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Das Scheitern der föhnfrisierten Langnau-Finnen

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Kein Kampfgeist

Das Scheitern der föhnfrisierten Langnau-Finnen

Bei den SCL Tigers macht sich nach dem Scheitern im NLB-Finale ein finnischer Hockey-Fatalismus breit. Das ist nicht ungefährlich.
10.04.2014, 11:2610.04.2014, 14:11
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Die Langnauer haben durch die NLB-Finalpleite gegen Visp eine grosse Chance zum Wiederaufstieg verpasst. Doch sie haben bereits am «Tag danach» Frieden mit dem Hockeyschicksal gemacht. Selbst die sportlichen Falken in der Führung, die vehement nach dem Aufstieg strebten und schon Planspiele für die NLA machten, haben sich bereits beruhigt.

Die Emmentaler mahnen in ihrer Hockeyleidenschaft und Schicksalsergebenheit inzwischen an die Finnen. Diese sind für tragische Niederlagen und Fatalismus ebenso berühmt wie für sportliche Triumphe. Es ist diese Mentalität des Scheiterns, die der Kultregisseur Aki Kaurismäki so wunderbar eingefangen hat. Er sollte jetzt in Langnau filmen.

Frust statt Lust. Adrian Gerber nach der tragischen Niederlage.
Frust statt Lust. Adrian Gerber nach der tragischen Niederlage.Bild: KEYSTONE

Nur der Kampfgeist fehlt

Aber die Langnauer sind bloss föhnfrisierte Finnen ohne den legendären finnischen Kampfgeist «Sisu». Ihre Kultur des Scheiterns nimmt inzwischen beängstigende Ausmasse an: Vor einem Jahr gingen die entscheidenden Partien im Playout und in der Liga-Qualifikation verloren – und nun jene im NLB-Finale. Es ist dieser neue Fatalismus, den niemand so wunderbar vorlebt wie die beiden föhnfrisierten Gucci-Stürmer Claudio und Sandro Moggi, die beide auch in der NLB über 200'000 Franken kassieren. Lieber Stars in der NLB als Existenzkampf in der höchsten Liga.

Sandro Moggi zieht das Stardasein in der NLB dem Existenzkampf in der höchsten Spielklasse vor.
Sandro Moggi zieht das Stardasein in der NLB dem Existenzkampf in der höchsten Spielklasse vor.Bild: KEYSTONE

So ist es logisch, dass das Scheitern keine personellen Konsequenzen hat. Die Mannschaft inkl. der Ausländer (DiDomenico und Hecquefeuille) bleibt zusammen. Manager Wolfgang Schickli weist ja nicht zu Unrecht darauf hin, dass man auch vieles richtig gemacht habe. Tatsächlich wechselte er im Herbst rechtzeitig den Trainer und die Ausländer. Im Schnitt kamen in der NLB-Qualifikation 5288 Fans. Fast so viele wie letzte Saison in der NLA (5355). Die Jahresrechnung schliesst erstmals seit 1998 mit schwarzen Zahlen. Die wichtigsten Transfers (Damiano Ciaccio, Yves Müller, Thomas Nüssli) sind gemacht. Langnaus Manager hat nun noch die Aufgabe, zu verhindern, dass drei wichtige Spieler (Philippe Rytz, Nicolas Steiner, Alban Rexha) ihre Ausstiegsklauseln für einen Wechsel in die NLA nützen.

Allerdings zeigt sich im Rückblick, dass ein Managementfehler in den Untergang geführt hat: Der Verzicht auf Torhüter Michael Flückiger. Er wäre im Januar zu haben gewesen und bestätigte gestern noch einmal: «Ja, ich wäre gerne nach Langnau gegangen. Aber es hat mit Manager Schickli irgendwie nicht geklappt.» Nun spielt Flückiger (nächste Saison Ambri) am Freitag halt mit der Schweiz in Arosa gegen Weltmeister Schweden, statt mit Langnau gegen Biel um den Wiederaufstieg.

Die Wunschträume um Gustafsson

Das Wort Scheitern mögen die Langnauer also nicht hören. Aber sie sind immer noch schlitzohrig genug, um zu spüren, dass die neue Genügsamkeit wohl auch etwas mit der sportlichen Führung zu tun hat. Dass es möglicherweise einen temperamentvolleren Trainer als den freundlichen Spielerversteher Bengt-Ake Gustafsson braucht, um die Mannschaft aus der Komfortzone zu scheuchen. 

Die geheime Langnauer Hoffnung: Headcoach Bengt-Ake Gustafsson soll wegbefördert werden. 
Die geheime Langnauer Hoffnung: Headcoach Bengt-Ake Gustafsson soll wegbefördert werden. Bild: KEYSTONE

Sie hoffen, Verbandsdirektor Ueli Schwarz möge keinen Nationaltrainer finden und am Ende Gustafsson eine Offerte machen. Dann würde man den Schweden, als Nationaltrainer mit Schweden immerhin Weltmeister und Olympiasieger, noch so gerne freigeben und könnte endlich einen fordernden kanadischen Coach an die Bande stellen – so wie dies einige schon im Herbst gefordert hatten. Aber das bleiben wohl Wunschträume.

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