Frey trifft aus eigener Hälfte: GC distanziert Winti – und rückt näher an FCZ heran
Winterthur – GC 0:2
Die Lettern waren gross, die Wortwahl bisweilen martialisch, als in den letzten Tagen über die Partie zwischen dem FC Winterthur und den Grasshoppers geschrieben wurden. Das Duell zwischen dem Tabellenletzten und dem -zweitletzten war diesmal viel mehr als Kantonsderby, sondern wurde vielerorts schon mit existenziellem Charakter beladen. Besiegelt sei der Abstieg der Winterthurer in die Challenge League, sollte GC die Schützenwiese als Sieger verlassen, und selbige Grasshoppers würden endgültig in Abstiegsnöte geraten, sollte sich der FCW durchsetzen.
Insofern überrascht es nicht, zündeten die beiden Teams unter diesen Vorzeichen kein bedingungsloses Offensivfeuerwerk. Sicherheit geht über Spektakel – gerade in den unteren Tabellenregionen. Die Grasshoppers wissen aber einen Spieler in ihren Reihen, dessen Rückennummer bereits besondere Momente verspricht. Jonathan Asp Jensen, ausgeliehen vom grossen FC Bayern, Träger der Nummer 10.
In einer tristen Saison des Rekordmeisters sorgte der 20-jährige Däne immer mal wieder für Glanzlichter. Und so eines hatte er auch auf der Schützenwiese parat. In der 18. Minute verschaffte er sich mit einer Körpertäuschung Raum und bezwang Stefanos Kapino im Tor der Winterthurer mit einem platzierten Distanzschuss.
Das sagt GC-Captain Amir Abrashi:
Zwar zeigte die Mannschaft von Patrick Rahmen eine Reaktion und kam durch Topskorer Hunziker zum vermeintlichen Ausgleich (25.), dieser wurde aber von Schiedsrichter Urs Schnyder aufgrund eines vorangegangenen Foulspiels zurückgenommen.
Das sagt Winterthurs Remo Arnold:
Der Glauben ist aber nach wie vor da. Man kennt den Verein, wir haben in der Vergangenheit vieles noch hingekriegt. Aber klar, heute war ein Dämpfer.»
In der Folge war es eine kampfbetonte Partie mit wenig zusammenhängenden Aktionen, als Kapino jedoch mit Anbruch der Nachspielzeit einen Penalty von Michael Frey parierte und zehn Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden, schöpften die Winterthurer noch einmal Hoffnung – bis Frey Kapino in der 101. Minute mit einem weiten Lupfer düpierte und im Lager der Grasshoppers für die grosse Erlösung sorgte.
Das sagt GC-Torschütze Michael Frey:
Winterthur - Grasshoppers 0:2 (0:1)
8700 Zuschauer. SR Schnyder.
Tore: 18. Jensen (Arigoni) 0:1. 101. Frey (Ngom) 0:2.
Winterthur: Kapino; Arnold (75. Maluvunu), Mühl, Lüthi; Rohner (84. Sidler), Jankewitz (57. Schneider), Zuffi, Dansoko; Golliard (75. Buess); Hunziker, Burkart (56. Kasami).
Grasshoppers: Hammel; Arigoni, Ngom, Köhler, Stroscio (68. Ullmann); Abrashi (65. Mikulic); Krasniqi (64. Clemente; 79. Hassane), Meyer, Abels, Jensen; Frey.
Bemerkungen: 91. Kapino hält Penalty von Frey.
Verwarnungen: 22. Rohner, 32. Dansoko, 45. Meyer, 65. Stroscio, 69. Arigoni, 73. Abels, 87. Sidler, 90. Kapino.
Zürich – Lugano 0:1
Der FC Zürich verliert auch das dritte Saisonspiel gegen Lugano mit 0:1. Nur gegen Lugano gelang den Zürchern in dieser Saison kein Tor.
Über 12'000 Zuschauer im Letzigrund sahen eine Partie, die selten Fahrt aufnahm. Die spektakulärsten Momente spielten sich nach einer Stunde ab und erwiesen sich als matchentscheidend. Zuerst erspielte sich der FCZ eine Chance. Anschliessend schaltete Lugano rassig um. Ein weiter Abschlag von Goalie Amir Saipi verlängerte Giorgos Koutsias mit dem Kopf in den Lauf von Renato Steffen. Dieser verwertete kaltblütig solo gegen Zürichs Keeper Silas Huber.
Beide Teams dürfen sich vor Beginn der letzten fünf Meisterschaftsrunden etwas zurücklehnen. Nächste Woche stehen die Cup-Halbfinals und das Nachtragsspiel Thun - Basel auf dem Programm. Erst danach geht es für Lugano in der Champions Group in Thun und für Zürich in der Relegation Group in Lausanne weiter. Lugano behält im Rennen um die Europacup-Plätze mit Platz 3 die gute Ausgangslage. Zürich liegt bloss noch sieben Zähler vor dem Barrage-Platz.
Zürich - Lugano 0:1 (0:0)
12'337 Zuschauer. SR Wolfensberger.
Tor: 61. Steffen (Koutsias) 0:1.
Zürich: Huber; Kamberi, Hack (84. Vujevic), Sauter; Comenencia (80. Bangoura), Berisha, Palacio (80. Perea), Walker (84. Emmanuel); Tsawa; Kény, Ivan Cavaleiro (66. Reverson).
Lugano: Saipi; Zanotti, Mai (44. Kelvin), Delcroix, Martim Marques; Cimignani (89. Alioski), Grgic, Bislimi, Daniel Dos Santos (90. Bottani); Steffen (80. Mahmoud), Koutsias (80. Behrens).
Verwarnungen: 21. Daniel Dos Santos, 59. Kelvin, 68. Walker. (nih/sda)
Die Tabelle
Die Torschützenliste
- Arsenal patzt und lädt Manchester City wieder ins Meisterrennen ein
- Kann es Malgin nur mit Andrighetto? ZSC-Star ist in einer ungewohnten Situation
- Brisante Wahl: Nicht Paolo Duca, sondern Patrick von Gunten wird Verbands-Sportdirektor
- «Selten schmerzfrei»: Dieser Schweizer Kickboxer folgt den Spuren von Andy Hug
