Nächster Schritt für Abseitsregel-Revolution – FIFA testet diese Neuerung
Gemäss einer Mitteilung der FIFA wird die bisherige Regel betreffend Abseitsstellung zugunsten der Angreifer geändert. Dies haben die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) genehmigt. Als Teil der Testphase in Kanada wird auch ein Überprüfungssystem von Schiedsrichterentscheiden für Trainer eingeführt.
Der frühere Spitzentrainer Arsène Wenger setzt sich als Leiter der Abteilung für globale Fussballentwicklung bei der FIFA bereits seit sechs Jahren für eine geänderte Abseitsregel ein. Dabei soll ein Spieler nicht im Abseits stehen, solange sich ein Körperteil, mit dem ein Tor erzielt werden kann, auf gleicher Höhe mit dem vorletzten gegnerischen Spieler befindet. Ein Spieler wird lediglich dann in einer Abseitsstellung betrachtet, wenn zwischen ihm und dem Verteidiger eine Lücke besteht. Dies bezeichnet die FIFA als «Daylight», also «Tageslicht-Abseits». Nach derzeit gültigem Reglement steht ein Spieler im Abseits, wenn nur eines dieser Körperteile näher am Tor ist als der vorletzte Gegner.
Die neue Abseitsregel soll laut FIFA für mehr Tore sorgen. «Indem wir diese neue Auslegung in einem professionellen Wettbewerb testen, können wir ihre Auswirkungen besser verstehen, unter anderem im Hinblick auf mehr Klarheit und einen flüssigeren Spielverlauf sowie die Förderung des Angriffsspiels», sagte der Franzose Wenger zu den Tests in Kanada.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte sich bereits am Ende des vergangenen Jahres offen für eine mögliche Änderung der Abseitsregel gezeigt. «Wie können wir das Spiel offensiver und attraktiver machen?», fragte Infantino damals. Unter anderem in Italien liefen seit April 2022 bereits Tests, dort in den höchsten zwei Ligen der U18-Meisterschaft.
In der höchsten nationalen Liga Kanadas gibt es keine speziellen Videoschiedsrichter. Stattdessen dürfen die Trainer eine begrenzte Anzahl von Anträgen stellen, Entscheide überprüfen zu lassen. Dies ist bei Toren, Penaltys, Roten Karten und Verwechslungen gestattet. Dazu überreichen die Trainer dem vierten Offiziellen an der Seitenlinie eine Karte. Die strittigen Entscheide werden dann am Monitor angeschaut. Das System soll kein Ersatz für den Video-Assistenten (VAR) sein, sondern den Schiedsrichtern Unterstützung bei kritischen Entscheiden bieten, teilte die FIFA weiter mit. (nih/sda/dpa)
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