlust gegen den Aufsteiger ist korrigiert. Mit diesem Sieg gegen Norwegen haben sich die Schweizer für das «Endspiel» um die Viertelfinal-Qualifikation gegen Frankreich (Dienstag, 20.15 Uhr) eine gute Ausgangslage erarbeitet. Die Franzosen treten in der gefühlten Favoritenrolle an, die Schweizer, obwohl sie nominell besser sind, in der vorteilhaften Rolle des Aussenseiters.

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Der französische Sensationssieg gegen Finnland im Video. Video: YouTube/IIHF Worlds 2017

Die Franzosen haben zwar zum ersten Mal in ihrer Geschichte an einer WM gegen Finnland gewonnen (5:1). Doch dieser Sieg wird nutzlos sein, wenn sie morgen gegen die Schweiz verlieren. Andersherum: mit einem Sieg über Frankreich steht die Schweiz trotz eines mühseligen Startes schon beinahe mit einem Bein in Köln im Viertelfinale.

Und wenn es denn tatsächlich reicht, so war der Punktverlust gegen Slowenien tatsächlich der Schritt zurück um weiter springen zu können – gemäss dem welschen Motto: «Reculer pour mieux sauter.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • manolo 09.05.2017 09:39
    Highlight Highlight Wenn die Schweiz heute verliert, was ich für wahrscheinlich erachte, bin ich auf den morgigen Bericht von klausi gespannt!
  • R. Schmid 08.05.2017 22:08
    Highlight Highlight Leo wird's richten! Hoffe ich!
  • Tikkanen 08.05.2017 13:24
    Highlight Highlight ...gut geschrieben Chlöisu👍🏻Hiller war mal ein guter Goalie, heute ist er nur noch ein Lottergoalie😳Will Fischi minimale Chancen um seinen Job über die WM hinaus zu retten, wird er nur noch den glorreichen Meistergoalie Genoni an der WM aufstellen👍🏻
    • HabbyHab 08.05.2017 14:25
      Highlight Highlight Dein glorreicher Meistergoalie, der gegen Kanada schrecklich ausgesehen hat während 20min und auch zuvor schon in Vorbereitungsspielen keine gute Figur abgab?
  • Bruno Wüthrich 08.05.2017 12:48
    Highlight Highlight Einspruch: Die Franzosen sind im Spiel von morgen weder gefühlt noch anderswie in der Favoritenrolle. Da kann sie nicht einmal Eishockey-Papst Klaus Zaugg rein schreiben. Das geht einfach nicht!

    Doch das peinliche Ergebnis gegen die Slowenen plus der überraschende und klare Sieg der Franzosen über die Finnen könnten für die Schweiz viel wert sein. Unsere Nati weiss jetzt, dass es nichts, aber auch rein gar nichts leiden mag. Egal, wie fest man Favorit ist.

    Die Schweiz ist gewarnt: vor den Franzosen wie auch vor sich selbst. Es braucht eine weitere Steigerung. Dann ist viel möglich!
    • Real John Doe 09.05.2017 14:09
      Highlight Highlight Er spricht ja nur von gefühlter Favoritenrolle und das einzig deshalb, weil Frankreich die Finnen bezwungen hat. wann hat die Schweiz die Finnen letztmals an einer WM geschlagen? Meiner Meinung nach die letzten 10 Jahre nie mehr...
      Aber ich gebe dir recht, abgesehen davon wird Frankreich nie nie nie nie in der Favoritenrolle gegen uns antreten.
  • Tom B. 08.05.2017 12:25
    Highlight Highlight Hiller verantwortlich für das Nachlassen & die Strafen gegen Slowenien? Läuft bei KZ...🙈😈
    • Luzi Fair 08.05.2017 13:17
      Highlight Highlight mit ca. 80% Save-Percentage hast du als Goalie auf diesem Niveau, automatisch eine Mitschuld...

      m.M. ist vor allem Gegentreffer Nr. 2 haltbar und Gegentreffer Nr. 4 vermeidbar
    • Hayek1902 08.05.2017 14:29
      Highlight Highlight Mitschuld ja, Hauptschuld sicher nicht. Das waren die Penntüten auf dem Eis (und Strafbank). Item, sie scheinen jetzt wach zu sein.
  • kupus@kombajn 08.05.2017 12:23
    Highlight Highlight Immer schön den Ball bzw. den Puck flach halten. Vom Startdrittel abgesehen war es ein gutes Spiel unserer Jungs, aber die Norweger waren alles andere als unwiderstehlich.
  • labraduddel 08.05.2017 12:21
    Highlight Highlight Ach chlöisi würde hiller beim scb und genoni bei biel spielen wäre es doch genau umgekehrt in meinen augen hat hiller gegen slowenien einen haltbaren treffer erhalten und genoni hatte gesetern auch etwas glück wenn nämlich ein pfostenschuss reingeht wird das spiel nochmal eng..also alles ist gut gegangen da muss doch die goalies noicht polemisieren..
  • Luzi Fair 08.05.2017 10:56
    Highlight Highlight Damien Brunner sagt: "(...)Den Faden haben wir erst durch die vielen Strafen verloren. (...)"

    und macht dann im 2. Drittel zwei äußerst dumme Strafen.

    Einsicht ist das Eine, Umsetzung das andere...
    • eldo 08.05.2017 12:37
      Highlight Highlight Brunner bezieht sich auf das 1. Spiel gegen Slowenien und die unnötigen Strafen im 3. Drittel als die Slowenen sogar 5 gegen 3 spielen konnten.
    • Luzi Fair 08.05.2017 13:13
      Highlight Highlight ich beziehe mich auf die beiden dummen Strafen im 2. Drittel des Norwegen-Spiels.

      Wenn man schon weiß, dass das eigene Boxplay internationalen Ansprüchen nicht genügt, sollten solche unnötigen Strafen tunlichst vermieden werden...
    • Hayek1902 08.05.2017 14:31
      Highlight Highlight Ist schon ok so. 1. Hat er einen umgefräst. 2. Wusste er, dass das Boxplay noch etwas Training verträgt und 3. Kein Training ist besser als der Ernstfall. Brunner, der alte Stratege
  • Balfur 08.05.2017 10:52
    Highlight Highlight Also das 2:0 war m.E. auch sehr schön herausgespielt..
    • Rock'n'Rohrbi 08.05.2017 12:25
      Highlight Highlight Rüfi's Pässe auf Schäppi und Almond waren Zungenschnalzer... aber lasst uns verhalten jubeln. Norwegen hat es uns Schweizetn doch recht einfach gemacht und der Querbalken wie Pfosten hat auch unseren Goalie gut aussehen lassen. Auch unsere Siege nützen nix, wennwir noch weiter Punkte lassen gegen Frankreich und Weissrussland.

Der Grösste aller Zeiten geht – im Stil des Grössten aller Zeiten

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