SRG verschiebt Sports-Awards, Fahnen auf Halbmast: Sportwelt trauert wegen Crans-Montana
Die Schweizer Sports Awards, die für Sonntagabend geplant gewesen waren, finden nicht statt. Die SRG hat die geplante Gala wegen der Brandkatastrophe in Crans-Montana verschoben. Dieser Schritt erfolge aus Respekt vor den Opfern der Tragödie in der Neujahrsnacht im Wallis, wie die SRG mitteilte.
Der Sendeplatz vom Sonntagabend soll stattdessen für eine mögliche Sondersendung zur Katastrophe in Crans-Montana freigehalten werden.
Sportlerehrung soll im Frühjahr stattfinden
«Mit grosser Betroffenheit verfolgen wir die tragischen Ereignisse in Crans-Montana. In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei den Opfern und deren Angehörigen», wird SRG-Generaldirektorin Susanne Wille in einem Communiqué zitiert.
Die Ehrung der besten Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2025 soll dann zu einem späteren Zeitpunkt, voraussichtlich im Frühjahr, stattfinden. Es müsse zuerst noch ein Sendeplatz für die Gala gefunden werden. Marco Odermatt bei den Männern und Ditaji Kambundji bei den Frauen gelten als Topfavoriten für die jeweiligen Auszeichnungen.
Alle Entwicklungen aus Crans-Montana im Liveticker:
Seit 1950 werden traditionell die besten Schweizer Sportlerinnen und Sportler des Jahres ausgezeichnet. Die Sports Awards wurden noch nie komplett abgesagt, aber die Veranstaltung wurde 2020 wegen der Corona-Pandemie in eine spezielle «Besten aus 70 Jahren»-Gala umgewandelt.
Sorge beim Fussballklub Lutry
Ein Fussball-Klub ist von der Tragödie direkt betroffen. In Lutry herrscht Trauer und Ungewissheit, wie «Blick» berichtet. Mehrere junge Spieler galten am frühen Freitagmorgen weiterhin als vermisst. Die Nachwuchs-Equipe unternahm einen Team-Ausflug in den Walliser Nobelort.
Nach Informationen der Zeitung befanden sich mehrere Mitglieder der Junioren-B-Mannschaft im Alter von 16 bis 18 Jahren im Innern der Bar. «Unser Klub und unser Dorf sind von diesem Drama schwer betroffen», sagte ein Vertreter des Sportvereins.
Laut einem Communiqué des FC Metz, einem Fussballverein aus der Stadt Metz im Nordosten Frankreichs, sei einer der Spieler unter den Brandopfern. Der 19-jährige Nachwuchsspieler habe in dem Club in Crans-Montana ins Neue Jahr gefeiert. Der Spieler sei schwer verletzt in ein Spital in Frankfurt gebracht worden. Laut dem FC Metz sei es zu früh für eine Diagnose, der junge Mann habe jedoch keine lebenserhaltenden Massnahmen benötigt. Mittlerweile sei er auf eine Verbrennungsstation verlegt worden.
Le #FCMetz a la douleur d’annoncer que Tahirys Dos Santos, joueur stagiaire du club, a été blessé lors de l’incendie survenu à Crans-Montana.
— FC Metz ☨ (@FCMetz) January 1, 2026
L'ensemble du club unit ses pensées pour les adresser à Tahirys, dans ces heures où il combat la souffrance.
IOC-Fahnen auf Halbmast
Das IOC mit Hauptsitz in Lausanne setzte die Fahnen auf Halbmast. «Wir möchten dem Land, das uns beherbergt, unsere Solidarität bekunden und uns der grossen Betroffenheit anschliessen, die das Schweizer Volk nach Bekanntwerden dieser furchtbaren Nachricht empfindet», verkündete die IOC-Präsidentin Kirsty Coventry per Communiqué. «Als Zeichen des Respekts wird die olympische Flagge beim Olympischen Museum und im Olympischen Haus auf Halbmast gesetzt.»
Didier Défago, CEO der Ski-WM 2027 in Crans-Montana, konnte und wollte an Neujahr gegenüber Keystone-SDA nicht kommentieren, welchen Einfluss die Tragödie auf die Weltcuprennen Ende Januar/Anfang Februar haben würde. Der Abfahrts-Olympiasieger wie auch Swiss-Ski per Communiqué betonten am Donnerstag, dass «die Gedanken bei den Todesopfern, den Verletzten, ihren Familien, Freundinnen und Freunden sind. Den Angehörigen der Verstorbenen entbieten wir unser tiefstes Beileid.»
Crans-Montana und Swiss-Ski sind seit Jahrzehnten partner- und freundschaftlich verbunden, wie der Verband festhält. «Unsere Gedanken sind deshalb bei allen Menschen, die in Crans-Montana leben, sich dem Ort und den dortigen Skirennen verbunden fühlen. In diesen schweren Stunden sind wir in der Trauer, aber auch in der Hoffnung auf Genesung der zahlreichen verletzten Menschen vereint.» (abu/sda)
