Ein Ticket für die EM 2028 soll billiger sein als ein Parkplatz an der USA-WM
Die Fussball-WM in diesem Sommer in den USA, Kanada und Mexiko kommt kaum aus den Negativschlagzeilen heraus. Einerseits sind da natürlich die Kriegstreiberei von US-Präsident Donald Trump im Nahen Osten oder seine ständigen Drohungen und Einmischungen gegenüber anderen Staaten wie Venezuela, Kuba oder auch den WM-Partnern Mexiko und Kanada, die einen Schatten auf die Veranstaltung werfen.
Andererseits sorgen die Zustände in den USA im Fussball und darüber hinaus für Sorgen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte unlängst vor dem «repressiven Verhalten» der US-Regierung und deren Massenabschiebungen von Migranten. Derweil kritisierte Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps bei seiner Testspielreise in den USA die Mühen bei der Einreise ins Land und die aufgrund des dichten Verkehrs mühseligen Anreisen in die Stadien.
Die Stadien der Fussball-WM 2026 in Nordamerika
Diese warten natürlich auch auf die Fans an der WM 2026 – sofern man sich einen Besuch des Turniers überhaupt leisten kann. Die Ticketpreise für die Weltmeisterschaft in Nordamerika sind exorbitant. Die günstigsten Tickets für eines der drei Schweizer Spiele kosten zwischen 140 und 265 US-Dollar aufgrund des dynamischen Preissystems. Zudem kassiert die FIFA beim Weiterverkauf der Tickets auf der eigenen Plattform eine Marge von 30 Prozent ein. Und in diesen Kosten sind andere Aufwendungen nicht drin, wie für den Flug, eine Unterkunft, Verpflegung – oder einen Parkplatz. Ja, einen Parkplatz.
Viele der Stadien in Nordamerika sind nicht oder nur schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Bei einem Gruppenspiel in Arlington in der Nähe von Dallas, Texas, kostet ein Parkplatz weitere 75 Dollar. In Boston schlagen die Zugpreise während der WM massiv auf: Kostet Hin- und Rückfahrt vom Stadtzentrum zum Gillette Stadium für ein NFL-Spiel 20 Dollar, müssen WM-Fans für die gleiche Strecke ebenfalls 75 Dollar berappen.
UEFA setzt auf bezahlbare EM-Tickets 2028
Die UEFA setzt bei der Europameisterschaft 2028 im Vereinigten Königreich und Irland auf ein gänzlich anderes Konzept. Der europäische Fussballverband verpflichtet sich dazu, die Ticketpreise für das Turnier auf einem bezahlbaren Niveau zu halten. Wie der renommierte Fussballjournalist Martyn Ziegler in der «Times» schreibt, sollen rund 15 Prozent aller Turniertickets für 30 britische Pfund (ca. 31.50 Franken) zu haben sein. Ein weiterer Viertel aller Billette soll 60 Pfund oder weniger kosten.
Damit wäre etwas weniger als die Hälfte aller EM-Tickets 2028 gleich teuer oder günstiger zu haben als ein Parkplatz an der WM in diesem Jahr. Damit die UEFA mit dem Turnier trotzdem das nötige Geld verdient, soll es auch noch eine Premiumkategorie geben.
Die Fussball-EM 2028 geht vom 9. Juni bis 9. Juli im Vereinigten Königreich und Irland über die Bühne. Gespielt wird in Dublin, Glasgow, Newcastle, Manchester, Liverpool, Birmingham, London und Cardiff. Die ersten der rund drei Millionen Tickets sollen nach der Gruppenauslosung im Dezember 2027 in den Verkauf kommen. (abu)
