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Eishockey: Das Strafmass gegen SCB-Stürmer DiDomenico wird diskutiert

Berns PostFinance Topscorer Christopher DiDomenico, reagiert beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions, am Samstag, 5. November 2022, in der PostFin ...
Chris DiDomenico wird dem SC Bern in den nächsten Partien fehlen.Bild: keystone
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Ist das Minimum für Chris DiDomenico zu hoch? Das Strafmass wird diskutiert

SCB-Leitwolf Chris DiDomenico wird für den unabsichtlichen Kontakt mit dem Schiedsrichter für drei Partien gesperrt und mit 5300 Franken zur Kasse gebeten. Das Urteil führt zu einer Grundsatzdiskussion und möglicherweise auf nächste Saison zu einer Änderung des Strafenkataloges.
18.11.2022, 14:43
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Die Vergehen gegen Schiedsrichter bilden eine eigene Kategorie. Will heissen: Strafen für Fouls mit Verletzungsfolge oder für Fouls, die Verletzungen zur Folge haben könnten, können nicht mit dem Strafmass für Kollisionen mit den Schiedsrichtern verglichen werden. Es handelt sich um zwei Paar Schuhe.

Schiedsrichter sind durch die Ausrüstung nicht geschützt und müssen nie mit einer Attacke rechnen. Daher gibt es richtigerweise eine andere Strafkultur als bei Vergehen von Spielern gegen Spieler. Würden Zusammenstösse mit Schiedsrichtern toleriert oder milde bestraft, wären die Ausreden wohlfeil («Habe den Schiri nicht gesehen!») und die Vorfälle häufiger.

Linienrichter David Obwegeser, links, und Schiedsrichter Miroslav Stolc waehrend dem Penaltyschiessen im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SC Rapperswil-Jona Lakers und de ...
In der Schweiz werden Schiedsrichter durch Strafen besonders gut geschützt.Bild: keystone

Gerade weil jeder weiss, dass Vergehen gegen die Unparteiischen hart bestraft werden, passt jeder auf, dass es nicht zur Kollision kommt. Dabei wird sehr wohl berücksichtigt, ob der Schiedsrichter durch ungeschicktes Verhalten eine Mitverantwortung trägt. Nicht jede Kollision führt zu einem Verfahren und einer Sperre.

Das Reglement schreibt bei einem Zwischenfall, der nach menschlichem Ermessen vermeidbar gewesen wäre, eine Mindeststrafe von drei Spielsperren vor. Also: Entweder ist einer vollkommen unschuldig, beispielsweise dann, wenn der Zusammenstoss wirklich nicht zu vermeiden war oder sich der Schiedsrichter ungeschickt verhalten hat. In allen anderen Fällen kassiert der Spieler mindestens drei Spiele.

Die Beurteilung, ob vermeidbar oder nicht, erfolgt nach dem «Grossmutter-Prinzip». Nämlich nach der Frage: Hätte der Spieler den Zusammenstoss vermieden, wenn statt des Schiedsrichters seine Grossmutter oder sein Kind auf dem Eis gestanden wären? Das mag frivol tönen, macht aber schon Sinn.

Im Fall von Chris DiDomenico bedeutet dies: Das Rencontre mit dem Schiedsrichter (im Spiel SC Bern gegen ZSC Lions) wäre vermeidbar gewesen. Die Hockey-Richter sind davon ausgegangen, dass er der Grossmutter wahrscheinlich ausgewichen wäre. Aber es gibt keine böse Absicht dahinter. Also das Minimum von drei Sperren. Im Falle einer bösen Absicht wären es mindestens sieben Spielsperren.

Der neue Trainer des SC Bern, Toni Soederholm, links, spricht mit Berns Christopher DiDomenico, rechts, waehrend seinem ersten Training mit dem SC Bern, am Mittwoch, 16. November 2022, in der Postfina ...
Chris DiDomenico mit seinem neuen Trainer Toni Söderholm.Bild: keystone

Der SCB muss drei Spiele ohne seinen besten Einzelspieler auskommen. Das ist zwar ein Vorteil für den neuen Trainer Toni Söderholm. Er bekommt zum Amtsantritt eine Schonfrist. In den drei ersten Spielen als SCB-Bandengeneral (gegen Gottéron in Bern, Lugano und Servette auswärts) kann er seinen Topskorer nicht einsetzen. Selbst wenn er dreimal verlieren sollte, wird er noch nicht in die Kritik geraten. Weil alle wissen: Mit «DiDo» wäre es womöglich anders ausgegangen.

Aber drei Spielsperren für eine unabsichtliche Kollision mit dem Schiedsrichter sind selbst unter Berücksichtigung des besonderen Schutzstatus der Schiedsrichter ein hartes Verdikt. Ein solches Urteil gegen einen Schlüsselspieler wie Chris DiDomenico kann eine Playoff-Serie entscheiden. Deshalb wird nun eine Grundsatzdiskussion in der Strafzumessung geführt.

Schiedsrichterchef Andreas Fischer bestätigt auf Anfrage: «Ja, es stimmt, wir diskutieren darüber, ob es ab nächster Saison für die Ligajustiz möglich sein sollte, Vergehen gegen die Schiedsrichter auch mit einer oder zwei Spielsperren zu ahnden.» Also nicht das zwingende Minimum von drei Spielsperren, das nun bei Chris DiDomenico angewendet worden ist. Sondern die Möglichkeit, ein Vergehen mit einer oder zwei Sperren zu bestrafen.

Die Diskussion ist richtig. Die Liga ist ausgeglichen wie vielleicht nie. Spielsperren können unter Umständen über die Meisterschaft entscheiden.

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31 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pr0di
18.11.2022 07:15registriert Februar 2017
"Spielsperren können unter Umständen die Meisterschaft entscheiden" - Ich weiss ja nicht... Wenn die Sperrung eines einzelnen Spielers die Meisterschaft entscheidet, ist man vermutlich nicht breit genug aufgestellt.
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Dogbone
18.11.2022 07:06registriert August 2014
Falsch Chläusu. Wer wirklich Schlittschuhlaufen kann - und DiDo kann es zweifellos - sieht, er hat das Gewicht schon längst verlagert, lässt den Schuh aber noch stehen. Ich weiss nicht, wie man da kein Vergehen sehen kann. Da passiert nichts einfach so und er hatte alle Zeit, den Schuh ein paar Zentimeter anzuheben.
In diesem Sinn: nicht die Strafen, sondern solche einfach nur dummen Vergehen können eine Meisterschaft entscheiden.
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HabbyHab
17.11.2022 22:53registriert Oktober 2014
Sobald es einen Berner trifft, gibt es Diskussionen um das Strafmass? Immer super.
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