Nach Rassismus-Vorwurf von Vinicius: Benfica-Spieler gegen Real Madrid gesperrt
Benfica muss im Rückspiel der Champions-League-Playoffs in Madrid ohne Flügelspieler Gianluca Prestianni auskommen. Der 20-jährige Argentinier wurde vorläufig für ein Spiel gesperrt, nachdem er Real-Star Vinicius Junior als «Affe» beleidigt haben soll. Dies entschied die UEFA am Montag gemäss der Nachrichtenagentur AP.
Im Hinspiel in Lissabon gab es nach dem Tor von Vinicius zum 1:0-Endstand ein Wortgefecht zwischen dem Brasilianer und Prestianni. Der Benfica-Profi zog sich dabei das Trikot über den Mund und sagte etwas in Richtung seines Gegenspielers, woraufhin dieser sofort zum Schiedsrichter rannte. Gemäss Vinicius wurde er rassistisch beleidigt. Das Spiel war in der Folge knapp zehn Minuten unterbrochen, bevor Vinicius sich bereit erklärte, weiterzuspielen.
Prestianni verneint, den Madrilenen beleidigt zu haben. Auch sein Klub stellte sich hinter ihn. Mitspieler erklärten, der 20-Jährige habe seinen Gegenspieler provoziert, aber nicht beleidigt. Vinicius erhielt Unterstützung von unter anderem Kylian Mbappé, der forderte, dass Prestianni nie mehr in der Champions League spielen solle.
Die Sperre gilt vorläufig für ein Spiel. Die Untersuchung der Disziplinarkommission der UEFA läuft noch. Eine längere Sperre ist also möglich.
Für Vinicius war es nicht die erste Erfahrung mit Rassismus. Seit Oktober 2021 wurden laut der spanischen Liga 27 separate Fälle von rassistischen Attacken gegen den 25-Jährigen registriert. Am Wochenende wurde er wieder einmal Opfer von Beleidigungen durch Fans. Unter anderem «Vinicius, stirb»-Rufe waren bei der 1:2-Niederlage in Osasuna zu hören. Ausserdem wurde er ausgebuht.
Das nächste Spiel findet aber im heimischen Santiago Bernabeu statt, dort dürfte er von den Fans lautstark unterstützt werden. Real Madrid geht mit einer knappen Führung ins Rückspiel der Playoffs gegen Benfica Lissabon, das am Mittwochabend (21 Uhr) stattfindet. (nih)
