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Switzerland's goaltender Leonardo Genoni, left, and Switzerland's goaltender Reto Berra, return to cloakroom, after a training session of the IIHF 2018 World Championship at the practice arena of the Royal Arena, in Copenhagen, Denmark, Thursday, May 3, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

2018 gewannen sie gemeinsam WM-Silber: Genoni (links) und Berra. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Gottéron, Zug und ein grosser Abend für… Patrick Fischer

Einen statistischen Beweis gibt es für diese Behauptung leider nicht. Aber bei Fribourg-Gottéron gegen Zug (2:1 n.P.) haben wir eines der besten Goalie-Duelle der neueren Liga-Geschichte gesehen. Leonardo Genoni und Reto Berra waren Weltklasse.



Natürlich geht es in dieser Woche in allererster Linie um die Playoff-Qualifikation. Die Partie Fribourg-Gottéron gegen Zug steht also ganz im Zeichen des «Strich-Dramas». Nach dem Penalty-Sieg (2:1) gegen Zug fehlt Gottéron noch ein einziger Punkt aus den beiden letzten Spielen gegen den SCB und Servette. Aber das ist für einmal Nebensache. Dieses hochstehende, intensive Spektakel hat neben Gottéron noch einen zweiten Sieger gesehen: das Schweizer WM-Team.

Vor einer WM müssen wir eigentlich nicht fragen, ob wir eine gute Mannschaft haben. Es genügt die Frage: Haben wir zwei gute Goalies? Wenn wir ohne jeden Zweifel sagen können «Ja!», dann dürfen wir den Titelkämpfen mit Zuversicht entgegensehen.

Die SRF-Zusammenfassung des Spiels. Video: SRF

Für die WM kommen nur zwei Torhüter als Nummer 1 und Nummer 2 in Frage: Zugs Leonardo Genoni (32) und Gottérons Reto Berra (33). Nur sie haben das Talent und die Erfahrung für höhere internationale Aufgaben. Für eine erfolgreiche WM braucht es zwei Weltklasse-Goalies. Wenn wir also wissen wollen, was wir bei der WM erwarten dürfen, dann müssen wir die Partie Gottéron gegen Zug analysieren. Es ist das letzte Direktduell unserer WM-Hoffnungen in der Qualifikation.

«Genoni und Berra sind die besten Torhüter der Liga»

Noch im Spätherbst gibt es im Hinblick auf die Titelkämpfe in Zürich und Lausanne (8. – 24. Mai) Grund zu grosser Sorge. Genoni und Berra spielen bei weitem nicht ihr bestes Hockey und müssen sich in einzelnen Partien sogar die Bezeichnung «Lottergoalie» gefallen lassen. Die beiden Zürcher sind durchschnittliche Liga-Torhüter. Mit durchschnittlichen Liga-Goalies an die WM?

Fribourgs, Julien Sprunger, rechts, im Duell mit Zugs Goalie, Leonardo Genoni, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen dem HC Fribourg-Gotteron und dem EV Zug, am Dienstag 25. Februar 2020, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

Genoni stoppt den Schuss von Fribourg-Routinier Sprunger. Bild: KEYSTONE

Nun sind wir die grösste Sorge im Hinblick auf die WM los. Gottérons Trainer und Sportchef Christian Dubé sagt es nach dem Spiel in einem einzigen Satz: «Leonardo Genoni und Reto Berra sind die besten Torhüter der Liga.» Mehr als das: Beide sind in dieser Partie Weltklasse. Ein grosser Abend also auch für Nationaltrainer Patrick Fischer und sein WM-Team.

Das Hexenwerk zweier Goalies

Mit ziemlicher Sicherheit hat es in der neueren Geschichte in einem Liga-Spiel kein Torhüterduell auf diesem Niveau gegeben. Bei einem Schussverhältnis von 38:29 stoppt Reto Berra 96,55 Prozent der Schüsse, Leonardo Genoni 97,37 Prozent.

Das bedeutet statistisch zwar Weltklasse, muss aber noch nicht unbedingt das Resultat von Weltklasseleistungen sein. Es ist ja auch möglich, dass die Hockeygötter beistehen, der Gegner unfähig ist, Chancen auszuwerten und/oder die Pucks immer wieder vom Pfosten oder von der Latte zurückprallen.

Fribourgs, Samuel Walser, links, und Goalie, Reto Berra im Duell mit Zugs, Erik Thorell, Mitte, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen dem HC Fribourg-Gotteron und dem EV Zug, am Dienstag 25. Februar 2020, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

Berra behält die Übersicht. Bild: KEYSTONE

Aber das knappe Resultat ist weder Pech im Abschluss noch dem Unvermögen der Stürmer geschuldet. Sondern einzig und allein dem Hexenwerk der beiden Goalies. Beide dominieren das Spiel, haben den Puck immer im Auge, werden nie überrascht oder ausgespielt, stoppen cool alleine durchgebrochene Stürmer, werden nie hektisch, sind unüberwindliche Blocker mit schlauem Winkelspiel und zeigen unheimliche Reflexparaden. Oder in einem Wort: Weltklasse.

Mag sein, dass sie bis zur WM noch hin und wieder nicht ganz auf diesem Niveau spielen werden. Aber das ist unerheblich. Wir haben gesehen, dass sie nach wir vor fähig sind, ihr bestes Hockey zu spielen und ihr Selbstvertrauen unerschütterlich ist.

Hofmanns Beleg seiner Klasse

In dieser Form können sie unsere Nationalmannschaft zum dritten Mal in den WM-Final hexen. Beide haben das schon einmal getan: Reto Berra 2013 in Stockholm im Halbfinal beim 3:0 gegen die USA und Leonardo Genoni 2018 in Kopenhagen im Halbfinal beim 3:2 gegen Kanada.

Beinahe geht noch ein weiterer WM-Lichtblick vergessen. Ein einziger Spieler vermochte Reto Berra zu überwinden: Zugs Topskorer Grégory Hofmann. Wir haben also mindestens einen Stürmer aus unserer Liga, der dazu in der Lage ist, einen Weltklassetorhüter zu überwinden. Er wird dazu auch an der WM in der Lage sein.

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Hans_Olo
26.02.2020 14:36registriert December 2016
Echt jetzt? Ein ganzer artikel ohne das auch nur einmal langnau oder bern erwähnt werden?
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Altorez
26.02.2020 15:39registriert June 2015
Aber Tomi Karhunen ist doch der beste Spieler der NLA?
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maylander
26.02.2020 15:26registriert September 2018
Ich sehe die Schweiz schon im Penaltyschiessen des WM Finals und Tedenby ist am Zug.....
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