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SRG verschiebt Sports Awards wegen Brandkatastrophe in Crans-Montana

Lara Gut-Behrami (Ski alpin) erhaelt den Preis Sportlerin des Jahres 2024 an der Verleihung der Sports Awards 2024, aufgenommen am Sonntag, 5. Januar 2025 in den Studios von SRF in Zuerich. (KEYSTONE/ ...
Die Sports Awards finden nicht wie geplant am kommenden Sonntag statt.Bild: keystone

SRG verschiebt Sports-Awards, Fahnen auf Halbmast: Sportwelt trauert wegen Crans-Montana

Die Anteilnahme aus der Sportwelt zur verheerenden Brandkatastrophe in Crans-Montana ist gross. Die SRG verschiebt die Sports-Awards, das IOC nimmt die Fahnen auf Halbmast und ein Westschweizer Fussballklub sorgt sich um seine Junioren.
02.01.2026, 10:3207.01.2026, 09:38

Die Schweizer Sports Awards, die für Sonntagabend geplant gewesen waren, finden nicht statt. Die SRG hat die geplante Gala wegen der Brandkatastrophe in Crans-Montana verschoben. Dieser Schritt erfolge aus Respekt vor den Opfern der Tragödie in der Neujahrsnacht im Wallis, wie die SRG mitteilte.

Der Sendeplatz vom Sonntagabend soll stattdessen für eine mögliche Sondersendung zur Katastrophe in Crans-Montana freigehalten werden.

Sportlerehrung soll im Frühjahr stattfinden

«Mit grosser Betroffenheit verfolgen wir die tragischen Ereignisse in Crans-Montana. In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei den Opfern und deren Angehörigen», wird SRG-Generaldirektorin Susanne Wille in einem Communiqué zitiert.

Die Ehrung der besten Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2025 soll dann zu einem späteren Zeitpunkt, voraussichtlich im Frühjahr, stattfinden. Es müsse zuerst noch ein Sendeplatz für die Gala gefunden werden. Marco Odermatt bei den Männern und Ditaji Kambundji bei den Frauen gelten als Topfavoriten für die jeweiligen Auszeichnungen.

Alle Entwicklungen aus Crans-Montana im Liveticker:

Seit 1950 werden traditionell die besten Schweizer Sportlerinnen und Sportler des Jahres ausgezeichnet. Die Sports Awards wurden noch nie komplett abgesagt, aber die Veranstaltung wurde 2020 wegen der Corona-Pandemie in eine spezielle «Besten aus 70 Jahren»-Gala umgewandelt.

Sorge beim Fussballklub Lutry

Ein Fussball-Klub ist von der Tragödie direkt betroffen. In Lutry herrscht Trauer und Ungewissheit, wie «Blick» berichtet. Mehrere junge Spieler galten am frühen Freitagmorgen weiterhin als vermisst. Die Nachwuchs-Equipe unternahm einen Team-Ausflug in den Walliser Nobelort.

Nach Informationen der Zeitung befanden sich mehrere Mitglieder der Junioren-B-Mannschaft im Alter von 16 bis 18 Jahren im Innern der Bar. «Unser Klub und unser Dorf sind von diesem Drama schwer betroffen», sagte ein Vertreter des Sportvereins.

Laut einem Communiqué des FC Metz, einem Fussballverein aus der Stadt Metz im Nordosten Frankreichs, sei einer der Spieler unter den Brandopfern. Der 19-jährige Nachwuchsspieler habe in dem Club in Crans-Montana ins Neue Jahr gefeiert. Der Spieler sei schwer verletzt in ein Spital in Frankfurt gebracht worden. Laut dem FC Metz sei es zu früh für eine Diagnose, der junge Mann habe jedoch keine lebenserhaltenden Massnahmen benötigt. Mittlerweile sei er auf eine Verbrennungsstation verlegt worden.

IOC-Fahnen auf Halbmast

Das IOC mit Hauptsitz in Lausanne setzte die Fahnen auf Halbmast. «Wir möchten dem Land, das uns beherbergt, unsere Solidarität bekunden und uns der grossen Betroffenheit anschliessen, die das Schweizer Volk nach Bekanntwerden dieser furchtbaren Nachricht empfindet», verkündete die IOC-Präsidentin Kirsty Coventry per Communiqué. «Als Zeichen des Respekts wird die olympische Flagge beim Olympischen Museum und im Olympischen Haus auf Halbmast gesetzt.»

Didier Défago, CEO der Ski-WM 2027 in Crans-Montana, konnte und wollte an Neujahr gegenüber Keystone-SDA nicht kommentieren, welchen Einfluss die Tragödie auf die Weltcuprennen Ende Januar/Anfang Februar haben würde. Der Abfahrts-Olympiasieger wie auch Swiss-Ski per Communiqué betonten am Donnerstag, dass «die Gedanken bei den Todesopfern, den Verletzten, ihren Familien, Freundinnen und Freunden sind. Den Angehörigen der Verstorbenen entbieten wir unser tiefstes Beileid.»

Crans-Montana und Swiss-Ski sind seit Jahrzehnten partner- und freundschaftlich verbunden, wie der Verband festhält. «Unsere Gedanken sind deshalb bei allen Menschen, die in Crans-Montana leben, sich dem Ort und den dortigen Skirennen verbunden fühlen. In diesen schweren Stunden sind wir in der Trauer, aber auch in der Hoffnung auf Genesung der zahlreichen verletzten Menschen vereint.» (abu/sda)

Mehr Informationen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana:

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Unglück in der Silvester-Nacht in Crans-Montana
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Unglück in der Silvester-Nacht in Crans-Montana

Während einer Silvesterfeier ins Neujahr 2026 in Crans-Montana VS kam es zu einer Explosion und einem Brand in der Bar «La Constellation».

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«Es gibt keine Worte, um diesen Horror zu beschreiben» – Augenzeugin berichtet vom Unglück in Crans-Montana
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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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rötzpötz
02.01.2026 11:15registriert März 2014
Es ist richtig, innezuhalten. Die Tragödie von Crans-Montana erschüttert, macht sprachlos und verlangt Respekt. In einem solchen Moment eine glanzvolle Gala zu feiern, fühlt sich falsch an. Die Verschiebung der Sports Awards ist deshalb ein starkes, menschliches Zeichen. Preise können warten, Mitgefühl nicht. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft dieser Entscheidung: Mitgefühl sollten wir wieder vermehrt zelebrieren, nicht nur einfordern!
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Latvietis1101
02.01.2026 11:05registriert Oktober 2023
Das ist eine Frage der Pietät ❤️ Gut gemacht, SRG !
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change
02.01.2026 11:00registriert September 2025
Absolut richtig!!!
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