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ZSC Lions stellen Weltrekord auf – gegen Davos bringt der aber nichts

KEYPIX - Der Torschuetze Vinzenz Rohrer (ZSC) jubelt mit dem Team nach dem Tor zum 3:1 bei dem Spiel 2 des Playoff Halbfinal der Eishockey National League zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos am Mo ...
Zuhause sind die Lions eine Macht – aber das reicht gegen Davos nicht.Bild: keystone
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Ein Weltrekord – aber er hilft den ZSC Lions gegen Davos nicht

Die ZSC Lions haben mit dem besten Drittel seit Menschengedenken den HCD gebodigt und ihren Playoff-Heimweltrekord verbessert. Aber ohne Auswärtssieg in Davos kommen sie nicht in den Final. So einfach, so banal und doch so schwierig ist es.
07.04.2026, 14:1207.04.2026, 14:12

Der Heimvorteil: Lärm, Emotionen, Energie wie ein kollektiver Atem, der die Halle füllt wie der Nebel vor dem Sturm. Tausende jubeln und richten. Und die Schiedsrichter natürlich unter Druck. Hockey-Romantik in Trutzburgen wie die alte Valascia, die Kultarena «Les Augustins» in Fribourg oder das rauchige Hallenstadion zu Oerlikon. Arenen, die es heute nicht mehr gibt oder die kein Hockeyteam mehr beherbergen.

Die Statistik, die unerbittliche, zeigt allerdings, dass der Heimvorteil mehr Mythos als Realität ist. Und sogar als Heimnachteil eine Ausrede sein kann. Erfunden vom legendären Nationaltrainer Ralph Krueger. Um das schmähliche Scheitern bei der Heim-WM 2009 (Viertelfinal verpasst) zu erklären. Der Heimvorteil als Last. Nichts wird verziehen. Forderung statt Hoffnung. Druck statt Unterstützung. Heimnachteil.

PostFinance Top Scorer Matej Stransky (HCD) vor den Fans beim ersten Eishockey Playoff Halbfinalspiel der National League zwischen HC Davos (HCD) und ZSC Lions (ZSC), am Samstag, 4. April 2026, in der ...
Könnte sich der Heimvorteil des HCD als Nachteil erweisen?Bild: keystone

Die Beweise für Ralph Kruegers Theorie sind erdrückend. Lugano hat seit Einführung der Playoffs drei, der SCB sieben, der HCD vier, der ZSC fünf Titel mit einem Sieg in einem fremden Stadion geholt und auch Zug ist 1998 auswärts (in Davos) erstmals Meister geworden.

Wollen die ZSC Lions gegen Davos den Final erreichen, dann müssen sie den Mythos Heimvorteil mit Ralph Kruegers «Heimnachteil» kombinieren.

Die Zürcher haben am Montag gegen Davos 3:1 gewonnen und die Serie ausgeglichen (1:1). Der 19. Playoff-Heimsieg in Serie. Ein Weltrekord. Schier unfassbar. Zwei Siege gegen Lugano, sechs gegen Lausanne, vier gegen Davos, drei gegen Kloten und je zwei gegen Zug und Biel. Die letzte Playoff-Heimniederlage: Am 5. April 2023 im Halbfinal gegen Biel (3:5).

Die Highlights vom Spiel von Montag.Video: YouTube/zsclionstv

Niemand hat eine Erklärung für diese weltweit einmalige Playoff-Heimstärke. Ja, sie ist so selbstverständlich geworden, dass das defensive Raubein Christian Marti, darauf angesprochen, gar nicht weiss, dass sein Team diesen Rekord hält. Auch nach langem Nachdenken findet er keine Erklärung.

Die Swiss Life Arena ist hochmodern und erst im Oktober 2022 eröffnet worden. Also keine alte Hockey-Kultstätte mit Dämonen, die in alten Gemäuern hausen und fremde Eindringlinge ängstigen. Keine Kabinen, die so eng sind, dass dem Gegner Angst und Bang wird. Laut ist es im neuen Zürcher Hockey-Tempel und der Video-Würfel ist der grösste in Europa. Aber laut ist es auch in den neuen Arenen in Biel oder Lausanne. Der Lärm kann es nicht sein.

Wahrscheinlich hat die Erklärung für diesen Rekord mehr mit einer ganz besonderen Leistungskultur als dem Heimvorteil zu tun. Die ZSC Lions verlieren hin und wieder auch auf eigenem Eis schmählich. Etwa gegen Ajoie. Aber in der Qualifikation. Wenn es in den Playoffs ums «Eingemachte» geht, dann sorgen die Leitwölfe in der Kabine dafür, dass alle näher zusammenrücken und mit einer Leidenschaft sondergleichen bei der Sache sind. Im eigenen Stadion sowieso.

  • Stürmer
  • Verteidiger
  • Torhüter
Player Image

Nation Flag

Aktuelle
Note

info
  • 7

    Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.

  • 6-7

    Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.

  • 5-6

    Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.

  • 4-5

    Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.

  • 3-4

    Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.

  • Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.

Punkte

Goals/Assists

Spiele

Strafminuten

  • Er ist

  • Er kann

  • Erwarte

Aber eben: Wenn die Zürcher auswärts nicht gewinnen, nützt es nichts, wenn sie ihren Playoff-Heimrekord gegen Davos mit zwei weiteren Halbfinal-Heimsiegen auf 21 Partien schrauben. Sie brauchen mindestens einen Sieg in Davos.

ZSC-Trainer Marco Bayer sieht das ganz pragmatisch, wie es seine Art ist. «Ja, so ist der Modus. Am Mittwoch haben wir die nächste Chance.» Die alles entscheidende Frage ist also: Können die ZSC Lions auch in Davos oben mit der gleichen Intensität den HCD «vom Eis arbeiten» wie am Montag in der eigenen Arena?

Head Coach Marco Bayer (ZSC) waehrend dem Eishockeyspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem EV Zug, am Samstag, 31. Januar 2026, in der Swiss Life Arena in Zuerich.(Keystone/Manuel Gei ...
ZSC-Trainer Marco Bayer will die Davoser «vom Eis arbeiten».Bild: keystone

Spielerische Mittel reichten am Montag nicht. Zu präzis, zu schnell, zu diszipliniert spielen die Davoser und zu gut ist Torhüter Sandro Aeschlimann. Erst mit einem Energieschub, einer eindrücklichen, ja schier unglaublichen Steigerung im Schlussdrittel gelingt es, einen starken HCD zu besiegen. Bis unters Stadiondach ist die Energie zu spüren und die Schussstatistik ist ein Energie-Thermometer: 6:6 Torschüsse im ersten, 14:10 im zweiten und sage und schreibe 19:6 im letzten Drittel. Gegen einen starken HCD, der bis zuletzt alles Menschenmögliche unternimmt und auch den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler ersetzt.

Mit ziemlicher Sicherheit ist dieses letzte Drittel das beste, das die ZSC Lions in der Swiss Life Arena, ja seit Menschengedenken gespielt haben. Auch ohne den verletzten Vorkämpfer Sven Andrighetto. Pures Powerhockey, gegen das kein Kraut gewachsen war und dem nicht einmal der HCD widerstehen konnte.

Können die ZSC Lions auch auswärts diese Energie aufbringen? Marco Bayer ist davon überzeugt und sieht Lücken im defensiven HCD-Dispositiv. Das ZSC-Finalrezept ist eigentlich ganz einfach: Den Heimvorteil im eigenen Stadion bestätigen und in der gegnerischen Arena Ralph Kruegers «Heimnachteil» nützen. Vielleicht ist es ja ein gutes Omen für die Zürcher, dass Ralph Krueger, der Erfinder der Ausrede «Heimnachteil» in Davos lebt …

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zilla31
07.04.2026 14:41registriert August 2018
Die ZSC Lions haben seit dem Start in diese Heimserie auch in jeder Serie mindestens eine Partie auswärts gewonnen, mit Ausnahme im Final 2024 gegen Lausanne. In der für sie eher unterdurchschnittlichen Qualifikation waren sie zudem das zweitbeste Auswärtstermin. Insofern sollte der ZSC durchaus auch die Möglichkeit haben, den HCD in den Bergen oben zu besiegen…
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insert_brain_here
07.04.2026 15:05registriert Oktober 2019
Also ich freue mich einfach darauf dieses Duell noch mindestens drei Spiele lang zu sehen.

Sollte der Z sich durchsetze, umso besser 😎🔵⚪️🔴
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