Sport
Ski

Sports Awards: Die Wahl könnte erst nach Olympia stattfinden

Marco Odermatt (Ski alpin) erhaelt den Preis Sportler des Jahres 2024 an der Verleihung der Sports Awards 2024, aufgenommen am Sonntag, 4. Januar 2025 in den Studios von SRF in Zuerich. (KEYSTONE/Enni ...
Marco Odermatt wurde bereits viermal zum Sportler des Jahres gewählt. Bild: keystone

Finden die Sports Awards erst nach Olympia statt? Terminnot sorgt beim SRF für Probleme

Weil die Wahl der Sportlerinnen des Jahres wohl erst nach den Olympischen Spielen stattfindet und hohe Kosten verursacht, stellt sich die Frage, ob eine Absage nicht sinnvoller wäre.
10.01.2026, 15:5110.01.2026, 15:51
Simon Häring / ch media

Die kurzfristige Absage der Sports-Awards-Gala war alternativlos. Eine heitere Abendshow, nur drei Tage nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana, wäre mehr als unpassend gewesen. Zumal sich die SRG derzeit mit einer existenziellen Bedrohung konfrontiert sieht: Am 8. März findet die Abstimmung über die Halbierungsinitiative statt. Details entscheiden.

Wie herausfordernd die Organisation der Sports Awards ist, zeigt der Umstand, dass diese zuletzt mal im Dezember, mal im Januar stattfinden. Regelmässig mussten die Ausgezeichneten aus dem Ausland zugeschaltet werden, weil sie dort trainierten, oder bei einem Wettkampf weilten.

Lara Gut-Behrami (Ski alpin) erhaelt den Preis Sportlerin des Jahres 2024 an der Verleihung der Sports Awards 2024, aufgenommen am Sonntag, 5. Januar 2025 in den Studios von SRF in Zuerich. (KEYSTONE/ ...
Im letzten Jahr war Lara Gut-Behrami nicht vor Ort.Bild: keystone

Unihockey-Weltmeisterinnen gehen leer aus

Dazu kommt: Der Sportkalender ist in diesem Jahr dicht gedrängt. Schon bald beginnen die Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 22. Februar). Die Vergangenheit zeigt: Wer eine Olympia-Medaille gewinnt, hat hervorragende Aussichten, zum Sportler des Jahres gewählt zu werden. Allerdings erst in der übernächsten Ausgabe, wie SRF schreibt.

Davon betroffen ist auch das Unihockey-Nationalteam der Frauen, das im Dezember erstmals seit 2005 WM-Gold gewann. Zu spät, um für die Sports Awards nominiert zu werden. Die Wahlperiode betrifft den Zeitraum vom 1. November 2024 bis zum 31. Oktober 2025. Stattdessen stehen unter anderem das Fussballnationalteam der Frauen zur Wahl, das bei der Heim-EM eine Welle der Euphorie auslöste, aber aus sportlicher Sicht nüchtern betrachtet mit einem Sieg aus vier Spielen nicht überzeugen konnte.

Die Schweizerinnen jubeln ueber den Weltmeistertitel und die Goldmedaille, nach dem Final Schweiz gegen Tschechien an der Unihockey Weltmeisterschaft der Damen 2025, 14. Dezember 2025, Ostravar Arena, ...
Die Unihockey-Nati freut sich über den WM-Titel.Bild: keystone

Hohe Produktionskosten

Ob die Unihockey-Nati der Frauen bei den Sports Awards 2026 zur Wahl stehen, wird sich weisen. Am stärksten wirkt bekanntlich immer der letzte Eindruck. In dieser Kategorie stehen zudem nur drei Teams zur Wahl. Das Feld nach der Verschiebung zu erweitern, sei kein Thema, schreibt SRF.

Obwohl die Sendung mit hohen Kosten verbunden ist (Branchenkenner gehen von einem hohen sechsstelligen Betrag aus), steht eine Absage nicht zur Debatte. Die Kosten sind das eine, der Zeitpunkt das andere. Wird die Wahl, wie angekündigt, im Frühling nachgeholt, wirkt das schräg. Man stelle sich vor, Marco Odermatt geht bei den Olympischen Spielen leer aus, wird zwei Wochen später als Sportler des Jahres 2025 ausgezeichnet.

Die beiden Moderatoren Rainer Maria Salzgeber, links, und Sandra Studer unterhalten das Publikum an der Verleihung des Credit Suisse Sports Awards 2017, aufgenommen am Sonntag, 10. Dezember 2017, in Z ...
Bild: KEYSTONE

Studio und Personal entscheidend

Bei der Bestimmung des neuen Termins stehen nicht die Nominierten im Vordergrund. Zwar sei es das Ziel, dass möglichst viele der Nominierten teilnehmen können, schreibt Schwaller. «In erster Linie ausschlaggebend für ein neues Datum» sei aber die Verfügbarkeit von Studio und Personal.

Heisst zugespitzt: Wenn Marco Odermatt, Ditaji Kambundji, Lara Gut-Behrami und Co. es sich einrichten können, ist das toll. Entscheidender aber ist der Terminkalender des Moderationsduos Rainer Maria Salzgeber und Fabienne Gyr, sowie der zahlreichen weiteren Involvierten. Angesichts der schwierigen Ausgangslage ist diese Haltung durchaus nachvollziehbar.

Die beiden Moderatoren Rainer Maria Salzgeber, links, und Sandra Studer unterhalten das Publikum an der Verleihung des Credit Suisse Sports Awards 2017, aufgenommen am Sonntag, 10. Dezember 2017, in Z ...
Rainer-Maria Salzgeber führt jeweils durch den Abend der Sports Awards.Bild: KEYSTONE

Sondersendung statt Sports Awards

Für das Schweizer Fernsehen ist die 1950 erstmals durchgeführte Wahl der Sportlerinnen und Sportler des Jahres ein Quotenrenner. 2023 verfolgten 450'000 Menschen die auf SRF 1, RTS 2 und RSI 2 ausgestrahlte Sendung. Die Sports Awards erreichten damit einen Marktanteil von etwas mehr als 30 Prozent, was sie zu einer der meistgesehenen Sendungen machte.

Viele der für die Sports Awards eingeplanten Mitarbeitenden wurden am vergangenen Sonntagabend stattdessen in der Produktion der SRF-Sondersendung zur Brandkatastrophe in Crans-Montana eingesetzt. Dazu, welche Kosten die kurzfristige Verschiebung verursacht, und dazu, wie sich eine Absage auswirken würde, macht die SRG keine Angaben. (riz/aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die (schon jetzt) unfassbare Karriere von Ski-Star Marco Odermatt
1 / 52
Die (schon jetzt) unfassbare Karriere von Ski-Star Marco Odermatt

Am 8. Oktober 1997 wird Marco Odermatt in Stans NW geboren. Zwei Jahre und zwei Monate später steht Klein Marco erstmals auf Skiern.

quelle: marco odermatt / marco odermatt
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Kinder, Hobbysportler und Schnee = Skifails!
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
So nominiert sich das Olympia-Kader der Schweizer Skifahrer von alleine
22 Skifahrerinnen und -fahrer dürfen die Schweiz bei den Olympischen Spielen vom 6. bis zum 22. Februar vertreten. Bei den Männern, die ihre Rennen in Bormio bestreiten werden, herrscht eigentlich schon vor der Nomination Klarheit – bei den Frauen, die in Cortina fahren werden, sieht es anders aus.
Am Montag muss der Schweizer Verband Swiss-Ski die Kader für die Olympischen Spiele 2026 in Mailand und Cortina bekannt geben. Je elf Fahrerinnen und Fahrer dürfen die Schweiz vertreten, pro Disziplin dürfen jeweils vier an den Start gehen.
Zur Story