Wurde Vinicius rassistisch beleidigt? Nach seinem Traumtor will er erst nicht mehr spielen
Das Tor könnte schöner nicht sein: Vom linken Strafraumrand schlenzt Vinicius Junior den Ball traumhaft ins rechte obere Eck. Keine Chance für Benfica-Goalie Anatolij Trubin, der Real Madrid vor wenigen Wochen mit seinem Tor in letzter Sekunde noch geärgert hat. Die Königlichen führen in der 50. Minute endlich.
Danach rennt der Brasilianer zur Eckfahne und führt ein Jubeltänzchen auf. Das Publikum im Estadio da Luz quittiert dies mit Pfiffen. Dafür sieht er die Gelbe Karte. Als alle schon bereit sind, das Spiel fortzuführen, stürmt Vinicius zum Schiedsrichter. Gegenspieler Gianluca Prestianni habe ihn als «Affe» beleidigt. Eine rassistische Beleidigung, die der Brasilianer auf dem Fussballplatz leider nicht zum ersten Mal gehört haben würde. Immer wieder ist der Flügelspieler Opfer von Rassismus geworden.
Was der Argentinier Prestianni ihm gesagt hat, ist unklar. Die Videobilder zeigen ein Wortgefecht zwischen ihm und dem Real-Star, dann zieht er sich sein Trikot über den Mund und sagt nochmal etwas, das Vinicius dann eben dazu bewegt, zum Schiedsrichter zu stürmen. Dieser unterbricht das Spiel kurzzeitig. Vinicius verlässt den Platz und setzt sich auf die Ersatzbank, und setzt damit ein klares Zeichen: Ich spiele nicht weiter, bevor die Sache nicht geklärt ist. Es gibt Diskussionen zwischen den beiden Teams, Benfica-Trainer José Mourinho spricht mit Vinicius.
Die Situation bleibt undurchsichtig, der Schiedsrichter kann sie auf dem Platz nicht aufklären. Doch der erfahrene François Letexier kann die Lage immerhin beruhigen. Zehn Minuten nach dem Tor von Vinicius geht die Partie weiter. Ein weiteres Tor fällt nicht. Konsequenzen hat die Situation für Prestianni oder einen anderen Spieler vorerst keine – das könnte sich in den nächsten Stunden und Tagen aber noch ändern, falls neue Details ans Licht kommen. (nih)
