DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
«Wie am Oktoberfest: Die Krüüüge hooooch!»
«Wie am Oktoberfest: Die Krüüüge hooooch!»
bild: shutterstock/watson

Es war einmal … neulich im Fitness-Studio der Super League

Am Wochenende beginnt die Rückrunde der Super League und darauf haben sich die Teams natürlich fleissig vorbereitet. Nebst Training auf dem Fussballplatz stand auch solches im Kraftraum auf dem Programm – und da waren wir exklusiv dabei.
01.02.2019, 15:48
Falschmeldung
Satire - (fast) kein Wort ist wahr!

Irgendwo im Mittelland, ein charmeloser Betonbau. Drinnen: ein Fitness-Center. Und an den Geräten die Klubs der Super League, die gemeinsam vor dem Rückrunden-Auftakt trainieren.

Enthusiastisch hüpft Luzern auf und ab.

Luzern: Heute versuche ich es mit Zumbaschwili! Das kommt aus Georgien und soll total super sein!
Zürich (etwas grummlig): Das machte ich früher auch mal, hiess einfach noch nicht so. Bringt nichts.
Basel: Mich findet ihr bei den Hanteln. Und übrigens hätte ich da noch was … ein Mitteli aus meiner Heimat, versteht ihr, alles in der Region hergestellt.

«Bei Zumbaschwili kann ich mich voll auspowern und trotzdem einen schicken Hut tragen!»
«Bei Zumbaschwili kann ich mich voll auspowern und trotzdem einen schicken Hut tragen!»
bild: shutterstock/watson

Lugano setzt sich seine Kopfhörer auf und greift zum Eiweiss-Shake. St.Gallen schlurft etwas missmutig zu den anderen in den Trainingsbereich.

Sion: He copain, was ist los?
St.Gallen: Ach weisst du, Krafttraining ist überhaupt nicht meins. Aber vielleicht finde ich ja hier eine Yoga-Matte.
Sion (überlegt): Yoga Matté? Den habe ich nach Nyon ausgeliehen.

«Lieber den Kopf in die Füsse stecken als in den Sand!»
«Lieber den Kopf in die Füsse stecken als in den Sand!»
bild: shutterstock/watson

Währenddessen hat YB mit dem Training angefangen. Beinpresse, 350 Kilogramm, zack zack zack. Staunen bei den anderen.

St.Gallen: Läck mer am Tschööpli, der stemmt das wie nichts!
Zürich: Das muss ich zuhause meiner Frau erzählen!
Basel (genervt): Pfff … das hatte ich auch mal drauf.
Luzern (macht ein Handy-Video): Das muss ich unseren Goalies zeigen. Die verlieren ja manchmal einfach so die Energie, wenn sie abspringen. Man sollte von den Besten lernen!
Basel: Ja, was ist?

Dass Luzern bereits wieder in der Runde ist, erstaunt.

Zürich: Zumbaschwili war wohl nix.
Luzern: Naja, ich hab's halt versucht. Aber jetzt beginnt dann gleich eine Lektion «Kangaroo Hoops», da geh ich hin! Eine starke Beinmuskulatur ist das A und O fürs Kopfballspiel und wir alle wissen, dass Spiele durch Standards entschieden werden.
Sion: Apropos Standard: Früher war es mal so, dass alle Klubs an dieses Abschlusstraining kommen. Wo ist denn Xamax? Der hätte es ja nötig.

«Je kürzer die Hantel, desto grösser der Bizeps.»
«Je kürzer die Hantel, desto grösser der Bizeps.»
bild: shutterstock/watson

St.Gallen hat sowieso sein Smartphone in der Hand, weil er sein Training nach modernsten Methoden aufzeichnet. Also schaut er rasch auf der Facebook-Seite von Xamax nach.

St.Gallen: Ah da, hier steht etwas von «samedi à la Maladière». Wenn mich mein Schul-Franz nicht im Stich lässt, heisst das, er ist bis am Samstag krank.

St.Gallen wünscht Xamax gute Besserung:

Salut Xamax. Bonnes vacances de Saint-Gall, mon ami!
???

Vor den Spiegeln neben der Sprossenwand posiert derweil ein älterer Mann.

Basel: Jetzt schaut euch den da mal an.
YB: Was ist nur aus dem geworden?
Zürich: Der wohnte früher bei mir in der Nähe, aber jetzt ist er aufs Land gezogen. Tragischer Fall. Bei dem kommt wohl bald die KESB.

«Mann, sehe ich geil aus!»
«Mann, sehe ich geil aus!»
bild: shutterstock/watson

Ein unbekanntes Gesicht nähert sich den Super-League-Klubs. Beinahe nebelgrau ist es, die Beine erinnern an runzlige Rüebli und das Trainerjäckli ist so alt, dass es von jedem Brockenhaus im Land dankend abgelehnt würde.

Basel: Was machst du hier, du Frosch?
Der Unbekannte: Ich mache hier mal ein Schnuppertraining, vielleicht komme ich ab dem Sommer fix hierhin.
GC (dreht sich vom Spiegel weg und sagt laut): Aber sicher nicht in solchen Lumpen! Hier kreuzt man angemessen gekleidet auf. Das ist das Super-League-Gym vom Rekordmeister!

Die Umstehenden verdrehen verschämt die Augen. Der Unbekannte schleicht eingeschüchtert davon. Wo früher auf seinem Trainerjäckli Buchstaben hafteten, sind noch Umrisse zu erkennen. «FC Aar.. ...ster 1993», kann man entziffern.

«Ich sollte wirklich mal weniger Spiesse futtern …»
«Ich sollte wirklich mal weniger Spiesse futtern …»
bild: shutterstock/watson

Zügigen Schrittes nähert sich der Leiter des Fitness-Centers.

Center-Leiter: Du GC, wir müssen mal reden.
GC (nervös): Aber lieber nicht vor den anderen.
Zürich: Wir wissen es eh schon alle.
Center-Leiter: GC, du bist schon wieder mit den Zahlungen für dein Mitglieder-Abo in Rückstand.
GC (flehend): Jaja, aber es kommt im Fall alles gut! Ich kann das Geld auftreiben! Ich schaue zuhause gleich in der Volière vorbei, da finde ich fast immer eine Lösung.

Alle schütteln den Kopf. Verstohlen wirft Basel rasch eine Pille ein, dann gehen die staunenden Blicke wieder zu YB.

St.Gallen: Heitere Beck, wie schaffst du das?!
YB: Was?
St.Gallen: Bankdrücken mit 400 Kilo, gopfriedstüdeli!
Sion (murmelt): Stüdeli, Stüdeli … ach ja, ist glaubs mein Linksverteidiger.
YB (bescheiden): Ach, das. Naja, ein bisschen Training. Musst halt eine Linie haben und die durchziehen.
Zürich: Aha, wusste ich's doch! Ihr zieht euch Linien rein!
Basel: Ich hätte da was für euch, das vielleicht interessant ist. Ganz frisch entwickelt bei uns am Rhein …

«Se bastasse una bella canzone … uh hu hu huuu.»
«Se bastasse una bella canzone … uh hu hu huuu.»
bild: shutterstock/watson

Luzern wackelt ungelenk daher.

Sion: Was machst du jetzt wieder?
Luzern: Öfter was Neues, gell. Ich habe in jedem Hosensack eine 12-kg-Hantel. Damit mache ich nun nordkoreanische Hampelmänner. Soll mega sein!
Sion: Mach doch, was du willst, ich mach's ja auch so. Wo ist denn heute eigentlich dieser kleine Dings?
Basel: Wen meinst du?
Sion: Na dieser Dings da, der meistens bei YB mitfährt.
YB: Aha, du meinst Thun. Der hat mir am Morgen noch geschrieben, schau:

Hoi Giele, ich kann mir das Fitness-Studio dieses Jahr nicht leisten. Aber bei mir im Wald hat's einen schönen Vita-Parcours und Dennis hat ja den ganzen Keller voller Geräte.

St.Gallen unterhält sich angeregt mit einem Mitarbeiter des Centers.

St.Gallen: Mein Sportchef sagt, diese Geräte bringen nichts.
Mitarbeiter: So?
St.Gallen: Ja, er sagt, ich solle es besser mit Yoga probieren.
Mitarbeiter: Da hinten hat's Mätteli.
St.Gallen: Hey super, läss, danke!
Sion: Ah, Mätteli! Jetzt kommt's mir, das war dieser Finne, der bei uns im Nachwuchs war. Habe ihn glaubs an Reims verschachert.

«Schaut mal, im Sommertraining war's richtig flippig!»
«Schaut mal, im Sommertraining war's richtig flippig!»
bild: shutterstock/watson

Zürich kehrt zurück, er war rasch eins rauchen.

St.Gallen: Du, das ist aber nicht gesund, hä!
Zürich (angesäuert): Sagt wer? Dein Sportchef?
St.Gallen: Ja, aber da hat er enard schon recht.
Zürich: Und deine Bratwürste, sind die etwa gesund?

Zürich tätschelt St.Gallen die Wampe. Es schwabbelt, alle lachen, St.Gallen selber am lautesten. Lugano blickt kurz vom Smartphone auf: Er hat wegen der Kopfhörer nichts gehört, hätte den Witz aber eh nicht verstanden.

Luzern (enttäuscht): Also langsam gebe ich auf …
Basel (tröstet): Kein Glück mit dem nordkoreanischen Hampelmann?
Luzern: Nein. Und ich weiss nicht, was ich noch alles machen soll. Ich will doch auch endlich ein Grosser sein.
Basel: Komm nachher mal zu mir, wenn's die anderen nicht sehen. Ich glaube, ich habe was für dich.

Sion ist unzufrieden mit der Gesamtsituation. Jedes Jahr ist er bei diesem gemeinsamen Training im Fitness-Center dabei, aber irgendwie kommt er nicht vom Fleck.

Sion: Das bringt doch alles nichts hier, mit diesen Scheiss-Gewichten!
St.Gallen: Sag ich ja! Autogenes Training, meditieren …
Sion: Ta gueule! Ich meine, die Teile hier sind ja alle schon mindestens zwei Jahre alt. So geht das nicht. Ich kaufe mir für mein eigenes Gym alle sechs Monate neue Geräte.
Luzern: Das geht aber schön ins Geld.
Sion (zuckt mit den Schultern): Und?
Luzern (kleinlaut): Ich meine ja nur.
Sion: Aber meine Spieler sind eh alles faule Säcke. Vor dem Cupfinal hetze ich ihnen vermutlich wieder die Fremdenlegion auf den Hals.
Basel: Ähm … Final? Zuerst haben wir den Viertelfinal gegeneinander.

«Heute haben wir die dicken Scheiben aufgelegt.»
«Heute haben wir die dicken Scheiben aufgelegt.»
bild: shutterstock/watson

Das Training neigt sich dem Ende zu. Obwohl YB an jedem Gerät die meisten Kilos stemmte, ist kaum ein Schweisstropfen zu sehen.

YB: So, ich geh jetzt noch sprudeln. Kommt einer mit?
St.Gallen: Nein, ich habe noch einen Termin mit der Ernährungsberaterin.
Sion: Kann nicht, mein Helikopter hebt gleich ab.
Lugano: (nickt im Takt mit der Musik im Ohr und den anderen zu)
GC: Hm … Bad und Sauna kosten extra. Gerne ein anderes Mal.
Zürich: Da unten ist Rauchverbot, also: nein.
Luzern: In fünf Minuten beginnt FlexTamtam-Bodybuild-Power-Kick-Barbapapa, das gilt in California als der heisseste Shit. Ich versuch's mal damit.
Basel: Ich lege mich für zwei, drei Stunden ins Solarium, habe noch Eintritte von früher.
YB: Übertreibe es einfach nicht wieder!

«Früher war einfach alles besser!»
«Früher war einfach alles besser!»
bild: keystone/watson
Super League, 19. Runde
Samstag, 19.00 Uhr:
YB – Xamax
Lugano – Thun

Sonntag, 16.00 Uhr:
Luzern – Sion
St.Gallen – Zürich
GC – Basel​
tabelle: srf

Christoph Spycher bleibt Sportchef beim Meister:

Die wichtigsten Transfers des Winters 2019

Nur noch kurz das Auto vom Schnee befreien …

Video: srf

Der Fussball schreibt oft die schönsten Geschichten

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Viel zu lange mussten Sie um Anerkennung kämpfen – ein offener Brief an Vladimir Petkovic

Der Trainer der Schweizer Nati steht vor einem Wechsel in die Ligue 1 in Frankreich. Nach sieben Jahren geht er beim SFV von Bord. Zeit für einen offenen Brief an den Mann, der die Schweiz sieben Jahre lang betreut und in den EM-Viertelfinal geführt hat.

Sehr geehrter Vladimir Petkovic,

Als Sie vor gut zwei Wochen aus St.Petersburg zurück nach Zürich reisten, sind die Schweizer Nati-Fans am Flughafen Kloten gestanden, haben gejubelt, um Autogramme und Selfies gebeten. Menschen haben sich umarmt, gelacht, waren euphorisch, so wie in den Tagen zuvor schon. Alles dank den Auftritten Ihrer Fussballer an dieser EM. Als Chef der Nati haben Sie die Schweiz mitgenommen auf eine besondere Reise. Die Bilder dieser Gesichter voller Emotionen sind …

Artikel lesen
Link zum Artikel