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Federer liebt Paris und Paris liebt ihn. bild: rolandgarros

«Federer Forever» – die Rücktrittsangst lässt den Hype ins Unermessliche steigen

Der Hype um Roger Federer nach dessen Rückkehr an die French Open in Paris ist auch nach fünf Turniertagen noch nicht abgeklungen. Der 37-Jährige geniesst die Wertschätzung des Publikums sehr, sie bringt den Veranstalter gelegentlich aber auch in Nöte.



Auch in seiner zweiten Partie in Roland Garros wurde Roger Federer vom Publikum auf dem Court Philippe Chatrier wie ein Popstar gefeiert. Bereits vor dem ersten Ballwechsel gegen den deutschen Lucky Loser Oscar Otte wurden ihm zwei Standing Ovations zuteil. Gut 90 Minuten später ertönten zum wiederholten Mal «Roger, Roger»-Sprechchöre, auch wenn der 20-fache Grand-Slam-Sieger für einmal nur solide Arbeit abgeliefert hatte. «Es war nicht das beste Spiel meines Lebens», sagte Federer im Platzinterview mit Marion Bartoli fast entschuldigend.

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Federer bei Bartoli im On-Court-Interview. bild: Keystone

Wo immer sicher Federer in diesen Tagen im elf Hektar grossen Areal am Bois de Boulogne bewegt, kommt Hektik auf. Auf dem nur VIP-Gästen und Journalisten zugänglichen Court 16 am westlichen Rand der Anlage tummelten sich am Mittwoch mehr als 100 Leute mit gezückten Handys, als Federer für das halbstündige Einspielen zum Racket griff.

Teilweise prekär wird die Situation, wenn er nach den Spielen begleitet von einer handvoll Bodyguards durch die Fanmassen geschleust wird, um in das wegen des Umbaus ins Museum verlegte Pressecenter zu gelangen. «Die Leute wissen das mittlerweile», so Federer. «Es spricht sich herum.»

Der Spiessrutenlauf für Federer:

Der Hype um seine Person ist nichts Neues und ein globales Phänomen; mit seinem unglaublichen Comeback nach halbjähriger Auszeit im Januar 2017 in Melbourne hat dieser aber eine neue Dimension erreicht. Für eine australische Zeitung war er danach der beliebteste Sportler Australiens, der englische Boulevard krönte ihn nach dem Wimbledonsieg 2017 zu «King Roger VIII», an keinem anderen Grand-Slam-Turnier ist die Dichte an Baseballmützen mit dem «RF»-Logo wohl grösser als in Flushing Meadows.

Beim Federer-Training ist die Hütte voll:

Und doch ist der in Paris herrschende Rummel auch für Federer etwas Besonderes. «Dass die Fans deinen Namen skandieren, kommt praktisch nie vor - und dies nicht nach einem Fünfsätzer, sondern nach einem Spiel gegen Otte, von dem sowieso alle erwarten, dass ich gewinne.» Während sich die Spieler an den anderen drei Grand-Slam-Turnieren fast ausschliesslich in den Katakomben bewegen, ist dies in Roland Garros nicht der Fall. «Hier ist alles so eng, der Kontakt zu den Fans ist näher und grösser.»

Jaja, diese vier waren auch dabei:

Die Gründe für Federers enorme Beliebtheit in Frankreich sind vielschichtig. Das Beherrschen der französischen Sprache dank seiner Jugendjahre in der Romandie diente ihm früh als Brückenbauer. Seine Erfolge, die Persönlichkeit und Art, wie er Tennis schon beinahe zu einer Kunstform erhob, machten ihn zum weltweiten Superstar.

Sie hatte Glück:

Zusätzliche Energie für den «Maestro»

Auch in Frankreich, dem Land der Literatur und Kunst, wird mit dem Superlativ nicht gespart, um das Tennis-Genie Federer zu beschreiben. «Seine Majestät», «der Göttliche», «Monsieur Parfait» oder schlicht «Rock-Star», nannte ihn die Sportzeitung L'Equipe. Die ihm eigene Genialität liess Federer auch gegen Otte punktuell aufblitzen: ein Stoppball mit der Backhand, ein erlaufener Lob, ein ansatzlos geschlagener Return oder ein Volleystopp beim Matchball sorgten für Raunen und Staunen im Publikum.

Federer an seinem freien Tag:

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Die lange Absenz verstärkte die Sehnsucht der französischen Fans nach Federer, dem Sieger von 2009. Drei Austragungen blieb er dem Turnier fern, Roland Garros und sein Publikum bekamen als erste zu spüren, wie es einmal sein wird, wenn Federer nicht mehr auf der Tour ist. Auch wenn er selbst nichts von einer Abschiedstournee wissen will, so spielt bei jedem seiner Auftritte der Gedanke mit, es könnte der letzte von ihm in Roland Garros werden.

«Federer Forever», stand am Mittwoch auf einem Transparent. Der hehre Wunsch wird auch ein Ausnahmeathlet wie Federer nicht erfüllen können. Auch deshalb scheint der 37-jährige Baselbieter die ihm entgegengebrachte Zuneigung sehr bewusst zu geniessen. «Den Puls und die Euphorie der Leute zu spüren, ist schon sehr schön», so Federer. «Sie geben mir zusätzliche Energie und sorgen dafür, dass ich das absolute Maximum herausholen will.» (pre/sda)

Die besten Bilder des French Open 2019

«Chum jetz, Roger, tritt ändlich zrugg!»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Don Sinner 31.05.2019 12:33
    Highlight Highlight Ich hatte einen Traum. Die Stimme erzählte mir diese Geschichte: ""Schau, die Rechnung ist einfach. RF + Veranstalter + Sponsoren + vorteilhaftes Tableau + Wettbüros + Medienhype = big money für alle. "RF, kommst du dieses Jahr nach Paris?" "Wieviel?" - "Also gut, eine Null hinten ran." - "Ok, noch eine Null." "Bis mindestens Halbfinal." "Done." Später: "Der Gang durch die Fans?" "Done." "Das I love Paris-Liebli?" "Done." Aber sie spielen ihre Parts absolut überzeugend. Spitzensport - der Sport, der das Wort Sport noch verdient."" Ich sagte zum Traum: Du meinst das icht ernst. Da erwachte ich.
  • Nüübächler 31.05.2019 10:20
    Highlight Highlight Finde das schon fast peinlich. Klar ist der Mann symphatisch und ist normal geblieben trotz seines Erfolges.
    Trotzdem, was kann Roger ausser Bälle übers Netz schlagen?
    Und bringt das due Allgemeinheit weiter?
    Nein, es hat einzig und allein Unterhaltungswert, mehr nicht.
    • Peter R. 31.05.2019 10:51
      Highlight Highlight Was soll da peinlich sein - was kann Roger ausser Bälle übers Netz schlagen - er spielt so virtuos und variantenreich wie kein Zweiter, darum ist es bei jedem Match den er spielt, ein Vergnügen ihm zuzuschauen. Weiter ist er ein Vorbild für alle Sportler weltweit und ein fantastischer Repräsentant der Schweiz. Tennisspielen ist nun mal sein Beruf und das kann er zur Vollendung.
      Die Allgemeinheit kann von ihm lernen, dass wenn man etwas mit soviel Leidenschaft macht, dass man es weit bringen kann.
      Also hören Sie auf zu jamern und seien Sie nicht neidisch.
    • Coffeetime 31.05.2019 10:53
      Highlight Highlight https://www.rogerfedererfoundation.org/de/home/

      Kannst du das ausweisen? Oder kannst du nur negativ sein? RF ist seiner Chance bewusst und macht was für die Allgemeinheit.
    • FledenFan 31.05.2019 11:09
      Highlight Highlight Was kann Ronaldo, ausser Fussball spielen? Was kann Madonna, ausser singen? (Ha ha)

      Bringt dies die Menschheit weiter? Tennis zu schauen, macht vielen Menschen Freude.

      Es geht darum, etwas aussergewöhnlich gut zu können, mit Disziplin und Wille etwas zu erreichen.

      Federer ist in so vielen Dingen ein Vorbild, verglichen mit Menschen, die ähnliche Popularität geniessen wie er, lebt er Werte vor, die vielen gut anstehen würden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Damuck 31.05.2019 10:13
    Highlight Highlight Anfangs Jahr war ich für ein paar Tage in Perth und wie der Zufall es wollte, spielte die Schweiz gegen Griechenland am Hopman Cup. Zum Glück gab es noch Tickets obwohl die Federer Manie in Australien wirklich fast keine Grenzen kennt. Ich bin einfach nur glücklich, dass ich ihn auch mal live auf dem Court erleben durfte. Hoffen wir, dass er noch die eine oder andere Saison anhängt und wir sein Spiel noch lange geniessen dürfen.
  • gangdalang 31.05.2019 09:54
    Highlight Highlight Volles Haus beim Training von RF und die Weltnummer 1 spielt vor halbleeren Rängen seine zweite Runde. King Roger in einer eigenen Liga.
    • nem1307 31.05.2019 10:46
      Highlight Highlight Der Neid auf Djokovic steigt und steigt bei den Roger Fans ja fast täglich kann man sagen. Sogar in einem Artikel, wo es kein Wort über Djokovic gibt, wird auf ihn geschossen in den Kommentaren. Nicht mehr lange und Djokovic bricht alle Rekorde und wird auch offiziell der beste Spieler in der Tennisgeschichte.
    • Peter R. 31.05.2019 11:06
      Highlight Highlight nem1307@
      Kann schon sein, dass Djokovic am Ende mehr Grand Slam Siege als Federer haben wird - aber Federer wird weltweit immer beliebter sein bei den Fans als Djokovic.
    • Apfel Birne 31.05.2019 11:07
      Highlight Highlight Djokovic kann machen was er will, er wird nie der beste Spieler der Tennisgeschichte sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mate Barwas 31.05.2019 09:25
    Highlight Highlight The best ever

Das ist Federers Outfit für Roland Garros – wie findest du es?

Gut aussehende Tenniskleider sind in den letzten Jahren Seltenheit geworden. Man erinnere sich dabei zum Beispiel an die Zebra-Linie von Adidas. Roger Federer hat seinen Wechsel von Nike zu Uniqlo damals auch damit begründet, dass ihm die Outfits bei Nike nicht mehr besonders gefielen.

Nun, seit heute ist bekannt, mit welchem Outfit der Schweizer das Grand-Slam-Turnier Roland Garros in Paris bestreiten wird.

Wir fühlen uns dabei etwas an einen Latte Macchiato erinnert und sind uns in der …

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