Luganos Fazzini in Langnau ausgebuht – dabei ist er ein Held und kein Simulant
So viel Unrecht ist einem Spieler vom Publikum noch selten getan worden. In der 37. Minute muss Langnaus Captain Harri Pesonen nach einem Stockschlag aufs Knie von Luca Fazzini das Sündenbänklein aufsuchen. Der vom Stock getroffene sinkt aufs Eis, bleibt längere Zeit liegen und schleppt sich schliesslich zur Spielerbank. Schlimmes ist zu befürchten, die sehr guten Schiedsrichter versammeln sich vor dem Zeitnehmerhäuschen zur Beratung. Ein Fünf-Minuten-Ausschluss liegt in der Luft.
Es bleibt bei 2 Minuten. Und wer wirbelt in diesem Powerplay durch Langnaus Defensivzone und erzielt das 3:2, das sich als Siegestreffer erweisen sollte (Schlussresultat 4:2)? Luca Fazzini. Selbst die eher schwerblütigen Emmentalerinnen und Emmentaler sind aufgebracht und für ein paar Minuten geht es zu und her wie sonst eher in Luganos Resega. Gegenstände fliegen aufs Eis. Der Zorn gilt dem Simulanten Luca Fazzini.
War er tatsächlich ein Simulant? Nein. Hockeyspieler simulieren nicht und die ganze Hockeygeschichte kennt keinen Neymar. Luca Fazzini kehrt im Schlussdrittel nicht mehr ins Spiel zurück. Weil er nicht kann. Der Stockschlag war offenbar heftig. Sportchef Janick Steinmann sagt auf Anfrage nach Luca Fazzinis Befinden: «Sein Knie schwoll so stark an, dass er unmöglich weiterspielen konnte.» Wie schlimm es sei, werde man erst sehen.
Tatsächlich kommt es vor, dass ein Spieler eine Verletzung (fast wie unter Schockwirkung) für kurze Zeit wegstecken und noch einmal weiterspielen kann. Luca Fazzini als Held des Spiels und kein Simulant.
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